Heizkosten sparen (Foto: Adobe Stock/Proxima Studio)

So können Sie richtig sparen

Beim Heizen sparen: Diese sieben Tipps zahlen sich besonders aus!

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AUTOR/IN
Christiane Sütterle

Spätesten seit der Energiekrise ist beim Heizen sparen angesagt. Hier einige Tipps, wie Sie Ihren Verbrauch beim Heizen senken können, ohne gleich die ganze Heizung auszutauschen!

1. Temperatur absenken und programmierbare Thermostate einsetzen

Eine Hand fasst an ein modernes Thermostat mit digitaler Anzeige an einer Heizung (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Franziska Gabbert)
Franziska Gabbert

Die größte Stellschraube beim Heizen ist, die Raumtemperatur abzusenken, etwa das Wohnzimmer nicht mehr auf 22, sondern nur noch auf 20 Grad heizen: Ein Grad weniger Wärme spart rund sechs Prozent Energie. Im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad. "Alle Räume, in denen ich mich nicht oder nur kurz aufhalte, wie das Gäste-WC, müssen nicht geheizt zu werden", sagt Hans Weinreuter, Experte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Ein programmierbares Thermostat hilft Ihnen beim Sparen. Hier können Sie die genaue Temperatur einstellen oder auch Uhrzeiten, zu denen geheizt werden soll. Mehr Informationen zu Thermostaten und Anleitungen, wie Sie diese einfach austauschen können, finden Sie hier.

2. Heizung nachts ausschalten

Wie weit sollte die Temperatur nachts abgesenkt werden? Der Energieexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Hans Weinreuter, sagt: "Runter damit! Es stimmt nicht, dass die Heizung mehr Energie zum Wiederhochheizen am Morgen braucht."

3. Beim warmen Wasser sparen

Das warme Wasser wird meistens über die Heizung erhitzt und macht 20-25 Pozent am Energiegesamtbedarf aus - ist also nicht zu unterschätzen! Überprüfen Sie die eingestellte Temperatur: Es müssen nicht immer 60 Grad sein. Das meiste warme Wasser wird beim Baden und Duschen verbraucht. Kürzer duschen lohnt sich ebenso wie der Einsatz eines Duschsparkopfs: Die Kosten dafür sind oft nach einem Jahr wieder eingespart.

4. Heizung warten lassen und entlüften

Eine Frau entlüftet einen Heizkörper. Damit das Wasser nicht auf den Boden läuft, hält sie eine Plastikschale unter das Ventil. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose)
picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose

Ihre Heizungsanlage sollten sie regelmäßig warten lassen: Ein Fachbetrieb reinigt die Anlage und überprüft die Abgaswerte, die Vorlauftemperatur und der Nachtbetrieb werden bedarfsgerecht eingestellt. So kann es sinnvoll sein, dass sich die Heizung statt mit Nachtabsenkung zu laufen ganz abschaltet. Einige Anlagen bieten für den Sommer einen reinen Warmwasserbetrieb. Wenn die Heizungsanlage richtig eingestellt ist, können Sie 10 bis 15 Prozent Energie einsparen.

Wenn es in der Heizung gluckert, ist Luft im System und das verbraucht mehr Energie. Mit einem Entlüfterschlüssel können Sie ganz einfach selbst die Luft aus dem heißen Heizkörper rauslassen.

5. Hydraulischer Abgleich kann bis zu 15 Prozent Energie einsparen

Bei einem sogenannten hydraulischen Abgleich werden alle Komponenten der Heizungsanlage optimal aufeinander und dem Wärmebedarf im Haus angepasst. Das ist an allen Heizsystemen (Gas,- Öl-, oder Pelletheizung) möglich. Dabei geht es darum, dass die Heizkörper die richtige Menge an Wasser bekommen und sparsam arbeiten. Denn wenn einzelne Heizkörper zu wenig Wasser abbekommen, werden sie stärker aufgedreht. Das verursacht unnötige Kosten.

Der Abgleich ist eine Investition in die Zukunft. Damit verringert man den CO2-Ausstoß einer Heizungsanlage - die Maßnahme ist somit Beitrag zum Klimaschutz. Der hydraulische Abgleich kann bei einem Einfamilienhaus 1.500 Euro kosten. Dafür gibt es eine staatliche Förderung von 20 Prozent.

6.Türen und Fenster abdichten

Ein Blatt-Papier wird zwischen Fenster und Fensterrahmen bei geschlossenem Fenster hindurchgezogen. (Foto: SWR)

Alte, zugige Fenster und Türen kann man mit selbstklebenden Schaumstoffbändern leicht selbst abdichten. Undichte Rolladenkästen kann man ausdämmen. Nachts ist es sinnvoll, die Rolläden runterzulassen. Reflexionsfolien hinter den Heizkörpern helfen zudem, die Strahlungswärme im Raum zu erhöhen.

7. Kellerdecke und Heizungsrohre dämmen

Eine nachträglich Dämmung der Kellerdecke ist eine der wenigen Sanierungsmaßnahmen, die man selbst und ohne professionelle Unterstützung umsetzen kann. Das senkt die Heizkosten um bis zu zehn Prozent. Auch sinnvoll: die Heizungsrohre mit Rohrisolierung dämmen - das ist vor allem im Keller wichtig. Denn damit stellen Sie sicher, dass keine Wärme auf dem Weg vom Keller durchs Haus verloren geht.

Weitere Tipps zur Heizungsoptimierung gibt's bei der Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de/heizung-optimieren-und-heizkosten-sparen

Fazit: Je teurer Gas und Öl werden, desto mehr lohnt es sich, beim Heizen nachzusteuern!

Im Studio: Kevin Schad, Energieagentur Mittelbaden

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Christiane Sütterle