Smartphone mit Microfasertuch reinigen (Foto: Colourbox)

Oft genutzt, wenig geputzt

Smartphone und Tablet reinigen

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Tablet, Smartphone und Laptop sind bei vielen von uns fast im Dauereinsatz. Die Geräte brauchen deshalb von Zeit zu Zeit eine Reinigung. Dabei gilt: Weniger ist oft mehr!

Staub ist ein ständiger Begleiter in unseren Haushalten. Hausstaub entsteht durch Abrieb und Aufwirbelungen durch die Bewohner selbst, wird aber auch von außen durch Luftverschmutzung in unsere Räume getragen. Er verbreitet sich gleichmäßig mit der Raumluft und setzt sich überall ab.

Besonders elektronische Geräte sind sehr anfällig und ziehen Staub regelrecht an. Meist sind die Gehäuse auch noch schwarz, so dass er gerade dort auffällt. Staub ist aber erst bei sehr hohem Aufkommen als bedenklich einzustufen. Dann zum Beispiel, wenn er dem Bildschirm die Luft zum "Atmen" nimmt, sprich Luftkanäle zusetzt oder die Innereien an der Wärmeabführung hindert. Eine besonders heikle, weil Kurzschluss-gefährliche Kombination, ist die von Staub und Feuchtigkeit.

Staub entfernen

Trockene Staubaufnahme ist gefährlich, denn es entstehen schnell Kratzspuren, auch wenn sich ein Tuch eigentlich weich anfühlt. Vermeiden Sie Küchenkrepp, Papiertaschentücher oder Handtücher, denn Sie sind ebenfalls zu grob und hinterlassen feinste Flusen.

Besser ist es, den Staub mit einem Staubpinsel aus Naturhaar zu entfernen. Haare haben einen sehr hohen Fettgehalt und binden dadurch sehr viel Staub. Sie laden sich auch nicht elektrostatisch auf und reinigen sehr schonend weil sie extrem weich sind. Sind die Haare verschmutzt, lassen sie sich ab und zu per Hand mit einem Wollwaschmittel auswaschen. Das schützt auch vor Kleidermotten.

Bei hartnäckigem Staub hilft nur der Einsatz von nebelfeuchten Tüchern. Es empfehlen sich ganz feine Microfasertücher, die auch für die Glasreinigung/Brillenreinigung eingesetzt werden, oder Fenstertücher aus Schafleder.

Reinigung von Gehäusen

Gegen Staub mit Druckluft oder Staubsauger anzukämpfen, schadet bei einem empfindlichen Elektrogerät manchmal mehr als dass es nutzt. Oft kommt man hier schon mit Pusten weiter.

Verstaubter PC-Lüfter (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Beim PC-Gehäuse können Sie die Rillen und Lüftungsschlitze für die Kühlung mit einem Pinsel oder mit dem Kaltluftgebläse des Föhns bearbeiten. Wenn Sie es sich zutrauen, können Sie das Gehäuse auch aufschrauben und innen liegenden Staub vorsichtig mit dem Pinsel entfernen.

Beim offenen Gerät lässt sich auch der Lüfter entstauben, denn wenn dieser zu sehr verstaubt ist, kann es tatsächlich die Geschwindigkeit des Rechners beeinflussen.

Bei Laptop oder Tablet heißt es aber: Nicht öffnen! Die Garantie würde sonst erlöschen! Hier kann man nur immer wieder mit einem feuchten Microfasertuch oder Leder abwischen. So lassen sich auch die ständigen Fingerspuren am besten entfernen.

Stark verschmutzte Oberflächen reinigen Sie mit Hilfe von Isopropanol oder einem selbst hergestellten Gemisch aus Isopropanol (70%) und destilliertem Wasser (30%). Der Alkohol entfernt fettverschmutzte Ablagerungen, die in Verbindung von Hautfett und Schmutz entstehen, besonders gründlich.

Reinigung von Bildschirmen

Ziehen Sie vor der Reinigung immer zuerst den Netzstecker und lassen Sie die Geräte auskühlen. Akkus evtl. entfernen.

Es empfiehlt sich auch hier der Griff nach einem leicht angefeuchteten Tuch. Im Handel sind speziell getränkte Einmaltücher oder Spezialreiniger für die Reinigung von PC- Monitoren, LCD-Bildschirmen, Plasma, Laptop oder Smartphones erhältlich. Bei starken Verschmutzungen, zum Beispiel in Räumen, in denen geraucht wird, sind sie zur Reinigung sicher sinnvoll.

Vorsicht: Reinigungsmittel auf keinen Fall direkt auf den Monitor aufsprühen oder auftragen, sondern immer auf das Reinigungstuch auftragen. Es besteht sonst die Gefahr, dass sich Feuchtigkeit am Rahmen sammelt und letztendlich in den Bildschirm gelangt und Schaden verursacht.

Grundsätzlich vermeiden sollten Sie alle Reiniger mit den Inhaltsstoffen Aceton, Alkohol (Ethanol, Methanol), Benzol. Jegliche Art von Säuren (auch Essig- und Zitronensäure) Scheuermittel und Verdünner. Die vorderseitige LCD-Bildschirmfläche ist sehr empfindlich. Vermeiden Sie daher jeglichen Druck auf die Bildschirmfläche (Finger, Stift etc.).

Reinigung von Touchscreens

Kratzer oder Abnutzung, auch durch den Kontakt mit rauen Materialien, können Sie durch eine der vielen Hüllen oder Taschen vermeiden, die separat erhältlich sind. Die Displays verfügen über eine schmutzabweisende (oleophobe) Beschichtung. Sie sorgt als fettabweisende Oberflächenausrüstung dafür, dass Sie Fingerspuren und Verschmutzungen leicht abwischen können, leichter als das normal von Glas der Fall ist.

