Kaiserstuhl Der Wiedehopf ist zurück

Der Wiedehopf zählt er zu den prächtigsten Vögel, die unsere Heimat zu bieten hat. Am Kaiserstuhl brüten derzeit rund 100 Paare. Wir waren beim Beringen der Jungvögel dabei.

Früher gab es den Wiedehopf zahlreich, doch dann schrumpfte die Population auf wenige Paare, auch weil sich die Landschaft veränderte. Am Kaiserstuhl ist er jetzt zurück - dank eines Artenschutzprogramms des Landes. Der Freiburger Ornithologe Christian Stange kümmert sich im Auftrag des Regierungspräsidiums um diesen außergewöhnlichen Vogel.

Der Punk unter den Vögeln

Schon die jungen Wiedehopfe haben einen prächtigen Irokesen. Die Federhaube macht ihn unverwechselbar. Und er hat seine ganz eigene Verteidigungsstrategie: Er wehrt sich gegen Eindringlinge mit seinem Kot. Den spritzt er von sich und das riecht man deutlich.

Am Kaiserstuhl fühlt sich der selten Vogel wohl. In alten Winzerhütten haben Stange und seine Kollegen unzählige Nisthöhlen angebracht. Und so wuchs die Anzahl der Wiedehopfe in den vergangenen 20 Jahren von fünf auf über 100 Paare an. In den Grünstreifen zwischen den Reben sucht der eigenwillige Vogel nach Maulwurfsgrillen und Engerlingen.

Der Wiedehopf ist ein Zugvogel. Im September wird er den Kaiserstuhl verlassen und in den Süden nach Afrika fliegen. Eine gefährliche Reise, wie Ornithologe Christian Stange erzählt. An der ägyptischen Küste sind auf über 600 Kilometern Netze gespannt, mit denen Zugvögel gefangen werden. Doch der Wiedehopf kommt oft mit dem Leben davon, wohl auch seines strengen Geschmacks wegen. Wenn alles gut geht, kehrt er im Frühjahr zurück an den Kaiserstuhl.

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