Eine rauchende und rußende Kerze (Foto: imago stock&people -)

Kerzenruß und Schadstoffe unerwünscht! Was Sie beim Kauf von Kerzen beachten sollten

Advent und Weihnachten ohne Kerzen? Undenkbar! In Deutschland werden im Dezember so viel Kerzen angezündet, wie nirgendwo sonst in Europa. Aber woran erkennt man gute Qualität?

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Die Rohstoffe

  1. Paraffin ist der wichtigste Kerzenrohstoff und wird aus Mineralöl gewonnen. Von der EU wurde Paraffin als ungefährlich für Mensch und Umwelt eingestuft. Allerdings ist die Klimabilanz von Erdölprodukten immer negativ. Rund dreiviertel der Kerzen in Deutschland sind aus Paraffin.
  2. Stearin ist der zweitwichtigste Kerzenrohstoff und wird aus pflanzlichen oder tierischen Fetten gewonnen. Am häufigsten wird Palmöl und Kokosfett verwendet. Gerade Palmöl ist sehr umstritten und muss deklariert werden. Das Öl wird aus dem Fruchtkern der Ölpalme gewonnen, die vor allem in Indonesien und Malaysia angebaut wird. Für die benötigten, riesigen Flächen wurden - und werden - Regenwälder im großen Stil gerodet.
  3. Dann gibt es noch Bienenwachskerzen, der natürlichste Rohstoff. Besonders umweltfreundlich sind diese Kerzen, wenn das Wachs von einem regionalen Bio-Imker stammt. Um den Bedarf zu decken, wird auch viel Bienenwachs aus China, Südamerika oder Südafrika importiert.
  4. Diese drei Rohstoffe werden bei der Kerzenherstellung oft gemischt. Kerzen, die 90 Prozent Stearin und 10 Prozent Paraffin enthalten, dürfen als Stearinkerzen verkauft werden, weil Stearin spröde ist und die Kerzen leicht brechen. Stearin ist sehr formstabil, auch unter Wärmeeinwirkung. Paraffin wird schon ab 40 Grad weich. Bienenwachs wird meist mit Stearin, aber auch mit Paraffin gemischt.

Die Herstellung

  • Die meisten Kerzen werden nach dem Pulverpressverfahren hergestellt. Hierbei wird Paraffin-Granulat mit Docht in Form gepresst. Diese Kerzen sind leicht und brennen schnell ab.
  • Langlebiger sind Kerzen, die nach dem Gießverfahren hergestellt werden. Dabei wird das Wachs erwärmt und mit Docht in die Form gegossen. Diese Kerzen sind meist aus Stearin oder Bienenwachs.
  • Gezogene Kerzen sind teuer, weil die Herstellung aufwendig ist. Der Docht wird immer wieder in ein flüssiges Wachsbad getaucht und anschließend abkühlen gelassen. Das wird so lange wiederholt, bis die Kerze die gewünscht Dicke hat. Gezogene Kerzen brennen besonders lange und gleichmäßig.
  • Bienenwachs gibt es auch als Waben, die um den Docht gerollt sind. Dabei wird viel Luft eingeschlossen, die Kerzen sind deshalb leicht und brennen auch schnell ab.

Die Gütesiegel

Beim Abbrennen einer Kerze entstehen immer umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe, vor allem wenn sich Ruß bildet. Die meisten Schadstoffe kommen als Farben, Lacke oder Duftstoffe in die Kerzen. Das RAL-Gütesiegel stellt sicher, dass der Hersteller keine schadstoffbelasteten Rohstoffe in der Kerze verwendet. Außerdem wird das Abbrennverhalten getestet.

Es gibt auch Kerzen mit Bio-Siegel. Diese sind beispielsweise aus nachhaltig angebauten Palmöl hergestellt.

Qualität erkennen

  • Billige, gepresste Kerzen sind leicht und an der Unterseite der Kerzen kann man das grobkörnige Pulver noch erkennen.
  • Gute Kerzen liegen schwer in der Hand und brennen lange. Brennt eine Kerze schnell herunter, ist sie sicher nicht hochwertig.
  • Der Geruch: Riecht die Kerze künstlich, ist sie es auch.
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