STAND

Die Aussaat ist wunderbar gekeimt, die Pflänzchen wachsen und der Bestand wird von Tag zu Tag dichter. Der nächste Arbeitsschritt steht an: das Pikieren. Das sollten Sie dabei beachten.

Platz zum Strecken und Wachsen

Die durchschnittliche Keimdauer beträgt ein bis zwei Wochen. Die Sämlinge strecken dem Licht zwei Keimblätter entgegen. Ausnahme ist z.B. Mais, der zu den Einkeimblättrigen gehört, die nur ein längliches Keimblatt zeigen. Der richtige Zeitpunkt zum Vereinzeln bzw. Pikieren ist gekommen, sobald nach den Keimblättern das erste echte Blattpaar erscheint. Zu dicht gesäte Samen konkurrieren um Licht, Wasser und Platz. Sie sollten so früh wie möglich pikiert werden. Wählen Sie die gesündesten aus und entfernen Sie die anderen. Das Pikieren fördert das Wurzelwachstum und begünstigt die Ausbildung gut verzweigter Wurzeln. Dadurch können sie das Verpflanzen an ihren späteren Standort ohne große Verzögerung überstehen.

So geht´s

Hebeln Sie, mit Hilfe eines Pikierstäbchens aus dem Fachhandel, die Sämlinge aus der Erde. Ein Bleistift oder Essstäbchen kann ersatzweise gute Dienste leisten. Die Erde sollte nicht trocken sein, also vorher gut angießen. Die herausgelösten Sämlinge werden auf einer Unterlage z.B. auf einem kleinen Teller vereinzelt. Entnehmen Sie nur so viele Sämlinge, wie Sie unmittelbar verpflanzen können. Füllen Sie die Pikierkiste zuvor auf. Das Substrat darf nahrhafter sein als die Aussaaterde. In die geglättete Erde drücken Sie mit Hilfe des Pikierstäbchens ein Pflanzloch. Es soll gerade so tief sein, dass die junge Wurzel darin Platz findet. Halten Sie die Jungpflanze an einem Keimblatt mit der linken Hand zwischen Daumen und Zeigefinger in die Vertiefung und drücken Sie die Erde seitlich an die Pflanze. Sind die Wurzeln sehr lang geraten, werden sie mit den Fingernägeln gekürzt.

Gartenwerkzeuge und Gießkanne (Foto: Colourbox)
Gartenwerkzeuge und Gießkanne

Die Keimblätter dürfen in der Erde nicht verschwinden. Sie werden zur Energiegewinnung mit Hilfe des Sonnenlichts gebraucht. In der Erde würden sie faulen und könnten restliche Pflanzenteile anstecken. Der pikierte Sämling soll fest und aufrecht stehen. Beim abschließenden Angießen mit feiner Brause zeigt sich, ob die Pflänzchen rundum Bodenkontakt haben oder umkippen. Mit ein bisschen Übung wird Ihnen das nicht mehr passieren. Bei Gurken und Tomaten können Sie durch mehrmaliges Pikieren und fortlaufendes Tiefersetzen der Pflanze die Wurzelbildung am Stängel erhöhen. Dadurch erhalten Sie besonders kräftige Pflanzen. Damit Sie die Gemüsesorten aus einander halten können, ist es hilfreich die Gefäße mit beschrifteten Etiketten zu versehen. Ideal sind wiederverwendbare Etiketten, die mit Bleistift oder wasserfestem Stift beschriftet werden.

Abhärten macht stark

Die Jungpflanzen werden in der warmen Kinderstube verwöhnt. Auf ihr Leben unter freiem Himmel müssen Sie sie deshalb nach und nach heranführen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Abhärten.

Buchtipps der Redaktion

STAND
AUTOR/IN