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Yoga stärkt nicht nur das organische Herz und reduziert das Streßlevel, mit sogenannten Herzöfffnungsübungen werden außerdem deutlich ausgeglichenere Emotionen bewirkt.

Für unsere physische und psychische Gesundheit ist ein starkes Herz extrem wichtig. Bei Liebeskummer „bricht” das Herz, wenn wir aufgeregt sind, klopft es „bis zum Hals”, wenn wir uns erschrecken rutscht „das Herz in die Hose” und bei Traurigkeit wird es schwer.

Welche konkreten Auswirkungen hat Yoga auf das Herz?

Der Schritt auf die Matte ist ein Bonbon für die Gesundheit des Herzens. Yoga hat positive Auswirkungen auf das Nervensystem, den Blutdruck, die Lungenfunktion, die Hormone und sogar auf die Entzündungswerte im Körper.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Ausdauertraining ist wichtig für das Herz. Nun kann nicht jeder den klassischen Sonnengruß absolvieren. Deshalb zeigen wir Möglichkeiten für jeden, den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Wir beginnen im geraden Stand: Steißbein zieht nach unten das Schambein nach oben, so vermeiden sie ein Hohlkreuz. Mit der Einatmung die Arme über die Seite noch oben bringen und in die Knie gehen so kommen wir in den sogenannten Stuhl. Mit der Ausatmung die Knie noch weiter beugen und die Hände vor den Füßen ablegen, so kommen wir in eine gesunde Vorbeuge. Mit der nächsten Einatmung die Hände lösen und mit rundem Rücken wieder in den geraden Stand kommen.

Die Alternative im Sitzen:

1.) der Stuhl: Setzten sie sich vorne auf eine Stuhlkante, Beine hüftbreit auseinander. Bringen sie die Arme mit der Einatmung über die Seite nach vorne. Achten sie auf einen geraden Rücken. Mit der Ausatmung die Fersen fest in den Boden drücken ,dabei das Gewicht auf die Fersen verlagern, Waden, Oberschenkel und Bauch anspannen, die Rippenbögen schließen. Jetzt das Gesäß einige Zentimeter vom Stuhl anheben und halten. Dabei den Atem fließen lassen.

2.) Vorbeuge: Mit der Ausatmung die Hände zu den Waden oder auf den Boden vor die Füße bringen.Der Bauch liegt auf den Oberschenkeln auf, der Rücken ist rund. Mit der Einatmung die Hände lösen und langsam wieder in den geraden Sitz kommen

Was bringt das?

Das ist ein kleiner sogenannter Yoga-Flow: zwei Übungen im Wechsel des Atems. Je häufiger man diese kleine Sequenz wiederholt( ca 10 Mal) dann merkt man schon wie der Kreislauf in Schwung kommt. Dazu wird das Nervensystem beruhigt, indem der Atem ruhig fließt. Gleichzeitig ist dieser kleine Flow ein super Training für den Rücken, den Beckenboden und die Beine.

Jetzt haben wir den Kreislauf angeregt, was ist noch wichtig, um das Herz zu stärken?

Rückbeugen sind sogenannte Herzöffner im Yoga. D.h. anatomisch wird die Muskulatur um das Herz herum gedehnt und das schafft mehr Weite im Brustraum.

Warum sind Rückbeugen auch emotional wichtig?

Über die erhöhte Sauerstoffzufuhr gelangt man buchstäblich zu neuer Kraft, nicht nur körperlich, sondern auch mental.

In besonders traurigen oder stressigen Situationen kann man beobachten, dass der Atem nicht tief und ruhig fließt, sondern hektisch, oberflächlich oder „stockt“, weil der Herzraum blockiert. Man sinkt in sich zusammen, die Muskulatur verhärtet, verkrampft. Rückbeugen lösen das.

Ausführung:

Die Rückbeugen sind diffizil und man muss sehr achtsam dabei vorgehen. Entscheidend ist nicht den unteren Rücken abzuknicken, sondern die Beuge entsteht in der Dehnung des Brustraums. Mit der Einatmung die Brust immer weiter Richtung Decken heben und auf keinen Fall in ein Hohlkreuz kommen. Das Steißbein bleibt unten das Schambein oben.

Das kann man auch gut im Sitzen üben: Setzten sie sich vorne auf eine Stuhlkante und heben sie mit der Einatmung das Brustbein an. Mit jeder weiteren Einatmung können sie sich so über die Stuhllehne legen. Eine zusätzliche Dehnung sorgt eine Armbewegung nach oben oder zur Seite.

Der gerade Stand

Der Stuhl

Der Stuhl mit Stuhl

Die Vorbeuge

Die Rückbeuge

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