Zum Vergleich: Versuchen Sie einmal, einen Fingerabdruck von einer Fensterscheibe zu entfernen! Sie würden ihn bei bloßem Wischen nur verschmieren und weiter auf dem Glas verteilen!

Schlechte Nachricht: Leider lässt die Wirkung der oleophoben schmutzabweisenden Oberflächenausrüstung auch bei normaler Benutzung und sachgemäßer Reinigung mit der Zeit nach.

  • Verwenden Sie ein weiches, nebelfeuchtes Micorfasertuch. Achten Sie darauf, dass keine Feuchtigkeit in die Öffnungen eindringt. Anhauchen hilft schon, wenn Sie nur ein trockenen Tuch zur Verfügung haben.
  • Finger weg von feuchten Brillenputztüchern! Rücken Sie der Verschmutzung mit einem alkoholhaltigen Reiniger, zum Beispiel einem Glasreiniger oder alkoholhaltigem Brillenputztuch, zu Leibe, so ist das viel zu agressiv und beschädigt mit der Zeit die Oberfläche.
  • Verwenden Sie keine Fensterreiniger, Haushaltsreiniger, Sprays, Lösungsmittel, alkoholhaltige Reiniger, Ammoniaklösungen oder Scheuermittel für die Reinigung.
  • Spezielle Einmaltücher zur Feuchtreinigung für Bildschirmoberflächen sind bei starker Verschmutzung sinnvoll. Sie enthalten reinigende Substanzen, entfernen Fingerspuren ohne großen Druck und enthalten keinen Alkohol.
  • Säubern Sie die Displays immer sofort, wenn sie mit Substanzen in Berührung gekommen sind, die Flecken verursachen wie zum Beispiel Tinte, Farbe, Make-up, Schmutz, Lebensmittel, Öle und Lotionen.
  • Üben Sie keinen zu starken Druck auf die Oberfläche aus, denn sonst könnte im schlimmsten Fall die Oberfläche eingedrückt werden.

Anschlüsse und Buchsen reinigen

Gerade wenn man das Smartphone in der Tasche oder Hosentasche trägt, befinden sich dort feinste Staubteile und Fussel, die sich gerne in den kleinen Anschlüssen und Buchsen verfangen. Bemerkbar macht sich dies in einer schlechteren Tonübertagung mit Knistern oder Aussetzern. Dann sollten diese sehr vorsichtig entfernt werden, um in den Buchsen keinen Schaden anzurichten.

Nehmen Sie ein Wattestäbchen und achten Sie darauf, dass daran keine losen Fusseln sind. Damit lassen sich Eingänge vorsichtig säubern. Sollte der Schmutz sehr hartnäckig sein, kann man das Stäbchen auch mal anfeuchten. Dafür aber das Gerät ausschalten und erst nach gründlichem Trocknen der Anschlüsse wieder einschalten.

Tastatur reinigen

  • Drehen Sie die Tastatur um und schütteln Sie alle losen Krümel heraus.
  • Ein Pinsel hilft, in die Zwischenräume zu gelangen.
  • Achtung: Verwenden Sie keinen Staubsauger, der wäre zu stark. Pusten ist besser!
  • Wischen Sie mit einem feuchten Tuch über die Tasten und soweit es geht die Zwischenräume. Immer Vorsicht mit Feuchtigkeit!
  • Hilfreich sind hier auch Wattestäbchen und Zahnstocher. Wattestäbchen vorher in Isopropanol tauchen, das hilft zur Desinfektion und verhindert, dass sich lose Fusseln aus der Watte lösen.
  • Als Reinigungsmittel empfiehlt sich eine Lösung aus Isopropanol und dest. Wasser.
  • Spezielle Reinigungsknete wird über die Tastatur und auch die Anschlussbuchsen oder Lautsprecherbuchsen gerollt. Sie ist biozid, nimmt Krümel, Staub etc. auf und wirkt desinfizierend.
  • Bei Laptops und Tablets sind die Tastaturen fest verbaut und die Gehäuse oft sehr flach. Wenn hier der Staub tiefer sitzt und sich nicht herausschütteln oder klopfen lässt, hilft ein Druckluftspray. Halten Sie das Gerät senkrecht und blasen Sie die Luft von oben nach unten im Zick-Zack über die Tastatur. Wiederholen Sie den Vorgang in die Gegenrichtung noch einmal.
  • Manuelle Tastaturen können im alleräußersten Fall ausgebaut werden: Stecken Sie die Tasten vom Gehäuse ab und legen sie in ein warmes Wasserbad, damit sich alle verklebten Reste auflösen. Reinigen Sie dann das Gehäuse gründlich und lassen Sie Tasten und Gehäuse vollständig austrocknen, bevor Sie sie wieder zusammen bauen. Tipp: Hilfreich ist es , vorher ein Foto zu machen, damit alle Tasten am Ende wieder ihren richtigen Platz finden.

Desinfektion Ja oder Nein?

Meist geben wir Tablet oder Smartphone nicht aus der Hand und benützen es in den meisten Fällen selbst. Daher gilt die eigene Händehygiene als oberste Hygienemaßnahme und Handy und Co sollten nicht mit auf die Toilette und auch am Esstisch vermieden werden.

Bei Geräten, die von mehreren Nutzern bedient werden wie zum Beispiel Tablets in E-Autos von Carsharing leisten spezielle Einmaltücher zur Feuchtreinigung gute Dienste und es kann auch mal eine Desinfektion mit einem alkoholhaltigen Reinigungstuch nötig sein.

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