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Vom Essen zur Krankheit ist heute nur ein kleiner Schritt. Denn die "Volkskrankheit" Diabetes wird häufig durch falsche Ernährung ausgelöst.

Die häufigste Form: Diabetes Typ II

Eine Ärztin misst mit einem Gerät den Zuckerspiegel eines Patienten dem ein Blutstropfen aus dem Finger quillt (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Die häufigste Form, die meist bei Erwachsenen vorkommt, ist der Diabetes Typ II, früher „ Alters-Zucker“ genannt. Er macht sich meist erst nach dem 40. Lebensjahr bemerkbar. Auslöser sind oft Übergewicht, fettreiche Kost und Bewegungsmangel. Vermutlich die Hälfte der Typ II Diabetiker weiß noch nichts von ihrer Erkrankung, da anfangs meist keine Beschwerden auftreten. Wichtig beim Diabetes ist, dass er früh erkannt und behandelt wird. Übrigens, das Gute an der modernen Diabetes-Therapie: Man muss nicht mehr auf alles Süße verzichten. Denn heute passt sich die Therapie dem Essen an und nicht umgekehrt. Allerdings müssen Diabetiker rechnen können und verantwortungsbewusst mit ihrer Krankheit umgehen. Dann kann man heute den Alters-Diabetes gut in den Griff bekommen.

Das Risiko frühzeitig senken

Frisches Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch liegen geordnet nebeneinander auf einem Tisch. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
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  • Das kann man, indem man gesünder isst und trinkt, z.B. mehr Obst, Gemüse und Salate, mehr fettarme Lebensmittel (Käse, magere Wurst und Fleisch), 1 x die Woche Fisch auf den Tisch.
  • Desweiteren sollten man fettarm kochen, grundsätzlich mit Rapsöl oder Olivenöl, auf Fastfood und Fertig-Snacks besser verzichten.
  • Zuckerhaltige Getränke meiden, dafür viel Mineralwasser oder z.B. Kräutertees trinken.
  • Im Kühlschrank die gesunden Lebensmittel ganz nach vorn stellen, danach greift man zuerst!

Mehr Bewegung

Nordic Walking (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
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  • Viel bewegen, nicht nur die durchschnittlichen 700 Meter am Tag gehen, sondern gezielt täglich 30 – 60 Minuten laufen.
  • Statt mit dem Auto mit dem Fahrrad fahren. Sport treiben- in der Gruppe geht’s oft besser.
  • Sportart mit leichter bis mittlerer Belastung wählen, z.B. Nordic Walking !

Ansonsten:

Wer in die Risikogruppe fällt, sollte unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Ein Blutzucker-Test in der Apotheke kann ersten Aufschluss geben, wenn dieser positiv ist, dann sollte man sofort einen Arzt-Termin vereinbaren oder gleich beim Hausarzt „ Check-up ab 35“ machen lassen.

Neue Diätverordnung

Diabetiker checken ihren Blutzucker regelmäßig mit einem Glukose-Meßgerät.  (Foto: Imago, imago images / Panthermedia)
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Die vom Bundesrat verabschiedete Änderung der Diätverordnung bewirkt nun, dass Diabetikerlebensmittel ab 2012 endgültig aus den Supermarkt-Regalen verschwinden. Da nach neuestem Kenntnisstand Diabetiker keine speziellen Lebensmittel benötigen, wurden die Vorgaben für die Zusammensetzung und Kennzeichnung von Diabetiker-Lebensmitteln ersatzlos gestrichen. Somit entfallen diese Aufschriften „für Diabetiker geeignet“ oder auch „zur besonderen Ernährung bei Diabetes mellitus im Rahmen eines Diätplanes“ seit Sommer dieses Jahres. Allerdings gibt es eine zweijährige Übergangsfrist mit einem anschließenden offenen Abverkauf. Diese Streichung führt nicht unbedingt zu einem Verkehrsverbot dieser Lebensmittel, diese Lebensmittel dürfen für den allgemeinen Verzehr im Handel bleiben, eben ohne den Hinweis „ für Diabetiker geeignet“. Die Angabe Broteinheit (KHE, BE oder KH) ist eine objektive Beschaffenheitsangabe und kann daher auf freiwilliger Basis auch weiter auf den Verpackungen angegeben werden.

So sollten sich Diabetiker ernähren

Müsli in einer Schale daneben frisches Obst (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Der wissenschaftliche Fortschritt zeigt, dass sich eine ausgewogene, vollwertige aber kalorienbewusste Mischkost bewährt und nicht wie zuvor angenommen, dass ein generelles Zuckerverbot die Diabetikertherapie verbessert.

Das bedeutet:

  • Viel Gemüse und Obst essen, aber nur zwei Portionen Obst am Tag, denn darin steckt sehr viel Zucker.
  • Vollkornbrot, statt Weißbrot ist zu bevorzugen, denn dieses lässt den Blutzuckerspiegel nicht so rasch ansteigen.
  • Auf den Fettgehalt der Lebensmittel achten, denn bei Diabetes ist auch der Fett- und Eiweißstoffwechsel gestört. Somit mageres Fleisch und fettarme Milchprodukte (1,5% Milch oder 30% Fett i. Tr. Käse) bevorzugen.
  • Wertvolle Öle wie Rapsöl, Olivenöl oder Leinsamenöl anstelle von Schmalz oder Palmin einsetzen.

In Maßen erlaubt sind Knabbereien, Süßes, fette Wurst und fetter Käse. Alkohol sollte nur mit einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit eingenommen werden, sonst ist die Gefahr hoch, eine Unterzuckerung zu bekommen. Um den Blutzucker konstant zu halten, sollten die Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag verteilt werden, dieses können bis zu sechs Mahlzeiten am Tag sein.

Eine Teetasse und Teekanne stehen auf einem Tisch im Hintergrund ist ein Wohnzimmer zuerkennen. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Trinken darf ein Diabetiker alle ungesüßten Getränke wie Tee, Kaffee, Mineralwässer, light-Limonade oder Gemüsesäfte. Der Einsatz von Zucker ist in bestimmten Maßnahmen erlaubt: < 10kcal% des Gesamtenergiebedarfs (bei 1800 kcal wären dass 180kcal Zucker = 45 g Haushaltszucker), im Rahmen einer Mahlzeit die Eiweiß und Fett enthält nicht in purer Form.

Kohlenhydrat-Austauscheinheiten (BE/KHE) sind für Typ-2 -Diabetiker mit Übergewicht irrelevant. Diese machen Sinn für insulinbehandelte Diabetiker (Typ-1-Diabetiker). BE und KHE sind nicht als Berechnungseinheit, sondern als Schätzeinheit anzusehen. Eine BE bzw. KHE entspricht ca.10-12g Kohlenhydrate.

Eine Auswahl von DIABETES-Links im Internet

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