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Tagebuch Familie Wolter / Langewort, Tagebucheintrag von Folge 3

Claudias Tagebuch für Familie Wolter / Langewort aus Koblenz (Folge 3)

Familie Wolter-Langewort

Familie Wolter-Langewort

Drei Wochen sind um. Wo bekommen wir Milch her?

Wir sind nicht stolz darauf, aber Dirk und ich sind nun mal richtige Kaffee-Junkies. Zu meinen heftigsten Zeiten habe ich alleine zwei Kannen Kaffee über den Tag verteilt getrunken. Kaffee hebt mich in den Morgen und es ist unser festes Ritual zusammen eine schöne Tasse Kaffee zu trinken, wenn Dirk nach Hause kommt. Kaffee ist warm und süß und duftet und ist eben alles, was Getreidekaffee nicht ist. Getreidekaffee ist billigster Ersatz und kostet uns jeden Tag unverschämte 2 Minuspunkte für fast nicht vorhandenen Genuss. Höchstens wenn man viel Milch reintut und sich echten Kaffee dabei vorstellt, hat man mit Glück ganz kurz die Illusion von Latte Macchiato. Aber dazu braucht man erst einmal Milch.

Hygiene-Hysterie

Andreas hatte am ersten Tag Milch aus der Gegend mitgebracht, aber das Problem war, dass wir viel und oft Milch brauchen. Deshalb suchten wir uns einen Biobauern, der nicht über 25 km entfernt liegt und das war überraschenderweise gar nicht so einfach, weil fast kein Milchbauer mehr direkt an Endverbraucher verkauft.

Das Milchthema interessierte auch Andreas und so bin ich mit ihm und Raphi, der die Tiere sehen wollte, zu dem Biobauern gefahren. Ich kenne das von früher, da bin ich mit dem Milchkännchen zum Bauern und der hat uns frische Kuhmilch verkauft. Gar kein Problem. Jetzt stand ich in dem Hofladen und auf dem Kühlschrank klebte ein großes Schild: "Rohmilch abkochen!" War was nicht in Ordnung mit der Milch? Der Biobauer erklärte uns, dass er das blöde Schild anbringen musste, seit diese EHEC-Bakterieninfektion die Runde machte. Das war Anfang 2011. Die EHEC-Hysterie ist also gerade kein Thema mehr, aber die Vorschriften für Direktverkäufer sind trotzdem so drastisch, dass sich fast kein Milchbauer mehr den Aufwand antun möchte an Endverbraucher zu verkaufen. Ich finde das sehr schade.

Minuspunkte

Drei Wochen sind um und Kaffee und Zucker, auch in der Marmelade, die die Kinder gerne frühstücken, ziehen uns punktemäßig runter. Eigentlich egal, denn wir machen das für uns, aber wenn man sich so anstrengt, will man bitteschön auch ein bisschen Erfolg sehen. Außerdem vermisst Dirk sein Feierabendbierchen. Heute kam er mit dem "Koblenzer" an. Noch wissen wir nicht, ob das ok ist, aber wahrscheinlich kommt auch bei dieser Sorte der Hopfen nicht von hier sondern vom Bodensee. Zwei Minuspunkte.