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Der Kleiderschrank ist voll, aber die neue Sommerkollektion lockt in den Schaufenstern! Dafür heißt es dann Platzmachen im Kleiderschrank! Doch wohin mit den aussortierten Kleidern?

Ausmisten - was muss ich beachten?

Aufräumen und ausmisten will geplant sein. Damit die Aktion auch wirklich erfolgreich ist, sollten Sie ein paar Tipps beachten:

  • Ganz wichtig ist es, bewusst an die Sache heranzugehen und einen festen Willen mitzubringen, denn entsorgen hat immer auch etwas mit Verlustangst zu tun.
  • Planen Sie einen festen Termin, an dem Sie sich nur auf diese Aktion konzentrieren und möglichst nicht gestört werden.
  • Nehmen Sie sich nicht zu viel vor, denn die Arbeit sollte gründlich durchgeführt und auch abgeschlossen werden.
  • Gönnen Sie sich auch im größten Tohuwabohu eine Pause und gehen Sie dann erneut mit Schwung an die Arbeit.
  • Entsorgen Sie aussortierte Kleidung sofort, Sie erliegen sonst der Versuchung, bereits getroffenen Entscheidungen wieder rückgängig zu machen.

Wie gehe ich vor?

Räumen Sie den ganzen Schrank aus und sortieren Sie jedes einzelne Stück, nachdem Sie es anprobiert haben, nach drei Kriterien in einen Korb:

„behalten“ – „entsorgen“ – „weiß noch nicht“

Behalten sollten Sie alles, was Sie regelmäßig tragen, aber auch die klassischen zeitlosen Dinge in neutralen Farben wie dunkelblau, schwarz, natur oder grau. Selbstverständlich schafft man auch festliche Bekleidung nicht oft an und so sollten Sie diese gut verwahrt in verschließbaren Kleidersäcken auch für wenige Anlässe behalten.

Kleidung und Schuhe liegen durcheinander auf dem Boden. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Alles, was Sie länger als ein Jahr nicht getragen haben, können Sie getrost entsorgen, denn Sie werden es auch in Zukunft nicht tragen, vielleicht weil es Ihnen nie wirklich gefallen oder immer schon gezwickt hat oder weil Sie erst noch ein paar Pfund abspecken wollten. Vielleicht stammen einzelne Dinge auch aus „Frustrationskäufen“ und waren gar nicht Ihr Stil oder besondere Schnäppchen, denen man es zu Hause dann aber auch angesehen hat. Hier eine defekte Stelle, die nach der Reparatur immer noch sichtbar ist, dort ein Fleck, der nicht in den Griff zu bekommen war. Bewahren Sie nur ein Minimum an Kleidung für grobe, schmutzige Arbeiten auf, denn so viele Tätigkeiten, bei denen das nötig ist, fallen in Wirklichkeit gar nicht an.

Der „weiß-noch-nicht-Korb“ birgt alles, von dem Sie sich noch nicht trennen können, sei es aus Sentimentalität („das Kleid hatte ich doch bei meiner Verlobung an ...“) oder weil es ein recht teures Stück war oder aber, weil das Teil mit einer kleinen modischen Veränderung eigentlich noch tragbar wäre. Stellen Sie die Kleidung aus diesem Korb - gut gegen Mottenbefall verpackt - außer Sichtweite in den Keller oder auf den Dachboden. Sie werden feststellen, dass Sie ihn nach kurzer Zeit vergessen haben. Und dann fällt der Übergang zur Entsorgung nicht mehr schwer.

Wohin also damit? Kleidercontainer, Sozialkaufhaus oder Müll?

Altkleidercontainer und Haustürsammlungen:

Ein Altkleidercontainer mit Schriftzug Kleider und Schuhe (Foto: SWR, SWR - Sabine Bauer)
Sammelstelle für Ausgedientes SWR - Sabine Bauer

Altkleider, die in einen Sammelcontainer geworfen oder bei einer Haustürsammlung abgegeben werden, gehen in der Regel unsortiert an gewerbliche Textilverwerter. Bei Altkleidercontainern von gemeinnützigen Sammelorganisationen fließt der Erlös der Sammlung in soziale Projekte. Die Warenspende wird so zu einer Geldspende für den guten Zweck. Angesichts der großen Mengen an Altkleidern, die in jedem Jahr in Deutschland in Sammlungen gegeben werden, ist dies auch nicht verwerflich – es geht gar nicht anders.
 
Gemeinnützige Einrichtungen- Kleiderladen, Sozialkaufhaus etc.:

Mit Ihren aussortierten Kleidungsstücken und Schuhen können Sie gezielt soziale oder karitative Zwecke unterstützen.

Gemeinnützige Kleidersammler wie Sozialkaufhäuser, Kleiderkammern oder Gemeinden, die speziell dafür Kleidercontainer aufstellen, verwenden die gespendeten Textilien direkt vor Ort, indem sie die gespendeten Textilien als Secondhand-Kleidung kostengünstig anbieten oder als Hilfsgut weitergeben. Das ist auch ökologisch, denn es hilft, Ressourcen und CO2 in der Produktion von Neukleidung einzusparen.

Sammlung ist nicht gleich Sammlung

Allerdings lohnt es in jedem Fall, genau hinzusehen, wer eine Kleidersammlung durchführt, was mit den Textilien passiert und wem die erwirtschaften Erlös zu Gute kommen. Denn der Markt wird immer unübersichtlicher. Wer hinter einer Sammlung steht und davon profitiert, ist nicht immer zu erkennen. Nicht jede karitativ aussehende Sammlung ist auch tatsächlich gemeinnützig. Nicht selten haben gewerbliche Sammler das Logo eines gemeinnützigen Vereins für ihre Sammlungen gemietet. Außerdem werben gewerbliche Sammler zunehmend damit, einen bestimmten Betrag an soziale Einrichtungen zu spenden. Das ändert aber nichts am gewerblichen Charakter der Sammlung.

FairWertung (Foto: FairWertung -)
Dieses Logo garantiert nicht-kommerzielle Kleidersammlung FairWertung -

Ein großes Problem stellt außerdem die große Zahl der illegalen Container dar, die von gewerblichen Sammlern ohne Genehmigung der Behörden aufgestellt wurden. Das Zeichen FairWertung auf Kleidercontainern oder Sammelzetteln ist daher eine wichtige Orientierungshilfe für alle, die gezielt gemeinnützige Altkleidersammlungen unterstützen möchten. Denn Organisationen mit dem Zeichen FairWertung vermieten nicht ihren Namen, sondern sammeln selbst für einen gemeinnützigen Zweck.

Worauf sollte man bei einer Kleiderspende achten?

Wer gezielt gemeinnützige Organisationen mit seinen aussortierten Kleidungsstücken unterstützen möchte, sollte allerdings einige Punkte beachten:

  • nur zeitgemäße, gut erhaltene Kleidung und Schuhe sind eine Kleiderspende!
  • Schuhe nur paarweise und gebündelt
  • kaputte, stark verschmutzte oder zerschlissene Textilien sind keine Unterstützung; im Gegenteil: solche Textilien können nicht weitergegeben werden und mindern den Wert einer Sammlung. Letztlich sind sie eine Kostenbelastung für die gemeinnützige Organisation, weil sie die Kosten für die Entsorgung tragen müssen. Besser in den Restmüll entsorgen!
  • Die Textilien sollten unbedingt gut verpackt (reiß-&wetterfest) in Beuteln/Tüten, wenn möglich, mit Zugband (wie z.B. bei Müllbeuteln) in Kleidercontainer eingeworfen werden, damit sie dort nicht verschmutzen.
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