Wie Sie Borkenkäfer von Ihrem Garten fernhalten

Der Borkenkäfer wird in den Wäldern des Landes zu einem immer größeren Problem. Lange Trockenphasen schwächen die Bäume und ihre Widerstandskraft gegen die Schädlinge. Sind die Bäume befallen, lassen sie sich kaum retten. Und das gilt nicht nur im Wald, sondern auch im Garten.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Die meisten Menschen kennen Borkenkäfer als Waldschädlinge, wo die kleinen Tierchen massive Schäden anrichten können. Gerade in Jahren mit trockenen, heißen Sommern und milden Wintern vermehren sich die Käfer rasend schnell.
Normalerweise entwickeln die Insekten nur zwei Generationen pro Jahr. In extrem trockenen Jahren wie z.B. 2018 können sich jedoch immer häufiger drei ausgewachsene Käfergenerationen entwickeln. Ein einzelnes Weibchen kann so in nur einem Sommer bis zu 100.000 Nachkommen hervorbringen. Bereits 200 Käfer reichen aus um eine Fichte zu zerstören.

Welche Bäume sind in Gefahr?

Borkenkäfer befallen vor allem Bäume, die geschwächt sind, beispielsweise durch lange Trockenheit. Aber auch vor gesunden Nachbarbäumen machen sie im Zweifelsfall nicht halt. Jede Borkenkäferart hat eine bevorzugte Baumart. Der in Deutschland am weitesten verbreitete „Buchdrucker“ liebt vor allem Fichten, genauso wie der kleinere aber aggressivere „Kupferstecher“. Andere Arten befallen aber auch Kiefern, Buchen, Eichen, Obstbäume, Thuja, Wacholder und Scheinzypressen. Durch den Hohen Anteil an Fichten in Deutschland konnte sich besonders der Buchdrucker in den letzten Jahren massiv ausbreiten.

Woran erkennt man einen Borkenkäferbefall?

Die braunschwarzen Borkenkäfer sind nur wenige Millimeter groß. Das macht es so schwer, sie zu entdecken. Die Schädlinge bohren sich in die Rinde (oder Borke, daher der Name) der Bäume und legen ihre Eier darin ab.

Erster Hinweis für einen Befall ist braunes Bohrmehl in den Rindenschuppen und am Fuß des Stammes. Schaut man sich die Rinde genauer an, entdeckt man kleine, runde Bohrlöcher. Mit Harzabsonderung versuchen sich die Bäume gegen die Eindringlinge zu wehren. Außerdem locken die Käfer und Larven unter der Rinde Spechte an, die auf Nahrungssuche die Rinde abschlagen. Mit ihren Fraßgängen zerstören die Tiere wichtige Leitungsbahnen der Bäume, was zu verkümmerten Ästen, vorzeitigem Laubabfall, vertrockneten Baumkronen - und letztendlich zum Absterben - führt. Löst man die locker sitzende Rinde, erkennt man im Stamm die typischen Fraßspuren der Käfer und Larven.

Borkenkäfer (Foto: SWR, SWR -)
SWR -

Was Gartenbesitzer jetzt tun sollten:

  • Kontrollieren Sie Ihre Bäume und Gehölze regelmäßig, vor allem die Fichten.
  • Hat sich der Schädling in Ihren Bäumen angesiedelt, handeln Sie umgehend: Entfernen Sie befallen Äste und Triebe. Stark befallene Bäume sollten Sie bis spätestens im Frühjahr fällen, bevor die nächste Käfergeneration die Chance hat zu schlüpfen und sich der Schädling weiter ausbreiten kann.
  • Ein umgehendes Entrinden des Baumes stoppt die weitere Entwicklung der Larven.
  • Beseitigen Sie das betroffene Holz und die Rinde schnellstmöglich aus dem Garten.
  • Befallenes Holz sollten Sie nicht lagern, denn bis das Holz getrocknet ist, kann sich der Borkenkäfer weiter verbreiten.
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