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Es ist nicht die verlockendste Aufgabe, Abflüsse gründlich zu säubern aber spätestens wenn es nur noch schleppend wegsickert, sollten Sie handeln. So können Sie vorbeugen:

Ihr Abfluss ist kein Müllschlucker

  • Speisereste und Kosmetikartikel gehören in den Müll, organische Abfälle auf den Kompost oder in die Bio-Tonne.
  • Wenn Sie "Ölziehen" praktizieren gehört das Mundziehöl immer in den Restmüll und nicht ins Waschbecken.
  • Legen Sie auf Ihre Abflüsse immer ein Schmutzauffangsieb aus Kunststoff oder Edelstahl, damit grobe Feststoffe und vor allem Haare und langfaserige Abfälle zurückgehalten werden.
  • Sparen Sie trotz zeitgemäßem Umgang mit Wasser nicht an der Toilettenspülung – die Abflussrohre müssen immer reichlich durchgespült werden.
  • Achten Sie auf Toilettenpapier, das schnell verflockt und sich leicht auflöst. Verwenden Sie nicht mehr als zwei feuchte Toilettenpapierstücke pro Toilettengang.
  • Werfen Sie keine Feuchttücher zum Beispiel Babyfeuchttücher etc. in die Toilette.
  • Grundsätzlich lohnen sich das regelmäßige Durchspülen mit einer Sodalösung und der Einsatz des Saugstampfers.

Richtige Reinigungsmittel einsetzen

Normale Verschmutzungen reinigen Sie immer mit einem sauer eingestellten Sanitärreiniger dem sog. Badreiniger. Bevorzugen Sie Zitronensäure oder Milchsäure. Dies sind nicht flüchtige Säuren, da flüchtige Säuren, wie z.B. Essigsäure, die Qualität der Innenraumluft verschlechtern können.

Putzmittel in Eimer (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Diese Produkte weisen einen ph-Wert unter 7 auf. Sie wirken gegen Verschmutzungen wie Kalkrückstände, Kalkseife, Urinstein und Rostablagerungen. Im Wesentlichen werden den sauren Produkten Tenside beigegeben. Sie benetzen die Oberflächen und beseitigen Fettablagerungen. Hilfsmittel verhindern die Korrosion von Metallen und Duft- und Farbstoffe dienen der Produktästhetik. Organische Säuren brauchen eine Einwirkzeit von einer bis fünf Minuten. Nachfüllbeutel sparen Verpackungsmaterial und machen den Badreiniger preiswert. Sie werden direkt und zusammen mit kalten Wasser angewendet und sollten mit einem Reinigungstextil aufgetragen werden.

Badreiniger können Sie bei allen keramischen, emaillierten, Glas- und Kunststoffoberflächen einsetzen, sie sind nicht geeignet für Holz, Acryl- und Aluminiumoberflächen, alte emaillierte Badewannen, Marmor- und Natursteine.

Flüssige WC-Reiniger sind häufig viskos und haften dadurch länger an den senkrechten Flächen. Dadurch wird die Einwirkdauer verlängert, was die Reinigungswirkung verbessert. Da sauer reagierende Reiniger die Keramik nicht angreifen, können Sie diese bei starker Verschmutzung auch mehrere Stunden einwirken lassen. Das Reinigungsmittel sollte nicht vollständig antrocknen, damit das Material geschont wird. Nach der Einwirkzeit reinigen Sie den Innenbereich der Toilette mit der WC-Bürste und entfernen den Schmutz durch Spülen. WC-Reiniger sind auf Grund ihrer Zusammensetzung in der Regel keimtötend. Somit ist der Einsatz zusätzlicher Desinfektionsmittel im Toilettenbecken nicht erforderlich.

Was Sie nicht tun sollten

  • Benutzen Sie auf keinen Fall vorbeugend Mittel zur Abflussreinigung, denn sie enthalten stark ätzendes Natriumhydroxid (fällt unter die Gefahrenstoffverordnung), das bei Kontakt mit Haut, Augen und Schleimhäuten gefährliche Verätzungen verursachen kann und das Abwasser stark belastet. Pulverförmige Reiniger lösen eine komplizierte chemische Reaktion aus, die auch zu einer Erwärmung des Abflussrohres führt. Kunststoffrohre oder Kunststoffverbindungen können geschädigt werden. Flüssige Abflussreiniger unterscheiden sich in den Inhaltsstoffen nicht wesentlich - sie enthalten zusätzlich Tenside und Chlorbleichlauge. Außerdem führen Abflussreiniger erfahrungsgemäß selbst zu Rückständen und entwickeln in Verbindung mit säurehaltigen WC-Reinigern giftige Chlorgase.
  • Kaffeesatz wird fälschlicherweise oft als Rohreinigungsmittel angepriesen. Er enthält Fette und bindet die Feststoffe im Rohr auf Dauer erst Recht. Cola ist und bleibt ein Getränk und verursacht in der Kläranlage nur Aufwand durch den Abbau des Zuckers und Backpulver gehört in den Kuchen. Beides eignet sich keinesfalls als Rohrreiniger.
  • Vermeiden Sie unbedingt fetthaltige Speisereste oder gar Fette oder Öle im Abfluss und der Toilette, denn Fett belastet den Abwasserkreislauf und bindet zusätzlich andere Feststoffe.

