Ein gekochtes ein steht aufgeschlagen in einem Eierbecher (Foto: SWR, SWR -)

Gut zu wissen

Wissenswertes rund ums Ei

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Ostern steht vor der Tür und Eier gehören einfach zum Fest dazu. Es gibt einiges, dass Sie über das Ei wissen sollten. Sabine Schütze klärt auf!

So lecker und gesund Eier sind - unser Verbrauch ist doch beachtlich und stetig steigend. War das Ei früher noch was ganz besonderes, scheint es zum Massenartikel verkommen - entsprechend groß ist die Problematik des Tierleids und es ist sicher empfehlenswert, mit dem kostbaren Gut Ei sorgfältig zu verfahren. 240 Eier pro Person und Jahr - das ist einfach sehr viel... und der Bedarf kann auch nicht nur in Deuschland gedeckt werden, viele eier werden aus den Nachbarländern importiert.

Haltungsformen:

Haltungsform, Fleischkennzeichnung (Foto: SWR)

Die erste Ziffer des Stempels steht für das Haltungssystem,
0 = Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung=ausgestaltete Käfighaltung, auch Kleingruppenhaltung - die Haltungsform 3 wird im Jahr 2025 auslaufen, Ausnahmen bis 2028 möglich.

Danach folgen zwei Buchstaben für das Herkunftsland: DE steht für Deutschland, NL steht für die Niederlande, AT für Österreich und so weiter. Anschließend kommt eine mehrstellige Nummer, wobei die ersten beiden Ziffern für das Bundesland stehen, aus dem die Eier kommen. Für Niedersachsen steht beispielsweise die 03 und für Baden-Württemberg die 08, für Rheinland-Pfalz die 07. Dahinter kommen dann die Betriebsnummer und die Stallnummer.

Kein Kükentöten mehr?

Küken (Foto: SWR)

Männliche Küken legen keine Eier und liefern wenig Fleisch – deshalb werden jährlich mehr als 40 Millionen getötet. Der Bundestag beschloss auf Druck von Tier- und Verbraucherschützern: Ab 2022 ist damit Schluss.

Das Tierschutzgesetz legt fest, dass niemand einem Tier "ohne vernünftigen Grund" Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Mit Blick hierauf entschied das Bundesverwaltungsgericht 2019, dass Tierschutzbelange schwerer wiegen als wirtschaftliche Interessen der Hennenzüchter, und erklärte die Praxis nur noch für eine Übergangszeit für zulässig.

Das Gesetz sieht folgende stufenweise Regelungen vor:

  • Ab dem 1.1.2022 wird das Töten von geschlüpften Eintagsküken verboten.
  • Ab dem 1.1.2024 wird zudem das Töten von Hühnerembryonen im Ei nach dem 6. Bebrütungstag untersagt. Nach dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand ist der Hühnerembryo vor dem siebten Bebrütungstag noch nicht in der Lage, Schmerzen zu empfinden. Ab dem siebten Bebrütungstag ist dagegen die beginnende Entwicklung des Schmerzempfindens nicht auszuschließen.

Bislang ist das flächendeckend schwierig, deshalb gibt es eine Übergangslösung: Bis Ende März 2023 soll das Ministerium über den Stand bei Verfahren zur früheren Geschlechtsbestimmung berichten.

Dieses Gesetz gilt nur in Deutschland - und das ist auch der Haken an der Sache - denn für importierte Eier, die im Handel, aber auch in verarbeiteten Produkten verwendet werden. gilt das nicht.

Ei in Teigen oder beim Kochen ersetzen:

Es gibt etliche einfache Wege, wie etwa Apfelmus oder Banane um Ei beim Backen zu ersetzen.

Apfelmus (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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  • 60 g Apfelmus plus eventuell 1 TL Pflanzenöl eignen sich hervorragend für Teige und Kuchen, die saftig werden sollen. Der Leichte Eigengeschmack ist nicht problematisch bei Hefeteigen, Schokoladenrührkuchen oder Haferkeksen. Soll der Teig locker werden, etwas mehr Backpulver hinzufügen.
  • Auch 60 g zerdrückte reife Banane ersetzen ein Ei in Waffelteigen oder Pfannkuchen.
  • Kürbispüree eignet sich für herzhafte Teige und pürierter Seidentofu für Rührteige.
  • Auch Sojamehl und geschroteter Leinsamen sind geeignete Produkte, um Eier in Teigen zu ersetzen.
  • Aquafaba (Kichererbsenwasser) ist eine großartige Alternative zu Eischnee. Das Kochwasser von Kichererbsen kann nicht nur für Mousse au Chocolat, sondern auch für die Herstellung von Makronen, Baisers und Macarons verwendet werden. Meist kann die Flüssigkeit direkt genutzt werden. 25 - 30 ml entsprechen einem Eiweiß.
  • Wer den etwas schwefeligen Geschmack von Eiern nachempfinden möchte, kann Kala Namak verwenden, dieses spezielle Salz macht sich gut in eifreier Mayonaise und wird bei veganem Rührei aus Tofu gerne verwendet.

Aufbewahrung:

Eier werden ungekühlt gehandelt - aber zu Hause empfiehlt sich die Aufbewahrung im Kühlschrank oder im kühlen Keller, denn dann halten die Eier länger.

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