Wahlplakate von verschiedenen Parteien (Foto: imago stock&people - imago/Eibner)

Bundestagswahl 2017 Wahl-O-Mat, DeinWahl und WahlSwiper

Fast jeder zweite Wähler weiß noch nicht, für wen er bei der Bundestagswahl stimmen will. Höchste Zeit, sich mit den Inhalten der einzelnen Parteien auseinanderzusetzen.

46 Prozent der Wähler sind noch unentschlossen, welche Partei sie bei der Bundestagwahl wählen sollen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach im Auftrag der F.A.Z. (herausgegeben am 22.8.2017). Entscheidungshelfer findet man im Internet:

Wahl-O-Mat: der Positionsvergleich

ein Mann macht an einem Tablet den Wahl-O-maten (Foto: imago/Jürgen Schwarz -)
imago/Jürgen Schwarz -

Das bekannteste Medium dafür ist der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung.

Der Wahl-O-Mat ermittelt in über 38 Fragen, welche Partei den eigenen Positionen am nächsten kommt. Am Ende kann man acht Parteien auswählen, die bei der Auswertung berücksichtigt werden. Über ein Balkendiagramm sieht man dann, wie hoch die Übereinstimmung der eigenen Antworten mit den Positionen der Parteien ist.

Seit 2002 gibt es den Wahl-O-Mat in Deutschland und wurde insgesamt er über 50 Millionen Mal gespielt. Aber es gibt auch Alternativen:

deinWahl.de: der Realitätscheck

Strichzeichnung eines lachenden Wahls (Foto: Homepage deinwahl.de -)
Homepage deinwahl.de -

deinWahl.de greift 42 Abstimmungsthemen aus der vergangenen Legislaturperiode auf und fragt nach, wie man selbst dazu entschieden hätte. Fragen sind beispielsweise "Soll die Ehe für alle kommen?" oder "Soll es eine PKW-Maut geben?". Wie die Parteien bei einzelnen Fragen abgestimmt haben, können die Nutzer bei jeder Frage direkt nachsehen. Am Ende wird angezeigt, mit welcher Partei man auf einer Linie liegt und mit welcher eher nicht.

Großes Manko: Es sind nur die Parteien aufgeführt, die in der letzten Legislaturperiode auch im Bundestag saßen. FDP und AfD fehlen beispielsweise, weil sie nicht vertreten waren und damit auch an keiner Abstimmung teilgenommen haben.

WahlSwiper: die Tinder-Methode

Zwei Handys mit der wahlswiper-App (Foto: Homepage Wahlswiper -)
Homepage Wahlswiper -

Was beim Verkuppeln von Singles hilft, könnte doch auch bei der Wahl helfen, haben sich die Macher vom WahlSwiper gedacht! Denn ähnlich wie bei der Flirt-App Tinder kann man hier durch Wegwischen nach links oder rechts 30 Fragen mit ja oder nein beantworten. Frage Nummer eins lautet beispielsweise: "Soll ein bedingungsloses Grundeinkommen als Ersatz für andere Sozialleistungen eingeführt werden?" Ja-Sager wischen nach rechts, Nein-Sager nach links. Wer sich nicht festlegen will, kann Fragen auch überspringen oder sich ein Video zu dem Themenbereich ansehen.

Am Ende zeigt der WahlSwiper an, zu wie viel Prozent man mit den 23 Parteien, die die Fragen der App-Macher im Vorfeld auch beantwortet haben, übereinstimmt. Das Ergebnis kann man auf dem Handy speichern und den WahlSwiper zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal durchspielen.

Die App ist flott runtergeladen, sieht gut aus, ist kostenlos und dauert nicht mal fünf Minuten.

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