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Wenn es schneit, sind Frühaufsteher gefragt: Ab 7.00 Uhr gilt fast überall die Räumpflicht. Denn bei Schneefall und Glatteis versteht die deutsche Rechtsprechung keinen Spaß.

Räum- und Streupflicht von 7-20 Uhr

Es gibt genaue Vorgaben, wann der Schnee geschippt werden muss: Unter der Woche beginnt der Winterdienst im Regelfall um 7 Uhr morgens, an Sonn- und Feiertagen um 8 oder 9 Uhr. Diese Räum- und Streupflicht endet normalerweise um 20 Uhr, außer an Orten mit erheblichem Publikumsverkehr. Zu diesen zählen beispielsweise Kinos oder Restaurants, hier muss sogar nach 22 Uhr geräumt werden.

Auf dem Gehweg muss ein Streifen freigeschaufelt werden: so breit, dass zwei durchschnittlich dicke Menschen aneinander vorbeikommen können. Ideal sind 1,50 m, 1,20 m dürften aber auch reichen. Auf Privatwegen reicht es, wenn der Streifen 50 cm breit ist.

Streuen nicht vergessen!

Bei starkem Schneefall und Glätte muss man streuen, und zwar Granulat, Sand oder Split. Das ökologisch schädliche Streusalz ist meist verboten. Wenn es stark bergauf oder bergab geht und auf Treppen , kann es aber erlaubt sein.

Behälter mit Sand zum Streuen (Foto: Colourbox)

Verantwortlich fürs Streuen ist eigentlich die Gemeinde, doch die hat das meist auf die Anlieger übertragen, also die Hauseigentümer. Vermieter wälzen die Räumpflicht häufig auf ihre Mieter ab – nachzulesen ist das im Mietvertrag

Mietvertrag (Foto: Colourbox)

Wenn es nötig ist, mehrmals am Tag schippen

Wenn es ununterbrochen schneit, muss man nicht pausenlos schippen. Hört der Schneefall auf, ist man aber wieder in der Pflicht. Notfalls muss man also auch mehrmals am Tag raus auf den Bürgersteig.

Ungünstig, wenn man tagsüber einer Arbeit nachgeht. Dann muss man jemanden beauftragen, der das Schippen und Streuen übernimmt.

Achtung: Dachlawine!

Stürzt eine Dachlawine auf Gehweg oder Straße, haftet der Hausbesitzer nicht in jedem Fall. In schneereichen Gegenden können Schneefanggitter an Hausdächern vorgeschrieben sein. In schneearmen Regionen besteht diese Vorschrift nicht. Dort muss aber der Hauseigentümer warnen, wenn nicht offensichtlich ist, dass es zu Dachlawinen kommen kann.

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