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Perfektes Aussehen, perfektes Styling, keine Falten, keine großen Nasen, keine dünnen Lippen, das sind die Gesetze, an denen ab dem Mittelstand in der Beiruter Gesellschaft kaum eine Frau vorbeikommt.

Filmemacher Pierre Combroux wollte wissen, was die Libanesinnen antreibt, sich scheinbar ohne Kritik, ohne Klage so sehr in einen kosten- und nervenaufwändigen Wettbewerb zu werfen.

Combroux und seine Team treffen Beiruter Frauen mit unterschiedlichstem Hintergrund: Freiberuflerinnen, Angestellte, Hausfrauen, Intellektuelle und vor allem junge Mädchen. Die Gespräche mit ihnen zeigen, trotz der vielen, unterschiedlichen Religionsgruppen, die Rollenmuster fast in der gesamten Gesellschaft gleich sind. Dass hinter einer strahlenden, scheinbar extrovertierten Fassade meist nichts anderes steckt als ein System strenger und vor allem für Frauen unverrückbarer Konventionen.

Sherazade auf Stöckelschuhen Sherazade auf Stöckelschuhen - Moderne Frauen in Beirut

"In der libanesischen Gesellschaft zählt der schöne Schein", konstatiert gleich zu Beginn des Films eine Architektin, "selbst während des Krieges waren die einzigen Läden, die durchgehend vollen Betrieb hatten, die Friseursalons." Noch immer sind der Bürgerkrieg und die Grüne Linie, an der sich 15 Jahre lang Christen und Moslems in Beirut bekämpften, das gemeinsame Trauma der libanesischen Gesellschaft.

Wie sehr diese Erfahrung das Verhalten und selbst die subtilsten Muster noch immer beeinflusst, bringen die Gespräche über den "schönen Schein" und die "perfekte Inszenierung" auf überraschende Weise ans Licht.

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