Fruchtbare Erde Wie bekomme ich einen guten Boden?

Locker soll er sein, krümelig und vor allem gut riechen: Gartenboden. Hier einige Tipps, wie Sie ihre Gartenerde verbessern können.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW
Eine junge Frau hält eine handvoll Gartenerde hoch (Foto: Imago, SWR, imago/Westend61)
Imago imago/Westend61

Wenn Sie das Gefühl haben, dass irgendwas mit ihrem Gartenboden nicht stimmt, dann hilft eigentlich nur eines: eine Bodenanalyse. Nur so können Sie feststellen, was dem Boden wirklich fehlt. Denn Pflanzen brauchen zwar viele Nährstoffe, diese sind aber oft schon ausreichend im Boden enthalten. Wollen die Pflanzen trotzdem nicht so richtig wachsen, dann liegt das Problem ganz woanders.

Professionelle Bodenanalyse

Eine Bodenanalyse zeigt, in welcher Konzentration die Hauptnährstoffe von Pflanzen vorliegen, also Phosphor, Kalium und Magnesium, sowie die Humuskonzentration. Auch der Säuregehalt des Bodens, der pH-Wert, wird bestimmt. Das ist wichtig, weil manche Pflanzenarten ganz bestimmte pH-Werte bevorzugen. Für die Bodenprobe werden an rund zehn Stellen des Problembereichs Proben entnommen. Wer kein Spezialwerkzeug hat, kann einfach den Spaten verwenden. Dazu gräbt man ein etwa zehn Zentimeter tiefes Loch (je nach Nutzung der Fläche etwas tiefer) und entnimmt etwas Erde, die dann am Ende in einem Eimer gesammelt wird. Anschließend 500 Gramm abwiegen und in einen Haushalts-Plastikbeutel füllen. Diesen mit Namen und Nutzungsfläche – zum Beispiel Gemüsebeet oder Rasen – beschriften und an ein entsprechendes Labor schicken. Eine genaue Anleitung und eine Liste diverser Labore, die eine solche Analyse durchführen, gibt es auf der Seite des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg.

Zu wenig Humus

Häufig zeigt die Analyse, dass zwar genügend Nährstoffe vorhanden sind, dafür aber der Humusgehalt im Boden zu niedrig ist. Humus besteht zum Großteil aus Pflanzenresten, die von Bodenorganismen in mikroskopisch kleine Teile zerlegt werden. Auch die Reste von Tieren und Mikroorganismen werden letzten Endes in Humus umgewandelt. Humus ist Speicher- und Puffermedium für Wasser, Nähr- und Schadstoffe. Ist der Humusgehalt zu niedrig, kann die Pflanze unter Umständen schlechter versorgt werden. Fehlt Humus, ist auch der Boden weniger geschützt vor Erosion, da die schützende Krümelstruktur nicht so gut ausgebildet ist.

Als Humus werden alle in und auf dem Boden abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Stoffe, sowie deren Umwandlungsprodukte definiert. Nicht dazu zählen lebende Wurzeln sowie die Bodenflora und -fauna.

Kompost in einer Schubkarre (Foto: Imago, SWR, imago/Panthermedia)
Imago imago/Panthermedia

Humusaufbau

Um eine dickere Humusschicht zu bekommen, braucht der Boden genug organisches Material, das dann von den Bodenorganismen wieder in Nährstoffe umgewandelt werden kann. Viel organisches Material bekommt der Boden durch Kompost. Jedes Jahr sollte der Gartenbesitzer deswegen etwa drei bis fünf Liter Kompost auf einen Quadratmeter Boden aufbringen und einarbeiten. So kann die Humusschicht langsam wachsen. Auch eine jährliche Gründüngung hilft, um den Boden zu verbessern. Das sind Pflanzen wie Perserklee, Gelbe Lupine oder auch Phacelia, die sehr schnell wachsen und den Boden bedecken. Mit ihren Wurzeln lockern sie einerseits den Boden und andererseits können diese Pflanzen nach wenigen Wochen bereits abgeschnitten und wieder in den Gartenboden eingearbeitet werden.

Mikroorganismen

Danach kommen die unzähligen im Boden lebenden Kleinlebewesen und Mikroorganismen ins Spiel. Allein in einem Teelöffel Boden kann man bis zu einer Million Bakterien, rund 120.000 Pilze und 25.000 Algen finden – alle mikroskopisch klein. Die kleinen Helfer verwerten und zersetzen die Grünmasse und wandeln sie in wertvollen Humus um. Die dabei frei werdenden Nährstoffe wirken dann im nächsten Jahr als natürlicher Dünger.

STAND