Beten, Schnecken oder Laser: Was hilft wirklich gegen Warzen?

AUTOR/IN
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Warzen sind lästig, oft schmerzhaft und schwer wieder loszubekommen. Die einen schwören auf Wegbeten, die anderen auf Schneckenschleim, aber was hilft wirklich?

Wie bekommt man Warzen? 

Durch Ansteckung. Humane Papillomaviren dringen durch feine Risse in die obere Hautschicht ein und veranlassen die befallenen Zellen zur Überproduktion von verhornten Hautzellen. Ist die Warze am Fuß, wird sie durch das Auftreten ins Gewebe gedrückt, was zu einer Dornwarze führt. Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht richtig ausgebildet ist.

In der Schulzeit ist der Schwimmunterricht ein Risiko. Gerade im Winter ist die Haut trocken und dadurch empfindlicher für Infektionen. Über den Fußboden, direkten Hautkontakt oder gemeinsam genutzte Handtücher kann das Virus schnell übertragen werden. Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollte man Handtücher und Waschlappen nicht teilen und möglichst oft bei 90 Grad waschen, damit Viren abgetötet werden. Wer bereits eine Warze hat, sollte diese beim Eincremen aussparen, sonst droht Selbstansteckung und eine neue Warze an der Hand.

Wie wird man Warzen los?

Der Gang zur Apotheke ist für die meisten der erste Schritt, wenn sie eine Warze plagt. Dort werden Vereisungssprays, Warzenpflaster und Tinkturen angebotenen. Sie sollen die Warze zum Absterben bringen.

Hilft das alles nichts, folgt der Gang zum Hautarzt. Sein Vereisunggerät arbeitet mit flüssigem Stickstoff, der die Warze zwar abtötet, aber auch das umliegende Gewebe angreift. Schonender ist die sogenannte Lichttherapie: Dabei wird das Gewebe mit Infrarotlicht bestrahlt, was zu einer besseren Durchblutung führt und dass Immunsystem aktiviert.

Bedeutend unangenehmer ist die operative Entfernung der Warze. Durch den Einsatz von Laser wurde der Eingriff in jüngster Zeit zwar optimiert, schmerzhaft ist er trotzdem.

Helfen alternative Heilmethoden?

Manche lassen Schnecken über ihre Warze kriechen. Ob deren Schleim tatsächlich gegen Warzen hilft ist unklar. Ganz anders bei Bananenschalen. Deren bioaktive Inhaltstoffe stärken das Immunsystem ebenso wie ein Pflaster mit Knoblauch oder Zwiebeln. Kreide soll die Warze austrocknen. Für sechs Tage aufgebrachtes Klebeband soll sie ersticken. Teebaumöl wirkt antibakteriell. Auch Kräuter wie Arnika und Schöllkraut sollen schon geholfen haben.

Die Wirksamkeit dieser Hausmittel lässt sich wissenschaftlich schwer nachweisen, da Warzen gewöhnlich ohnehin nach einer Weile verschwinden. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Das gilt auch bei der Suggestion, dem sogenannten Wegbeten.

Am ersten Freitag nach Vollmond betet Anneliese Hoch im oberschwäbischen Haisterkirch Warzen weg. Seit über 30 Jahren tut sie dies im Namen der Heiligen Dreifaltigkeit. Ihre Patienten vertrauen ihr, denn oft konnten die Hautärzte ihnen nicht dauerhaft helfen.

„Ich sage jedem: Ich kann es nicht versprechen. Aber wenn es der Herrgott zulässt, passiert es. Bei dem einen geht die Warze nach vier-, fünfmal schon weg, bei dem anderen dauert es drei Jahre. Warum, weiß ich nicht."

Anneliese Hoch, Heilerin, Haisterkirch

Mehr Videos der Landesschau

AUTOR/IN
STAND