Schimmel (Foto: imago)

Regelmäßig Lüften ist entscheidend

Das können Sie gegen Schimmelbefall tun

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Insgesamt gibt es über 100.000 verschiedene Schimmelarten, rund 30-40 davon können sich in Wohnräumen ansiedeln. Besonders anfällig sind die Badezimmer. Wir geben Tipps gegen Schimmelbefall.

Schimmel bildet sich vorzugsweise an feuchten Mauern, Tapeten, Textilien, an Silikon- und Zementfugen, aber auch an Polstermöbeln, in Klimaanlagen und in der Erde von Topfpflanzen.

Schimmel als Krankheitsauslöser

Der Schimmelpilz setzt sich zusammen aus Sporen, Myzel und Fruchtkörper. Sporen und Myzel sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Deutlich sichtbar ist hingegen der Fruchtkörper. Es ist ein filziger Belag, der grünlich, bläulich, rötlich, grau, braun oder schwarz gefärbt sein kann und oft einen modrig-muffigen Geruch ausströmt.

Ist er in der Wohnung zu sehen, ist das ein Alarmzeichen! Der Schimmel muss entfernt werden, sonst kann er zu einer Bedrohung für die Gesundheit werden. Die freigesetzten Giftstoffe können über die Atemwege Vergiftungen hervorrufen. Mediziner sehen darin sogar mögliche Auslöser für Krebserkrankungen.

Schimmel: Bäder besonders gefährdet

In Bädern siedeln sich Schimmelpilze besonders leicht an, weil die Raumtemperatur hier meist höher ist, als in den übrigen Wohnräumen, es feucht ist und die Luft zudem meist schlechter abzieht. Typische Stellen sind Silikonfugen an der Dusche, Zementfugen zwischen den Fliesen und hinter Schränken.

Regelmäßig lüften

WICHTIG: Damit der Pilz erst gar keine Chance hat, gilt für alle Räume: Es muss unbedingt regelmäßig gelüftet werden.

Lüften Sie viermal am Tag möglichst nur fünf Minuten im "Durchzug", bei gemäßigter Witterung auch etwas länger und öfters. Schließen Sie, wenn möglich, dabei das Heizkörperventil.

Vermeiden Sie Dauerlüftung während der Heizperiode, z.B. durch Kippstellung der Fenster. Dies gilt natürlich auch für die Nacht. Durch die starke Abkühlung der Wände kann Kondenswasser entstehen, das die Schimmelpilzbildung begünstigt.

Lüften Sie nach dem Duschen oder Kochen unverzüglich die betroffenen Räume und halten dabei die Zimmertüre geschlossen.

Mann sprüht Mittel gegen Schimmel an die Wand (Foto: Colourbox)
Im Zweifelsfall müssen Fachkräfte gegen den Schimmel ran.

Unterschiedliche Temperaturen vermeiden

Vermeiden Sie stark unterschiedliche Temperaturen in den Zimmern. Weniger beheizte Räume sollten nicht durch die Raumluft anderer Räume mitbeheizt werden. Sonst kann sich Tauwasser an den kälteren Oberflächen der Außenwände absetzen.

Rücken Sie die Möbel ca. 5 cm von der Außenwand weg, damit die Luft zirkulieren kann. Lassen Sie die Heizkörper möglichst frei gestellt.

Überheizen Sie Ihre Wohnung nicht. Empfohlene Lufttemperaturen:

  • 22° C in Badezimmern
  • 20 bis 22° C in Wohn- und Arbeitsräumen
  • 18 bis 20° C in Schlafräumen und übrigen Zimmern
  • 17° C im Flur und in wenig genutzten Räumen

Experte: Benjamin Eilts; Professor für Reinigungs- und Hygienetechnik

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