Zahnarzt bei Routineuntersuchung (Foto: Colourbox)

Zahngesundheit

Parodontose erkennen, behandeln und vermeiden

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AUTOR/IN
Anne Wieland

Fast jeder Zweite in Deutschland leidet im Laufe seines Lebens unter einer mehr oder weniger ausgeprägten Zahnbettentzündung. So können Sie verhindern, dass es dazu kommt.

Der Fachbegriff ist Parodontitis, umgangssprachlich wird die Erkrankung auch Parodontose genannt. Typische Symptome einer Parodontose sind ein rötlich bis bläulich verfärbtes Zahnfleisch und Zahnfleischbluten. Allerdings tut die Parodontose im Frühstadium nicht weh und bleibt leicht unentdeckt, wenn der Zahnarztbesuch vermieden wird.

So entsteht Parodontose (Parondotitis)

Siedeln sich Bakterien aus der Mundhöhle auf rauen Zahnbelägen aus Nahrungsresten und Speichelbestandteilen an, scheiden sie Säuren und Giftstoffe aus. Diese können eine fortschreitende Zahnfleischentzündung auslösen bis hin zur Entzündung des gesamten Zahnbettes mit einem im Röntgenbild sichtbaren Knochenabbau um den Zahn. Bei einer Parodontose bilden sich tiefe Taschen am Zahnfleischrand, in denen Nahrungsreste hängen bleiben. In den Taschen können sich Bakterien optimal vermehren.

Parodontose kann schwere Erkrankungen verursachen

Durch die chronische Entzündung schwindet der Knochen und das Zahnfleisch zieht sich zurück, sodass die empfindlichen Zahnhälse frei liegen und Zähne wackeln.

Die Bakterien können in die Blutbahn gelangen, Entzündungsstoffe im Körper verteilen und dadurch Schäden an anderen Organen und Geweben verursachen. Sie können auch den Übertritt von Zuckermolekülen aus der Blutbahn in die Zellen behindern und so den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen.

Eine Parodontose beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit und führt zu erhöhten Entzündungswerten im Blut. Sie gilt auch als Risikofaktor für Herzerkrankungen, Rheuma und Diabetes.

Risikofaktoren für Parodontose

Zu den Risikofaktoren für Parodontose zählen:

  • schlechte Zahnpflege
  • Zahnstein
  • falsche Ernährung
  • Rauchen
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes

Diagnose der Zahnbettentzündung

Der Zahnarzt kann ohne großen Aufwand bei der Routineuntersuchung den Grad einer möglichen Parodontose ermitteln. Mit einer Spezialsonde misst er dazu vorsichtig die Tiefe der einzelnen Zahnfleischtaschen und die Blutungsneigung. Die Ergebnisse fasst er in einem Index zusammen, dem PSI (Parodontaler Screening-Index).

Es gibt vier Stufen. Bei PSI 1 und 2 liegt die Taschentiefe unter 3,5 Millimeter, bei PSI kommen aber Zahnstein oder Beläge dazu, die gefährlich werden können. Bei einem PSI 3 besteht der Verdacht auf eine leichte bis mittelschwere Parodontitis, die Taschentiefen liegen zwischen 3,5 und 5,5 Millimeter. PSI 4 bedeutet eine mittelschwere bis schwere Parodontitis mit Taschentiefen über 5,5 Millimeter.

Ernährungsumstellung auf antientzündliche, zuckerarme Kost

Zur Ursachenbekämpfung bei Parodontitis gehört neben besserer Mundhygiene auch die Umstellung auf eine ausgewogene, antientzündliche Ernährung. Besteht bereits ein Diabetes, dann ist auf eine gute Einstellung des Blutzuckers zu achten. Hier hilft die Orientierung am Logi-Prinzip: Kohlenhydrate sind deutlich zu reduzieren, insbesondere Zucker - auch versteckter Zucker in industriell hergestellten Lebensmitteln - und helles Mehl.

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