Initiative "Blütenkorn" in Schöntal Wie Landwirte die Insekten retten wollen

Die Felder sollen wieder aufblühen - zumindest wenn es nach der Initiative "Blütenkorn" geht. Sie überzeugt Landwirte davon, "Blühstreifen" in ihren Feldern zu säen. Zum Wohl der Insekten.

Dauer

Monotonie, soweit das Auge reicht - das ist unsere Landwirtschaft heute. Diese Monotonie macht auch den Insekten zu schaffen, denen es an Nahrung mangelt. Laut WWF gibt es rund 75 Prozent weniger fliegende Insekten als noch vor 30 Jahren.

Alle reden davon, dass sich auf Äckern und Feldern etwas ändern muss. Aber Biobauern bewirtschaften heute gerade einmal 7,5 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Der Rest der Bauern macht weiter mit Dünger, Gülle, Pestiziden - immer mit dem Preisdruck im Nacken. Aber es gibt vielleicht einen dritten Weg, einen, der die konventionellen Bauern überzeugen kann.

Endlich wieder Blumen im Feld

Kornblume mit Biene (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Nahrung für Bienen picture-alliance / dpa -

Das zumindest ist der Ansatz der Initiative "Blütenkorn". Sie setzt sich dafür ein, dass Bauern in ihren Feldern zwei Meter breite "Blühstreifen" säen. Und zwar alle 12 Meter - in den Fahrspuren der Traktoren.

Von Korntal-Münchingen bis ins Jagsttal finden sich schon einige dieser gestreifte Felder: 13 Bauernhöfe machen mit - unter dem Dach der "Betriebsgemeinschaft Neuhof". Diese Art von Getreideanbau ist für die Bauern weniger ertragreich, denn für die Blühstreifen geben sie fünf Prozent ihrer Anbaufläche her. Und damit fallen auch rund fünf Prozent der Ernte weg. Aber eine regionale Verarbeitung und Vermarktung des Getreides sollen für den notwendigen finanziellen Ausgleich sorgen.

Die Kornfelder der Zukunft

Der Anfang ist gemacht. Noch aber muss viel Überzeugungsarbeit bei den Landwirten geleistet werden. Doch mit Initiativen wie "Blütenkorn" das Insektensterben stoppen und Bienen & Co. mehr Nahrung bieten, das könnten die Kornfelder der Zukunft sein.

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