Blick auf die Ponte Vecchio und die Uffizien am Fluss Arno (Foto: SWR, SWR/Moers Media - Moers Media/Anna-Lena Maul)

Freiburger Kunsthistoriker modernisiert die Uffizien Schatzkammer Florenz

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Mit Botticellis Venus auf Facebook? Eine App für Leonardo und Michelangelo? So einfach geht's wohl nicht von der Renaissance ins digitale Zeitalter. Und doch will eines der ältesten Museen der Welt es schaffen - und Herr Schmidt soll's richten.

Ein Freiburger in Florenz

Vor drei Jahren wurde der Freiburger Kunsthistoriker Eike Schmidt als erster Nicht-Italiener zum Direktor der Uffizien in Florenz gewählt. Dem damals 47-jährigen Deutschen eilte der Ruf des Machers und Modernisierers voraus. Ein Renommee, das er sich in Museen in Los Angeles und Washington D.C. sowie bei Sotheby's in London erarbeitet hat. Und kaum zeitigten Schmidts Maßnahmen in Florenz die ersten Erfolge, kam schon das nächste Angebot. Am Ende seiner Florentiner Amtszeit wird der Kunstexperte die Leitung des Kunsthistorischen Museums Wien übernehmen.

Museumsdirektor im blauen Anzug in den Gängen der Uffizien (Foto: SWR, SWR/Moers Media - Moers Media/Peter Moers)
Eike Schmidt ist der erste Nicht-Italiener, der die Uffizien leitet. SWR/Moers Media - Moers Media/Peter Moers

Die Uffizien - Schatzkammer der Bildenden Kunst

Die größte Herausforderung für Eike Schmidt ist die Anziehungskraft des ehrwürdigen Hauses. Auch wer nur ein langes Wochenende in Florenz verbringt, will Michelangelo, Leonardo da Vinci, Botticelli und Caravaggio sehen. 7.000 Menschen drängen sich pro Tag vor ihren Werken, nicht selten nur, um Selfies zu schießen. Schlimmer noch: Die 2,2 Millionen Menschen, die pro Jahr durch die Räume der Uffizien fluten, schwitzen, atmen und husten. Den kostbaren Gemälden der Renaissance tut das gar nicht gut. Maßnahmen zum Schutz der Florentiner Kunstschätze sind dringlicher denn je; zu lange wurde an entsprechenden Vorkehrungen gespart.

Lange Warteschlange am Eingang der Uffizien (Foto: SWR, SWR/Moers Media - Moers Media/Peter Moers)
Wartezeiten bis zu drei Stunden sind bei den Uffizien keine Seltenheit. SWR/Moers Media - Moers Media/Peter Moers

Von der Renaissance ins 21. Jahrhundert - die Uffizien erneuern sich

Mit seinem eloquenten Charme, seinem Fachwissen und seinem nachhaltigen Denken hat Schmidt in seiner Amtszeit viel bewegt. Besucherströme behindern sich nicht mehr gegenseitig, sie werden klug und geschickt gelenkt. Der Selfie-Macher wird nicht mehr als Kunstbanause in Kauf, sondern als moderner Besucher ernst genommen. Die dem Museum angeschlossenen Bereiche wie der Palazzo Pitti oder der Boboli-Garten sind im Tagesticket enthalten. In nur wenigen Jahren haben die Uffizien mit Eike Schmidt eine Menge Staub abgeschüttelt und sind im 21. Jahrhundert angekommen.

Mit opulenten Bildern und Luftaufnahmen führt die Dokumentation durch das Florenz der Renaissance - immer an der Seite des deutschen Direktors Schmidt.

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