Kambodschas weibliches Gesicht

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Frauen im Land der Khmer

Noch heute leidet Kambodscha unter den Folgen von 30 Jahren Bürgerkrieg und den während der Herrschaft von Pol Pot verübten Verbrechen. Massenmord, Verschleppung und Folter – kaum eine Familie, die keine Opfer zu beklagen hätte.

Besonders lastet das Trauma auf den Frauen. Normalität leben, den Schmerz unterdrücken, schön sein wie eine Apsara, eine der himmlischen Nymphen, die die Khmer-Tempel schmücken, so könnte man die Erwartungen, die das Land an seine weibliche Bevölkerung richtet, auf einen Nenner bringen.

Filmemacher Pierre Combroux hat sich in Phnom Phen mit Frauen unterschiedlichster Herkunft getroffen und mit ihnen über „Weiblichkeit“ und „Schönheit“ gesprochen. Themen, die unter den Roten Khmer als dekadente Produkte des Klassenfeindes galten und gefährlich waren. Sogar der klassische Apsara-Tanz war verboten, die Tänzerinnen und Musiker des königlichen Balletts wurden in Arbeitslager gesteckt und fast alle ermordet. Dass alte Choreographien noch erhalten sind, ist allein der überlebenden Tänzerin Vong Metry zu verdanken.

Der Film besucht die Schule, sie mithilfe von Spendengeldern gegründet hat, um Waisenkindern eine Ausbildung im klassischen kambodschanischen Tanz zu ermöglichen. Aus der jungen Szene von Phnom Phen trifft er die Performerin Belle Chumvan, die sich nach der neunjährigen klassischen Ausbildung von Break Dance und Michael Jackson beeinflussen ließ und eine erfolgreiche junge Truppe aufgebaut hat.

Die Rapperin und Fassaden-Künstlerin Lisa Mam beschäftigt sich in ihren Songs und Bildern mit Weiblichkeit und Mutterschaft, denn für sie sind das die Säulen von „Frauen-Power“. Eine der großen Kino-Diven aus der Zeit vor der Diktatur erzählt von der blühenden Filmindustrie der 60-er Jahre, auch sie fiel dem Wüten des Terrorregimes zum Opfer. Ein traditionelles Handwerk der Khmer, ihre einzigartige Webtechnik, lernen wir durch den Designer Eric Raisina kennen, der die Stoffe der Kambodschanerinnen auf die Laufstege der internationalen Haute Couture brachte.

Eine neue Generation wächst heran Kambodschas weibliches Gesicht

Von jungen Barmädchen und Schülerinnen einer Hotelfachschule erfahren wir von den Bedingungen, unter denen die Landbevölkerung lebt und wie schwer es für Jugendliche aus dem ländlichen Milieu es ist, eine Schule abzuschließen und anschließend eine Ausbildung zu bekommen.

Die Frauen und Mädchen, die sich in Pierre Combroux‘ Film äußern, zeigen ein Land im Umbruch. Ein Land, dessen Bevölkerung im Durchschnitt 22 Jahre alt ist und das sich, um sein Trauma zu überwinden, neu definieren muss. Dabei sind es vor allem die Frauen, die mit tradierten Rollen brechen, um den Weg in eine bessere Zukunft zu bahnen.

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