Von Schnee bedeckte Fahrräder (Foto: IMAGO, Elmar Gubisch via www.imago-images.de)

Unsere Tipps

Radfahren im Winter

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AUTOR/IN
Stephan Gramsch

Immer mehr Menschen nutzen das Rad auch in der Winterzeit als Fortbewegungsmittel - aus unterschiedlichen Gründen. Wir geben Tipps, auf was Sie achten sollten.

Die richtige Bekleidung

Hose und Jacke sollten natürlich der winterlichen Temperatur angepasst sein. Berücksichtigen muss man aber, dass man sich beim Radfahren sportlich betätigt und damit warm wird oder sogar schwitzt.

Problemlos kann man zum Beispiel seine wärmere Laufbekleidung zum Radfahren verwenden. Man sollte aber beachten, dass die Bekleidung am Oberkörper wegen des Fahrtwindes winddichter und wärmer sein sollte.

Der Pedelec-Fahrer sollte sich eher dicker einpacken. Der Normalrad-Fahrer sollte sich eher etwas leichter anziehen, da es ihm wärmer wird.

Größere Handschuhe und Helm sind Pflicht

Die Handschuhe sollten deutlich größer sein, als man es normal bei Winterhandschuhen gewohnt ist. Durch das Greifen des Lenkers und der Betätigung der Bremshebel benötigt man deutlich mehr Länge und Bewegungsfreiheit.

Da die Sturzgefahr im Winter deutlich größer ist, sollte der Helm, so wie immer, eine Selbstverständlichkeit sein. Es gibt Helmüberzüge gegen Kälte, Feuchtigkeit und Wind. Unter den Helm kann man ein dünnes warmes Stirnband und/oder eine Unterziehmütze anziehen.

Der ehemalige Verkehrsminister Franz Muentefering mit Fahradhelm (Foto: IMAGO, Andreas Wagner)
Der Helm gehört dazu. Das wusste auch der ehemalige Verkehrsminister Franz Müntefering. Andreas Wagner

Das richtige Fahrverhalten

Noch mehr als im Sommer muss vorausschauend gefahren werden. Auch am Tag mit Licht fahren, da man als Radfahrer definitiv in dieser Jahreszeit schlechter wahrgenommen wird.

Besonders rutschige Elemente im Straßenbereich für das Fahrrad: Zebrastreifen und weiße Fahrbahnmarkierungen Holz- und Gitterrostbrücken.

Wie beim Auto auch, gilt im Winter ganz besonders vorsichtig und gut dosiert bremsen, damit man nicht ins Rutschen kommt.

Radausstattung - Wartung und Pflege des Rades

Die Reifen: Alter und Profil kontrollieren. Wie beim Auto auch altern die Fahrradreifen und verlieren an Elastizität. Das wird durch die Kälte noch verstärkt, so dass die Haftung früher verloren geht als bei neuen Reifen.

Beim Reifenluftdruck sollte man eher den unteren Wert empfohlenen Wert wählen. Dadurch vergrößert sich die Auflagefläche des Reifens auf dem Untergrund. Auch für Fahrräder gibt es spezielle wintertaugliche Reifen.

Es gibt fürs Fahrrad Reifen mit Spikes, die sind für den Wintervielfahrer geradezu ein Muss.

Bremsenkontrolle: Gut funktionierende Bremsen sind eine Muss! Vor allem ist im Winter die gute und feinfühlige Dosierbarkeit der Bremskraft gefragt.

Scheibenbremse: Ist eventuell Luft im System, oder das System ist seit Jahren nicht gewartet worden, so reagiert vor allem bei Kälte das System in ungewohnter Weise, so dass es zum Sturz oder Unfall führen kann.

Konventionelle Bremse: Sind die Züge alt und eventuell verschlissen, funktioniert die Bremse nicht sauber bei geringer Handkraft. Wird dann stärker am Hebel gezogen, kommt die Bremswirkung dann eventuell schlagartig und sehr stark, was unweigerlich zum Sturz führt.

Das Fahrrad putzen

Das Rad sollte auch in der Winterzeit immer mal wieder gewaschen werden, damit in Regionen wo Streusalz verwendet wird, das Salz die Komponenten am Fahrrad nicht auf Dauer schädigt. Dann ein Kettenöl verwenden und kein Öl-Spray, da sich der Sprühnebel auf die Bremsen absetzen kann.

Besonderheiten beim Pedelec

Hinweis auf Pedelec-Parkplatz (Foto: Colourbox, Markus Mainka)
Markus Mainka
  1. Akku bei längerer Abstellzeit nicht in der Kälte lassen. Das schadet zwar dem Akku nicht, aber ein kalter Akku bringt nicht mehr die volle Leistung. Einfach abnehmen und mit ins Haus oder mit zur Arbeit nehmen.
  2. Kürzere Abstellzeiten wie Einkaufen oder Erledigungen in der Stadt sind kein Problem.
  3. Den Akku am besten immer bei Zimmertemperatur laden und nicht in der unbeheizten Garage. Bei wenigen Graden über Null, stellt das Akku-Management das Laden ein.
  4. Der Akku wird durch die Benutzung beim Fahren warm, eine spezielle Neopren-Hülle speichert diese Wärme und der Akku kühlt nicht so stark aus.
  5. Bei Anfahren nach einem Stopp, vor allem wenn es in eine Kurve geht, vorausschauend auf eine schwächere Unterstützungsstufe schalten, damit bei rutschigem Untergrund beim Anfahren nicht die volle Motor-Leistung abgerufen wird.

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