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Es ist wieder einmal Zeit, Ordnung in unseren Versicherungsordner zu bringen, denn spätestens im Januar wird meistens wieder kräftig abgebucht.

In jedem Versicherungsordner sollten sich, neben den gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen wie die Krankenversicherung oder die Kfz-Haftpflichtversicherung, diese 4 Versicherungen finden:

  • Privathaftpflichtversicherung
  • Risikolebensversicherung, wenn die Familie oder größere Darlehen abzusichern sind
  • Wohngebäudeversicherung bei Hauseigentum
  • Berufsunfähigkeitsversicherung bei Erwerbstätigen

Weitere Versicherungen hängen von der Lebensphase, der Familiensituation und dem Wohnumfeld ab.

Warum Sie eine Haftpflichtversicherung brauchen

Angenommen Sie haben mit Ihrem Fahrrad oder dem Auto ein anderes Fahrrad bei einem Unfall beschädigt. Den Schaden am anderen Fahrzeug würde dann Ihre Haftpflichtversicherung übernehmen. Ihre Haftpflicht fungiert auch als Rechtsschutz, wenn etwa der geschädigte Autobesitzer zu viel Geld für die Neulackierung verlangen würde. Eine gute Haftpflichtversicherung darf im Durchschnitt für ein Ehepaar ohne Kinder zirka 40 Euro kosten. Bei einer Familie mit Kindern zirka 60 Euro. Wer mehr als 60 Euro bzw. 80 Euro zahlt, sollte sich nach einer neuen Versicherung umschauen.

Wann Sie eine Hausratversicherung brauchen

Wer bereits in Rente ist und in einer Mietwohnung lebt, sollte über eine Hausratversicherung nachdenken. Ob die notwendig ist, hängt allerdings vom Wert des Besitzes ab. Als Faustregel gilt: Je wertvoller die Einrichtung, desto wichtiger die Hausratversicherung!

Wer allein wohnt und niemanden hat, der z.B. nach einem Unfall oder bei schwerer Erkrankung kocht, putzt, einkauft, etc. sollte über eine Senioren(unfall)versicherung nachdenken.

Aber Achtung: Unbedingt vorher beraten lassen. Da gibt es eine Menge schlechte Angebote! Wie viel eine Hausratversicherung kosten darf, hängt davon ab, wo Sie wohnen, wie groß ihre Wohnung ist und wie wertvoll die Einrichtung. Die Beitragsunterschiede variieren um 200 % bei sonst gleichen Leistungen. Deswegen lässt sich keine pauschale Angabe zur Beitragshöhe machen.

Was Eigenheimbesitzer brauchen

Angenommen Sie wohnen nicht zur Miete, sondern im eigenen Haus: Dann brauchen Sie zusätzlich neben einer Haftpflicht- und Hausratversicherung noch eine Wohngebäudeversicherung. Die sichert Sie gegen Feuer-, Wasser-, und Sturmschäden ab. Achten Sie darauf, dass diese auch eine Elementarschadens-Versicherung enthält. Entweder (für Mieter) als Ergänzung der Hausratversicherung für die Möbel etc. und für Eigenheimbesitzer als Zusatz zur Wohngebäudeversicherung fürs Haus.

Wieviel eine Wohngebäudeversicherung kosten darf

Wie viel eine Wohngebäudeversicherung mit Elementarschadensversicherung kosten darf, ist unterschiedlich. Auch hier hängt das von der Lage und Größe des Hauses ab. Zudem spielen Alter und Ausstattung noch bei der Beitragshöhe eine Rolle. Ein guter Vollschutz für Feuer, Wasser, Sturm, Blitz, Überspannung und Elementar kostet bei einem Haus, 20 Jahre alt, mit ca. 180 qm WFL. ca. 400 Euro im Jahr.

Berufstätige brauchen eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchen Sie, wenn Sie dauerhaft gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, ihren Beruf zu mindestens 50% auszuüben. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie so früh wie möglich abschließen, denn mit Vorerkrankungen steigt der Preis. Deswegen besser in gesunden Jahren abschließen. Wieviel sie kosten darf, hängt vom Eintrittsalter, dem Beruf, der Laufzeit und der Höhe der Rente ab. Die Beitragsunterschiede sind hier extrem.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist im Normalfall eine reine Risikoversicherung. Verwirklicht sich das Risiko, dass sie nicht mehr arbeiten können, tritt sie ein. Verwirklicht es sich nicht, sind die Beiträge «umsonst» gezahlt.

Sterbeversicherungen sind unnötig

Eine Sterbeversicherung haben viele, weil sie ihre Beerdigung gern gerne selbst zahlen möchte. Allerdings: Erst gar nicht abschließen, sondern lieber das Geld ansparen. So kann man das Geld im Notfall auch anderweitig verwenden.

E-Bike-Versicherung: Was dagegen spricht

Viele Leute radeln mittlerweile mit einem nicht ganz günstigen E-Bike durch die Gegend: E-Bike-Versicherung: Sinnvoll oder sinnlos? Da ein Verlust/Totalschaden den Menschen nicht in den Ruin treibt, ist es eher eine «kann-man-haben-muss-man-aber-nicht-Versicherung». Besser zunächst einmal nachsehen, ob und welchen Schutz eine bestehende Hausratversicherung bietet und dann abgleichen, ob und was eine spezielle E-Bike-Versicherung bietet und was sie kostet.

Versicherungen von Zeit zu Zeit prüfen

Wer einmal eine Versicherung abgeschlossen hat, sollte sich nicht entspannt zurücklehnen. Vielmehr sollte der Versicherungsschutz regelmäßig überprüft und an die aktuelle Lebenssituation angepasst werden. Neu hinzu gekommene, existenzbedrohende Risiken sollten richtig versichert werden.

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