Erste Hilfe Maßnahmen bei Verstopfung

1. Schritt: Der richtige Einsatz des Saugstampfers

Alle Überläufe zukleben oder mit einem nassen Lappen zustopfen, Abfluss verschließen und wenig Wasser in das Becken füllen. Dann den Abfluss öffnen, Saugstampfer schnell bündig aufsetzen und regelmäßig pumpen, ohne das Gummi der Pumpe abzulösen.

Eine Frau versucht den verstopften Abfluss in der Toilette freizubekommen. (Foto: © Colourbox.de -)
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Durch diese Sog- und Saugwirkung können Ablagerungen gelöst werden. Anschließend spülen Sie kräftig mit heißer Sodalösung durch. Dazu lösen Sie vier bis fünf Esslöffel (40 – 50 Gramm)Sodapulver in fünf Liter auf und gießen die Lösung zügig in den Abfluss. Soda löst fetthaltige Rückstände und verbessert die Hygiene.
Achtung: zusammenhängende Abflüsse z.B. von Dusche und Badewanne immer beide bearbeiten und dann Wasser nachfüllen, sonst wird das Wasser aus dem Nachbarabfluss gesaugt und es fängt an übel zu riechen

2. Schritt: Abmontieren des Siphons unter Spüle/Waschbecken

Stellen Sie einen Eimer unter das Waschbecken. Versuchen Sie die Muttern zuerst von Hand zu lösen und wenn dies kein Erfolg hat, legen Sie ein Tuch um die Muttern und drehen vorsichtig mit der Rohrzange auf, so verkratzen die Chromteile nicht.

Ein Handwerker schraubt an einem Siphon. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Ziehen Sie den Bogen nach unten, schütten das restliche Wasser aus und reinigen Sie ihn mit einer Flaschenbürste. Der Stutzen zur Wand ist in der Regel mit einer Gummimuffe abgedichtet, die zum Reinigen problemlos heraus gezogen werden kann. Erneuern Sie die Gummidichtungen und Gummimuffe wenn sie sich hart und porös anfühlen oder gleich den ganzen Geruchsverschluss (dazu nehmen Sie die alten Teile zum Einkauf einfach mit).

3. Schritt: Einsatz einer Rohrreinigungsspirale

Die meisten Baumärkte bieten Rohrreinigungsspiralen in verschiedenen Längen und Ausführungen an. Für den ungeübten Einsatz sollten Sie eine ausziehbare Spirale mit Handkurbel in einer Länge von maximal 1,50 Meter einsetzen. Längere Spiralen eignen sich nicht mehr für den Handbetrieb und für den Einsatz einer elektrisch betriebenen Spirale sollten Sie auf die Erfahrung des Installateurs vertrauen.

Schieben Sie die Welle ganz vorsichtig in das Abflussrohr in der Wand. Achten Sie aber darauf, dass die Spitze beim Aufsetzen keine Steckverbindung im Rohr verletzt und so größeren Schaden anrichtet. Sobald Sie auf Widerstand stoßen dreht sich die Spitze wie ein Korkenzieher in die Verstopfung. Beim Herausziehen, ähnlich wie beim Korkenzieher, wird der Dreck herausbefördert. Gehen Sie dabei aber sehr vorsichtig zu Werke, denn die Spirale lässt sich durch Rohrknicke oft nicht leicht herausziehen, sondern muss zuerst nach links gedreht werden. Halten Sie nun einen Eimer bereit, denn oftmals befördern Sie unappetitliche Rückstände zu Tage. Tragen Sie für diese Arbeit auch immer Gummihandschuhe. Meist haben Sie jetzt eine kleine Durchflussmöglichkeit im Abflussrohr geschaffen und Sie können mit Sodalösung und Saugstampfer restliche Rückstände auflösen und entfernen.

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