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Von Mandalay ins Delta

Im zweiten Teil unserer Dokumentation beginnen wir die Reise in Mandalay und fahren bis ins Delta hinunter.

In Mandalay lehrt Mönch Owen, 24 Jahre jung, in einer Schule kritisches Denken im Sinne Buddhas. Mit seinen Schülern unternimmt er einen Ausflug zu den Hügeln von Sagaing, dem Zentrum buddhistischer Lehre im Land. Hoch überm Fluss leben über 8.000 Mönche und Nonnen.

Das größte Schiff auf dem Fluss, die "Mya-Ayeya", kennt jedes Kind. Die 100 Jahre alte zweistöckige Fähre mit ihren zwei vertäuten Lastkähnen ist ein schwimmender Supermarkt, der viermal jährlich Birmas großen Strom rauf- und runterfährt, Über die Schiffslautsprecher ertönt der "Marktbootsong", wenn sich das Schiff einem Dorf nähert. Dann wird bis abends um zehn Markt abgehalten, eine Sensation für die entlegenen Dörfer. Leider will die Regierung das Marktboot stilllegen, heißt es. Mit der Öffnung Myanmars setzt man auf Straßenbau.

Yangon, das britische Rangun, ist der Heimathafen des Marktbootes und die größte Stadt des Landes. Direkt am Hafen liegt die koloniale Altstadt. Von hier aus haben die Briten einst ihre Kolonie regiert. Durch die lange Isolation des Landes ist die Stadt bis heute geprägt vom Charme Kolonialgebäude. Manche sind morbide, andere werden als Schulen, Krankenhäuser oder Gerichte bis heute genutzt, in allerberster Lage zumeist. Nun bieten Investoren viel Geld, um die kolonialen Erbstücke abzureißen und Hochhäuser zu bauen.

Mit einer Marionetten-Theatergruppe verlässt der Film Yangon. Kurz vor der Mündung verzweigt sich der Strom in ein mächtiges Delta. Wo der längste Flussarm in den Golf von Bengalen mündet, steht die letzte goldene Pagode des Ayeyarwady.

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