Seniorin hält sich ein Smartphon ans Ohr (Foto: dpa Bildfunk, Sebastian Gollnow)

Schockanrufe und falsche Polizisten

So gehen Sie Betrügern nicht in die Falle

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Christiane Sütterle

Wie verhalte ich mich wenn Fremde anrufen oder vor der Tür stehen und um ein Glas Wasser bitten? Michael Krausch vom LKA Mainz klärt auf!

Mit einer neuen Masche des „Enkeltricks“ versuchen Betrüger, an Geld zu kommen. Dabei geben sie sich als Enkel ihrer Opfer aus, behaupten, das Enkelkind habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und brauche jetzt dringend Geld für eine Kaution, um freizukommen. Auch ein anderer perfider Trick richtet immer größeren Schaden an und treibt Menschen in den Ruin: Kriminelle geben sich als Polizisten aus und bewegen ihre Opfer dazu, ihnen ihr gesamtes Erspartes auszuhändigen. Das sollten Sie wissen:

Wie gehen die Täter vor?

  • Die falschen Polizisten rufen in aller Regel von einem Call-Center im Ausland aus an. Häufig erscheint dabei die Nummer 110 oder die örtliche Vorwahl in Kombination mit der 110 auf dem Display.
  • Die Betrüger sprechen ohne Akzent, zum Teil sogar im Dialekt der Gegend, in der sie anrufen. Sie erzählen meistens, dass die Polizei gerade eine Einbruchbande geschnappt hat, die eine Liste mit weiteren Einbruch-Zielen bei sich trägt. Die Adresse des Angerufenen würde auf dieser Liste ganz oben stehen.
  • Durch geschickte Fragen oder Aussagen versuchen die Täter herauszufinden, ob das Opfer Geld oder Wertgegenstände zuhause hat.  Zum Beispiel behaupten die Betrüger, dass auf der Liste angegeben sei, dass das Opfer einen hohen Geldbetrag (z.B. 10.000 Euro) zuhause habe. Die Hoffnung ist, dass das Opfer widerspricht, dabei aber Auskunft gibt, ob etwas zu holen ist.
  • Falls sich herausstellt, dass kein Geld im Haus ist, behaupten die falschen Polizisten, dass das Geld auf der Bank nicht sicher sei, da der Bankangestellte Teil der Verbrecherbande sei. Es müsse dringend abgehoben werden.
  • Anschließend wird das Opfer aufgefordert, das Geld zu verpacken und einem Boten zu übergeben, damit es an einen sicheren Platz gebracht werden kann oder auf Fingerabdrücke bzw. Falschgeld überprüft werden.
  • Die Täter rufen in aller Regel sehr oft an, terrorisieren die Opfer teilweise mit Anrufen, halten Gespräche über Stunden am Laufen. Dabei gehen sie in ihrer Argumentation sehr geschickt und perfide vor.

So verhalten Sie sich richtig:

  • Wenn bei Ihnen auf dem Display des Telefons „110“, nehmen Sie das Telefonat am besten erst gar nicht an. Verständigen Sie die örtliche Polizei.
  • Falls Sie abgehoben haben, legen Sie wieder auf. Verständigen Sie auch in diesem Fall die örtliche Polizei.
  • Falls der Anrufer anbietet, sie mit der Polizei zu verbinden, lehnen Sie dies ab! Sie landen sonst wieder im Call-Center der Betrüger.  Legen Sie auf - und vergewissern Sie sich, dass Sie tatsächlich richtig aufgelegt haben. Wählen Sie dann die 110.
  • Geben Sie niemals Informationen über Ihr Vermögen oder vorhandene Wertgegenstände am Telefon heraus.

Mehr Informationen finden Sie bei den Landeskriminalämtern von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg:

Kriminalprävention der Polizei Rheinland-Pfalz

Aktuelle Betrugsmasche "Falsche Polizeibeamte" Polizei (RLP)

Opferschutz Soforthilfe Polizei (RLP)

www.lka.polizei-bw.de/neue-betrugsmasche-per-telefon

www.polizei-beratung.de/betrug-durch-falsche-polizisten

Experte: Michael Krausch, Polizeiliche Prävention, Landeskriminalamt Mainz

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Christiane Sütterle