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Die gemütliche Teesaison zuhause ist im vollen Gange! Aber wie unterscheidet sich die Qualität von Tee in der Tasse? Und ist der lose Tee wirklich besser als der Beutel

Schon im Mittelalter war Tee nicht nur ein beliebtes Getränk, sondern fand aufgrund seiner heilenden Wirkung auch in der Medizin häufig Verwendung. Neben den traditionellen Teesorten schwarzer Tee, grüner Tee und weißer Tee bahnen sich auch immer mehr Teetrends, wie zum Beispiel Matcha und Mate-Tee den Weg.

Klassische Tees

Grüner Tee (Foto: Colourbox)

Es gibt zahlreiche Arten und Sorten von Tee und dementsprechend viele unterschiedliche Methoden zur Herstellung. Die Gewinnung aus der ursprünglichen Teepflanze (erstmals in China, später auch in Indien) ist dabei die älteste Form. Dabei entstehen je nach Verfahren die vier klassischen Arten von Tee. Dazu gehören: schwarzer, Tee, grüner Tee, weißer Tee und Oolong. Außerdem werden auch gelber Tee und Pu Erh häufig zu den klassischen Tee-Arten gezählt. Von diesen traditionellen Arten gibt es wiederum sehr viele verschiedene Sorten, welche sich meist durch das Anbaugebiet der jeweiligen Teepflanzen unterscheiden. Durch die Gewinnung aus der Teepflanze enthalten die klassischen Tees bis zu 4,5 Prozent Tein Der Unterschied zum Koffein in Kaffee liegt in der verzögerten, aber oft intensiveren Wirkung des Tees.

Aromatisierte Tees

Durch die Zugabe von frischen Blüten (z.B. Jasmin) , natürlichen Aromen (z.B. Vanille oder Kirsche) oder Gewürzen (Zimt, Anis) entstehen unterschiedlichste Sorten.

Früchte- und Kräutertees

Verschiedene Teekräuter in Dosen. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Eine weitere Möglichkeit der Teegewinnung ist die Herstellung von sogenannten Früchte- und Kräutertees. Diese werden nicht aus der Teepflanze, sondern aus meist heimischen Pflanzen, Blüten, Früchten, Kräutern und Wurzeln gewonnen. Aus diesem Grund enthalten diese Tees kein Tein und dürften strenggenommen eigentlich auch gar nicht als Tee bezeichnet werden sondern nur als Heißgetränke oder teeähnliche Getränke. Z.B. Kamillentee, Fencheltee, Pfefferminztee, Hagebuttentee, Hibiskustee

Gesundheitliche Aspekte

Salbei (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Seit Jahrtausenden wird Tee, gewonnen aus der Teepflanze, eine stimulierende und gleichzeitig heilende Wirkung aufgrund verschiedener Inhaltsstoffe nachgesagt. Schwarzer und grüner Tee enthalten zudem Koffein, welches je nach Ziehdauer eine anregende oder weniger anregende Wirkung erzielt. Denn je länger der Tee zieht (länger als 10 Minuten), desto mehr nimmt die anregende Wirkung durch die Bindung an Gerbstoffe ab. Diese Gerbstoffe verursachen einen bitteren Geschmack, sorgen jedoch auch für die antibakterielle und schmerzlindernde Wirkung, zum Beispiel bei Durchfallerkrankungen.

Schwarzer Tee: Teekanne, Stövchen und Teetasse (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Arco Images GmbH)
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Grüner Tee hat einen geringeren Teingehalt als schwarzer Tee, dafür aber eine durchaus anregende Wirkung auf den Stoffwechsel. Somit eignet sich grüner Tee prima als Unterstützung beim Abnehmen. Außerdem mindert er durch seinen hohen Bitterstoffgehalt den Appetit auf süße Lebensmittel. Außerdem unterstützt dieser Tee gleichzeitig das Vorbeugen von Karies. Es gibt auch Hinweise darauf, dass der regelmäßige Konsum von grünem Tee das Risiko für Krebs oder Herz-Kreislauferkrankungen senken könnte. Forscher vermuten, dass die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, und zwar die sogenannten Polyphenole, zu denen auch die Flavonoide gehören, dabei eine wichtige Rolle spielen.

Darüber hinaus ist Tee, wenn er nicht mit Zucker oder Milch getrunken wird ein kalorienfreies Getränk und kann damit maßgeblich zur ausreichenden Flüssigkeitsversorgung des Körpers beitragen.

