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Tagebuch Familie Thordsen, Tagebucheintrag von Folge 3

Tagebuch Martin und Carola Thordsen aus Karlsruhe (Folge 3)

Familie Thordsen

Familie Thordsen

Carolas Tagebucheintrag: Die zweite Woche 

Öffnungszeiten bleiben weiterhin ein Problem, aber unsere Logistik wird besser. Spontan geht gar nichts, was ich ein bisschen schade finde, aber für die meisten Produkte haben wir inzwischen feste Quellen: Bioläden, Märkte, freilaufende Bauern. Einen Metzger in der Nähe zu haben, der regionales Fleisch anbietet, ist unbezahlbar – leider im doppelten Wortsinn. Ich muss aber zugeben, dass die Qualität den Preis rechtfertigt.

 

Besuch bei der Kräuterhexe

 

Was wir immer noch schmerzlich vermissten waren Essig und Öl. Winzer soweit das Auge reicht, aber niemand produzierte Essig. Balsamico aus Italien hätten wir dagegen literweise mitnehmen können. Unerwartete Hilfe bekamen wir von einer Kräuterhexe. Susanne Koch heißt sie und sie bevorzugt die Bezeichnung "Kräuterfrau", aber ich finde, dass ihre ganzen Gläser und Töpfe und Tiegel mit Aufgesetztem und Angesetztem doch etwas von einer Hexenküche haben.

 

Die Essigmutter

 

Auf jeden Fall ist sie sehr nett und sie macht nicht nur Essig selber, sondern zeigte uns auch wie es geht. Wein wird zu Essig, wenn er zu lange steht, dachte ich und hatte es sogar ausprobiert – erfolglos. Susanne wusste woran es lag und zeigte uns ein Einmachglas, in dem so etwas qualliges, glibbriges, fischiges herumschwamm. Eine Essigmutter! Das sind Bakterien, die man braucht, damit der Alkohol im Wein umgesetzt wird und Essig entsteht. Für unsere eigene Essigproduktion durften wir ein Stück Glibber mitnehmen. Unser Essigproblem ist gelöst!

 

Und dann ließ uns Susanne von ihren Schätzen probieren: Verschiedene Arten Pesto und ihr göttlicher Zwetschgen-Likör. Martin war im Regio-Ernährungsparadies und kurz davor Susanne einen Heiratsantrag zu machen – da sprach eindeutig der Zwetschgoretto aus ihm.