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Jeder hat es schon einmal erlebt. Ein unachtsamer Moment und schon hat es gekracht. Aber wie sieht es jetzt mit den Kosten aus? Wer zahlt jetzt was? Hier ein Überblick!

Es hat gekracht: Zum Glück nur ein kleiner Blechschaden beim Ausparken. Was jetzt: Polizei rufen?

Ein Paar hat eine Autopanne in einer abgelegenen Gegend. Während er telefoniert, schreit sie und ärgert sich lautstark. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Wenn Sie selbst nicht schuld sind, ist es natürlich immer besser, der Unfall ist polizeilich aufgenommen. Die Versicherung wird dann häufig die Ermittlungsakte einsehen und vieles ist dann festgehalten, um was Sie sonst vielleicht noch streiten müssten, obwohl vor Ort“ noch alles klar erschien.

Sind Sie dagegen selbst schuld, ist es meist besser, die Polizei bleibt weg, da Sie sonst auch noch mit einer Anzeige und einem Verfahren rechnen müssen.

Wer den Schaden der Versicherung melden muss

Haben Sie den Schaden verursacht, müssen Sie den Schaden innerhalb einer Woche Ihrer eigenen Versicherung melden und wahrheitsgemäß schildern. Die Erfahrung zeigt, dass dieser Pflicht allzu häufig nicht (oder nicht schnell genug) nachgekommen wird.

Sind Sie am Unfall Schuld, ist Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung ist für den Schaden am Fahrzeug des Geschädigten zuständig. Es besteht sogar ein Direktanspruch des Geschädigten gegen die Versicherung des Verursachers

Ab in die Werkstatt

Auto Werkstatt Reparaturen (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Der Geschädigte bestimmt, wie es läuft. Er kann entscheiden, ob er sein Auto gleich reparieren lässt, muss dann aber ggf. die Rechnung vorstrecken, wenn sich die Haftungsfrage vielleicht doch als schwieriger gestaltet oder sogar erst noch vor Gericht geklärt werden muss.

Manche Werkstätten verlangen eine Abtretungserklärung. So eine Abtretung sorgt dafür, dass die Versicherung, die diese Abtretung vorgelegt bekommt, direkt die Rechnung an die Werkstatt zahlt.

Wichtig: Sie müssen das Auto nicht reparieren lassen, sondern können den Schaden nach Gutachten oder Kostenvoranschlag abrechnen und das Geld für etwas anderes nehmen. Man nennt das dann eine fiktive Abrechnung. Der Schadensbetrag wird Ihnen dann ohne MWSt. ausbezahlt.

Wer den Sachverständigen zahlt

Ein Mann begutachtet den Unfallschaden eines PKWs.In seiner Hand befindet sich ein Klemmbrett mit einem Formular. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Erst, wenn die Bagatellschadensgrenze von 750-800 Euro überstiegen wird, sollte ein Gutachter den Schaden kalkulieren. Die Kosten muss der Unfallverursacher bzw. dessen Haftpflichtversicherung zahlen.

Muss ich denn mein Auto reparieren lassen oder kann ich das Geld für die Reparatur zwar fordern, aber für etwas Anderes ausgeben und dafür eben mit der Delle weiterfahren?

Wenn die Reparatur teurer ist als das Auto

Die Scheibe eines Autos wird ausgetauscht (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert, also den Zeitwert des Fahrzeuges vor dem Unfall übersteigen, liegt ein wirtschaftlicher Totalschaden vor.

Belaufen sich die Reparaturkosten auf maximal 30% des Zeitwertes des Autos, dürfen Sie es dennoch reparieren lassen, müssen es aber dann noch mindestens 6 Monate weiter nutzen.

Wann Sie auf einen Mietwagen bestehen können

Ein Autoverkäufer übergibt einem Kunden einen Autoschlüssel. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Betrug beim Autokauf? Thinkstock -

Für die Dauer der Reparatur steht Ihnen ein Mietwagen zu. Allerdings ist immer noch sehr umstritten, wieviel Sie verlangen können. Das kanns so weit gehen, dass Sie schlimmstenfalls sogar verschiedene Mietwagenangebote einholen müssen und sicherstellen müssen, dass Sie Ihren Mietwagen mindestens für ungefähr 25 Kilometer pro Tag nutzen müssen, sonst wäre nämlich das Taxi im Einzelfall günstiger.

Sie müssen sich allerdings mit einem "klassengleichen Mietwagens" zufriedengeben.

Was die Versicherung zahlt

Die Fahrzeugvollversicherung (oder Vollkasko) zahlt den Schaden am eigenen Fahrzeug, sogar wenn Sie selbst schuld sind. Die Teilkasko übernimmt keine Schäden, die Sie selbst an Ihrem Auto verursacht haben, nur die unverschuldeten. Dazu zählen beispielsweise Steinschlag-, Diebstahl- oder Wildschäden.

Wenn es Sie auf dem Weg in den Urlaub erwischt

Mann und Frau begutachten ihre Autos (Foto: © Thinkstock -)
Im Notfall darf das Handy benutzt werden - aber nicht im Vorbeifahren (Symbolbild) © Thinkstock -

Ein kaputtes Auto ist noch kein "Aus" für Ihren Urlaub, da Sie ja auch mit einem Mietwagen weiterfahren könnten. Und die Kosten des Urlaubs wären ohnehin angefallen, stellen daher per se keinen Schaden dar.

Wenn aber jemand verletzt wird und z.B. einen Gips tragen muss und deswegen den Urlaub nicht so genießen kann wie ohne Unfall, so wird das im Rahmen des Schmerzensgeldes berücksichtigt.

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