Eine Glastasse mit heißem Tee steht auf einem Geschirrtuch. Daneben liegen Teebeutel, Zitronen, Zimtstangen und Anissterne. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Viele Früchte- und Kräutertees wurden ursprünglich ausschließlich für medizinische und gesundheitsfördernde Zwecke hergestellt. Während Früchtetees mit einem hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt punkten, überzeugen Kräutertees mit den verschiedensten heilfördernden Wirkungen.

So wirken Kräutertees beispielsweise:

  • appetitanregend
  • verdauungsfördernd
  • antibakteriell
  • schmerzlindernd
  • schleimlösend (bei Husten)
  • entgiftend (Verwendung bei Detox-Kur) oder
  • entwässernd

Rechtlich gesehen gibt es zwei verschiedene Arten von Tee: Tee als Lebensmittel, zum Beispiel Hagebutte-, Kräuter- oder Schwarztee, und als Arzneitee. Lebensmitteltees findet man im Supermarkt. Diese Tees dürfen - wie alle Lebensmittel - nicht schaden, aber niemand sollte erwarten, dass sie eine pharmazeutische Wirkung haben.

Arzneitees kauft man vor allem in der Apotheke. Vereinzelt finden sich aber auch im Supermarkt oder in Drogeriemärkten Tees, die laut Packungsaufdruck frei verkäufliche Arzneimittel sind. So steht in der Drogerie ein Pfefferminztee, der Lebensmittel ist, direkt neben einem Pfefferminztee, der laut Packungsaufdruck ein Arzneimittel ist. Arzneimittel, also auch Arzneitees, tragen auf der Packung eine Zulassungsnummer, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Für Arzneitees gibt es außerdem klare Qualitätsanforderungen, die um ein Vielfaches höher sind als bei Lebensmittel Tees. Für Arzneitees dürfen nur getrocknete Pflanzenteile verwendet werden, die strenge erfüllen müssen und es dürfen keine Verunreinigungen beigemischt werden.

Beispiel Kamillentee

Tasse mit Kamillentee (Foto: Colourbox)

Für Arzneitees schreibt das Arzneibuch die Verwendung der Blüten vor. Dem Kamillentee, den man im Supermarkt kauft, sind meistens Kraut, Blätter und Stängel beigemischt. Er schmeckt nach Kamille, und das reicht für ein Lebensmittel völlig, Arzneitee mit medizinischer Wirkung enthält hingegen nur Blüten, und deshalb ist auch sein Gehalt an ätherischem Öl und anderen wertvollen Inhaltsstoffen größer.

Rezeptvorschlag für einen Hustentee

Rezept Hustentee

Wenn es im Hals kratzt, ist meistens ein Husten im Anmarsch. das Rezept von Apotheker Marcel Burghardt ist bereits von seinem Vaters und hilft besonders gut.  mehr...

Kaffee oder Tee SWR Fernsehen

Die richtige Zubereitung

Eine Teetasse und Teekanne stehen auf einem Tisch im Hintergrund ist ein Wohnzimmer zuerkennen. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Die Japaner, Engländer und Chinesen machen es vor: Sie zelebrieren ihre Tee-Zeit. Es gibt sogar eine ISO Norm, wie man Tee perfekt zubereitet. Sie soll bei der Verkostung die Vergleichbarkeit gewährleisten. Und auch die Royal Society of Chemistry hat eine Anleitung für das Gelingen veröffentlicht. So viel Aufwand muss vielleicht nicht sein, wichtig ist es aber dennoch, den Tee korrekt zuzubereiten, damit er als sicheres Lebensmittel genossen werden kann. Da Tee ein Naturprodukt ist, müssen viele Teesorten beispielsweise mit kochendem Wasser übergossen werden, damit mögliche Keime abgetötet werden. "Sporen können jedoch auch im warmen Wasser auskeimen, daher sollte Kräutertee frisch getrunken und nicht über mehrere Stunden stehen gelassen oder auf dem Stövchen oder in der Thermoskanne nur lauwarm gehalten werden (Quelle Apotheken-Umschau)

Die richtige Trinktemperatur

Polyphenole sind vor allem in grünem Tee und in geringerem Maße auch in schwarzem Tee enthalten. Sie fangen sogenannte freie Radikale, stimulieren die Zellteilung und schützen Herz und Gefäße. Tee darf nicht zu heiß getrunken werden. Kann man die Tasse oder das Schälchen entspannt in den Händen halten, ist die Temperatur richtig. Zu heiße Getränke können die Schleimhäute schädigen.

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