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Sie leben seit vier Millionen Jahren auf der Erde und ihr letzter Rückzugsort ist der Nationalpark Komodo in Indonesien. Komodowarane sind die größten Echsen der Welt.

Ranger David Robert Hau steht mit einem langen Stock hinter einem Waran (Foto: SWR, SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer)
Ranger David Robert Hau, Fachmann für Komodowarane SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer

Seit über 30 Jahren ist David Robert Hau Chef-Ranger im Nationalpark Komodo. Keiner kennt die Insel und seine Bewohner, die riesigen großen drachenähnlichen Komodowarane, so gut wie er. David ist der einzige Ranger, der selbst in die entlegensten Winkel des Parks vordringt und auch andere gefährliche Tiere wie die javanische Speikobra aufspürt. David Robert Hau hat in seinem Leben mehr Zeit mit den Tieren verbraucht als mit seiner Familie.


Ein Kreuzfahrtschiff verlässt Komodo. In den letzten Jahren ist die indonesische Insel zunehmend beliebter bei Tourismusveranstaltern geworden. Eine Win-Win-Situation: Die Komodowarane garantieren Nervenkitzel bei den Besuchern aus aller Welt. Die dadurch eingenommenen Gelder ermöglichen sowohl dem Nationalpark als auch den Einheimischen, die vom Souvenir-Verkauf leben, ein gutes Auskommen. Bedingung ist, dass weder die Natur noch die Tiere gestört werden. Um das zu gewährleisten, sind die Nationalparkhüter im Einsatz.

Nationapark Komodo - Leben mit Waranen

Einfaches Boot im Vordergrund, im Hintergrund großer Ozeandampfer (Foto: SWR, SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer)
Mehr als 1.000 Passagiere pro Kreuzfahrtschiff wollen sie sehen – Komodowarane, die mit bis zu über drei Metern größten Echsen der Welt. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Komodowarane gibt es nur noch hier. Um ihren letzten Lebensraum zu sichern, wurde das Gebiet 1980 von der Republik Indonesien zum Nationalpark erklärt. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
David Robert Hau kennt die Komodowarane wie kaum ein anderer. Seit über 30 Jahren ist er Ranger im Nationalpark Komodo. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Komodowarane sind mit einer Länge von bis zu drei Metern die längsten Echsen der Welt. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Der Nationalpark Komodo ist der letzte Rückzugsort der Riesenechsen, die seit etwa vier Millionen Jahren auf der Erde leben, aber erst vor 100 Jahren entdeckt wurden. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Warane, die in der Nähe des Rangercamps aufgewachsen sind, verlieren ihre Scheu vor den Menschen. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Die vermeintlich trägen Komodowarane darf man nicht unterschätzen. Auf Komodos Nachbarinsel Rinca gab es schon mehrfach Zusammenstöße zwischen Mensch und Tier. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Ältere Komodowarane jagen kaum. Meist fressen sie Beutetiere, die von allein gestorben sind oder die von jüngeren Waranen gerissen wurden, die deutlich wendiger sind. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Junge Komodowarane verbringen ihre ersten beiden Lebensjahre meist auf Bäumen. Dort sind sie relativ sicher, vor allem vor größeren Artgenossen. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Der Nationalpark Komodo besteht aus drei großen Inseln, Komodo, das ist die größte, Padar im Süden und Rinca. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Die Bedeutung der Giftdrüsen der Komodowarane und die des vermeintlich infektiösen Speichels sind in der Wissenschaft umstritten. Nach Davids Beobachtungen spielen beide Faktoren bei der Jagd keine wesentliche Rolle. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Auf Komodo gibt es viele verschiedene Tierarten, etwa die nur hier vorkommenden blaue Variante der ursprünglich grünen Weißlippenbambusotter. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
David Hau hat beobachtet, dass bei den Javanischen Speikobras die Hautlappen am Hals unterschiedlich groß sind. SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen
Das Team auf Tuchfühlung mit einem Komodowaran: Autor Markus Schmidbauer, Kameramann Paul Hien und Protagonist David Hau (v.l.n.r.). SWR/Medienkontor - Markus Schmidbauer Bild in Detailansicht öffnen

Chef-Ranger David Hau hat viel zu tun. Seit über 30 Jahren kontrolliert er die Bestände nicht nur der Riesenechsen, sondern auch anderer einheimischer Arten wie etwa der blauen Weißlippenbambusotter. Im Laufe der Jahre hat er sich so einen einmaligen Wissensschatz über das Verhalten und den Charakter der Tiere angeeignet, der ihm nun zugutekommt. Bei über 1.000 Passagieren pro Kreuzfahrtschiff können es die Ranger nicht dem Zufall überlassen, ob die Touristen die Warane sehen. Dies ist aber nötig, um ihnen das Aha-Erlebnis zu bieten.

Folglich müssen David und sein Team die imposanten Tiere an einen speziellen Platz locken, wo sie jedoch nicht mit den Menschen aneinandergeraten dürfen. Denn auf den anderen Inseln gab es schon tödliche Bisse. Eine nicht immer einfache Gratwanderung.

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