Bahnanwohner in Gundelfingen Das große Hoffen auf weniger Bahnlärm

Eigentlich gilt die Bahn als sauberes Verkehrsmittel. Ihr entscheidendes Umweltproblem aber ist der Lärm. Mehr als ein Drittel der Deutschen fühlt sich davon belästigt oder gestört. Dabei soll künftig noch viel mehr Verkehr auf die Schienen. 

Welche Auswirkungen hat Bahnlärm auf uns?

Lärm macht krank, das weiß inzwischen jeder. Laut einer Schweizer Studie belastet Bahnlärm schon ab 40 Dezibel das Herz. Martin Röösli, Umweltepidemiologe vom Reisemedizinischen Zentrum Swiss TPH Basel: "Der Puls steigt an, beeinflusst auch den Stoffwechsel, Blutzucker wird ausgeschüttet als Stressreaktion. Und wenn das langfristig und immer wieder vorkommt, kann das zu entsprechenden Erkrankungen führen. Das kann zum Beispiel Herzinfarkt oder Diabetes sein."

Wie viel Bahnlärm ist erlaubt?

Es gibt keine generelle Regelung was Bahnlärm angeht. Nur bei Neubaustrecken der Bahn ist klar: An den Hausfassaden in Wohngebieten dürfen nachts nicht mehr als 49 Dezibel und tagsüber nicht mehr als 59 Dezibel Lärm ankommen. An alten Strecken gilt diese Lärmgrenze nicht, hier investiert der Bund nur wenig und auf freiwilliger Basis in den Lärmschutz.

Wie wird Bahnlärm berechnet?

Es kommt nicht nur auf die Lautstärke, sondern auch auf die Auslastung einer Strecke an. Die genauen Zahlen der Verkehrsprognose 2030 hat das Bundesverkehrsministerium aber noch nicht bekannt gegeben. Die Anwohner der Neubaustrecke fürchten, dass die Bahn den Lärmschutz mit geringeren Zugzahlen klein rechnet und verschweigt, dass die Züge dafür länger werden.

Bahnanwohner in Freiburg beispielsweise können vorerst nur die Fenster schließen, auf die Güterumfahrung warten und hoffen, dass immer mehr Waggons auch tatsächlich leiser werden. Denn ab dem Jahr 2020 müssen alle Güterzüge auf leise Verbundbremsen umgerüstet sein, so der Lärmschutzbeauftragte der baden-württembergischen Landesregierung Thomas Marwein.

STAND