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Weniger ist oft mehr. Weniger Plastik, weniger Müll, weniger Chemie. Hier einige Tipps für ein umweltfreundliches Badezimmer!

Ein Blick in den Badezimmerschrank zeigt, dass meist zu viele Produkte dort ungenutzt vor sich hinschlummern. Vor allem bei der Körperpflege lassen wir uns gerne von Werbeversprechen zum Kauf überzeugen. Tritt der gewünschte Effekt nicht ein, bleibt es dann eben doch im Schrank.

Weibliche Hände halten einen Cremetigel. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Badezimmer bedeuten aber nicht nur einen Verzicht auf Plastik, Müll und Chemie, sondern auch ein Verzicht auf lange Transportwege und Tierversuche und ein Blick auf naturbelassene Inhaltsstoffe. Letzteres ist auf der Verpackung so umfangreich aufgelistet, dass sich eine APP auf dem Handy anbietet (Codecheck), die beim Kauf per Scan die notwendigen Informationen bietet.

Ein Umstieg von flüssigen zu festen Produkten verringert den Einsatz von flüssigen Polymeren, die im Abwasser nur schlecht abgebaut werden können.

Zahnpflege

Zahnpflegeprodukte: Zahnbürste, Zahnpastatube, Mundwasserflasche (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Gewöhnliche Zahnbürsten werden aus Erdöl hergestellt. Sie benötigen 300 Jahre, um sich zu zersetzen. Zahnbürsten aus Holz oder Bambus sind dagegen kompostierbar. Auch bei der Zahnpasta lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe oder womöglich eine Umstellung auf Zahnputztabletten, die es allerdings nicht in jedem Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Namhafte Hersteller von Zahnpasta haben sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, ihre Produkte bis 2025 vollständig recycelbar anzubieten und auf natürliche Inhaltsstoffe zu setzen.

Haarpflege

Frau unter der Dusche wäscht sich die Haare unter laufender Brause (Foto: Colourbox)

Hier lässt sich im Badezimmer am meisten Plastik einsparen. Sowohl für die Haarwäsche, als auch für die Spülung werden feste Produkte in Seifenform angeboten. Zudem noch in einer Papierverpackung sind sie eine umweltfreundliche Alternative und halten deutlich länger als die Flüssigprodukte.

Abschminken

Geischt einer Frau wird von Wasser umsapült (Foto: Colourbox)

Wattebäuschen und MakeUp Entferner passen weniger zu einem umweltbewussten Verhalten. Im Handel gibt es hierfür nette waschbare Abschminkpads, die in der Waschmaschine gewaschen werden können und wieder einsatzbereit sind. Auch für die Gesichtsreinigung gibt es pflegende Seifen, die die Flüssigprodukte gut ersetzen können.

Körperpflege

Creme in der Dose (Foto: Colourbox, Colourbox -)
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Bei Duschgels, Deodorants und auch bei Körperlotionen werden im Handel feste Alternativprodukte angeboten. Hier lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe. Für die Ohrreinigung eignen sich Einmal-Wattestäbchen mit einem Papierschaft oder ein wiederverwendbarer Ohrreiniger aus Metall statt der bald verbotenen Kunststoffvariante. Für die Rasur eignen sich auch Rasierschaumseifen bei den Herren oder Rasieröle bei den Frauen.

Toilettenhygiene

Ungebleichtes Toilettenpapier aus recyclebarem Papier sollte inzwischen eine Selbstverständlichkeit sein. Ein großes Problem für die Umwelt und den Abfluss stellen Feuchttücher dar. Eine Alternative wäre für die Feuchtreinigung etwas WC Papier mit einem AloeVera Spray zu benetzen und dies als Feuchttuch zu verwenden.

Reinigung

Mit einem Schwamm wird ein Badezimmer Waschbecken gereinigt. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Der Chemieeintrag in unsere Umwelt durch Reinigungsmittel ist bedenklich, daher ist ein selbsthergestellter Badreiniger eine gute Alternative. ½ Liter Wasser mit je 1 Esslöffel Spülmittel und flüssiger Zitronensäure in einer Sprühflasche gefüllt wirkt gegen Schmutz und Kalk. Ein weiteres großes Problem stellen sogenannte WC Steine dar, die an den Rand der Toilette gehängt werden. Um unangenehme Gerüche und Verschmutzungen aus dem hintersten Eck des Toilettenabflusses zu vertreiben, eignet sich genauso gut eine Gebissreinigertablette, die nach der Reinigung einfach in das Wasser gegeben wird und sich somit der aktive Sauerstoff entfalten kann.

Verpackung

Bei der Umstellung verschiedener Produkte können wir einiges an Inhaltsstoffen und Chemie einsparen. Nun sollte noch ein Blick auf die Verpackung gelegt werden. Hier bieten einige Hersteller bereits Verpackungen aus recyceltem Material an. In sogenannten „Unverpacktläden“ können Behältnisse immer wieder nachgefüllt werden und sogar die führenden Drogeriemärkte werden ab diesem Herbst für bestimmte Produkte Abfüllstationen in ihren Filialen anbieten. Hat man die Wahl zwischen Glas oder Plastikverpackung (z.B. bei Deodorants), ist die Glasverpackung immer die bessere Wahl.

In fünf Schritten zum umweltfreundlichen Badezimmer

Eine Frau in Badewanne. Im Badezimmer stehen überall Kerzen. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Alles auf einmal umzustellen ist eine schwierige Aufgabe. Eine Erkundungstour im Drogeriemarkt, entsprechende Alternativprodukte zu finden, birgt einige Überraschungen. Die Auswahl ist zum Teil sehr groß und vor allem preislich auch sehr unterschiedlich. Es lohnt sich zu vergleichen und zu probieren.

Eine Umstellung könnte folgendermaßen erfolgen:

Schritt 1: Eine Liste erstellen, was definitiv benötigt wird.

Schritt 2: Andere Reste aufbrauchen oder in den Restmüll ausleeren und die Verpackung in den gelben Sack geben.

Schritt 3: Ziele definieren, was an Müll, Chemie und Plastik eingespart werden soll. Es geht nicht alles auf einmal. Vielleicht erst einmal nur die Hälfte der Produkte ersetzen.

Schritt 4: Alternativen überlegen und suchen

Schritt 5: Ausprobieren, Umstellen und Weitererzählen

Fazit: Es geht mehr als man denkt, und man braucht weniger

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