Eine Woche im Hallschlag: Sozialwohnungsbau im Wandel

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AUTOR/IN
Vanessa Sieck, Christop Ulmer

Die Mieter müssen raus und es fällt Ihnen schwer, die eigene Wohnung zu verlassen. Aber in den Sozialwohnungen des Teilgebiets 6 im Hallschlag regnet es durch die Dächer, der Sanierungsbedarf ist riesig. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft baut die Häuser nun grundlegend um und alle Bewohner müssen raus. Für viele bedeutet ein Umzug viel, sie sind hier oftmals seit Jahrzehnten verwurzelt. Aber die Mieter bekommen andere Wohnungen der SWSG angeboten, oftmals sogar im Hallschlag. Und sie haben auch später das Recht, in die neu gebauten oder sanierten Häuser zurückzukehren, wenn sie sich die neue Miete dann noch leisten können.

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Christl Lischka lebt seit 50 Jahren im Hallschlag

Auch wenn Christl Lischka nicht mehr so viel raus kann mit ihrer Lungenkrankheit COPD, aber man merkt ihrer kräftigen Stimme und ihrer toughen Sprache schon an: Die Frau hat in ihren fast 82 Jahren einiges erlebt und sich durchsetzen müssen. Ein wildes Leben, und das eigentlich immer im Hallschlag. Nachdem sie mit 15 aus einem Kinderheim in Thüringen abgehauen und auf der Schwäbischen Alb gelandet ist, kam sie irgendwann hierher. Als Bedienung lernte sie ihren späteren Mann, einen Kellner, kennen. Als sie Ende der 60er für sich und ihre drei Kinder eine Wohnung suchte, merkte sie schnell, was Wohnungsnot in Stuttgart bedeutete. Keine Chance, Absagen vom Wohnungsamt. Bis sie dann einen empörten Brief an Oberbürgermeister Klett schrieb: Ob ein Kellner denn nichts sei, fragte sie ihn. Tage später hatten sie ein Angebot der Wohnungsgesellschaft und seit über 50 Jahren lebt sie nun im Hallschlag. Wenn sie auf ihren kleinen Balkon geht und so über die Häuser guckt, dann sagt sie: Hallschlag, das ist meine Heimat. Mein Dorf. Hier hält man zusammen.  mehr...

Landesschau Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

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