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Die große Liebe! Der nächste Schritt: Zusammenziehen und vielleicht eine gemeinsame Wohnung oder Haus kaufen. Alles prima, solange es gut läuft. Doch was passiert bei einer Trennung?

Zusammenziehen: Wer unterschreibt den Mietvertrag?

Zieht das Paar gemeinsam in eine Wohnung, sollten beide den Mietvertrag unterschreiben. Dadurch werden beide gemeinsam Mieter mit allen Rechten und Pflichten. Beide müssen also dem Mieter die Miete zahlen, können aber gegenüber dem Vermieter auch darauf bestehen, dass z.B. die kaputte Dusche repariert wird.

Wohnt bereits einer der Partner in der Wohnung, kann er den anderen in den Mietvertrag mitaufnehmen. Allerdings muss der Vermieter dem zustimmen.

Steht nur einer von beiden im Mietvertrag, kann er verlangen, dass der andere auszieht, wenn es zu einer Trennung kommt.

Es gilt: «Wer unterschreibt, der bleibt»

Junges Paar schaut auf eine Rechnung. (Foto: Colourbox, ID 9642916)
ID 9642916

Angenommen, beide haben den Mietvertrag unterschrieben und es kommt zur Trennung. Dann gilt: Beide sind Mieter, weswegen der Vermieter von jedem der beiden die Miete verlangen kann, insgesamt aber natürlich nur einmal!

Das trifft auch dann noch zu, wenn einer der beiden bereits ausgezogen ist: Denn mit dem Auszug endet nicht automatisch der Mietvertrag.

Wichtig: Die Pflicht zum Miete zahlen endet erst, wenn der Vermieter einen der beiden aus dem Mietvertrag entlassen hat!

Raus aus dem Mietvertrag: So geht´s

Will einer von beiden aus dem Mietvertrag raus, kann er allein den Mietvertrag nicht kündigen. Die Ex-Partner und der Vermieter können nur gemeinem einen Aufhebungsvertrag in Kombination mit einem angepassten Mietvertrag schließen.

Mit so einem Aufhebungsvertrag wird einer der Mieter aus dem Mietvertrag entlassen, der andere darf bleiben. Allerdings funktioniert das nur, wenn der Vermieter damit einverstanden ist. Anders als bei Ehepaaren in Scheidung muss sich der Vermieter nicht darauf einlassen!

Weigert sich einer der beiden, die Kündigung zu unterschreiben, kann er den anderen auf Zustimmung dazu verklagen.

Was bei einem Wohnungskauf gilt

Ein Paar steht mit einem Makler in einer Wohnung und schaut auf ein Protokoll. (Foto: Colourbox)

Wer zusammen mit seinem nichtehelichen Partner eine Wohnung oder ein Haus kaufen will, sollte darauf bestehen, mit ins Grundbuch aufgenommen zu werden. Denn nur wer da drinsteht, ist auch Eigentümer!

Wenn einer in der Wohnung bleiben möchte, kann er dem Ex-Partner den entsprechenden (meist halben) Anteil abkaufen. Das geht allerdings nur mit Notarvertrag und einer Grundbuchänderung.

Möglich wäre auch, dass die Wohnung weiterhin beiden gehört und einer dem anderen für seinen Anteil eine Miete bezahlt. Oder beide ziehen aus und vermieten oder verkaufen die Wohnung oder das Haus.

Was für Kredite gilt

Stempel mit der Aufschrift Kredit bewilligt (Foto: Colourbox)

Stehen beide Eigentümer im Grundbuch, sollten auch beide gemeinsam den Darlehensvertrag abschließen. Schon allein, weil die Zinskonditionen bei zwei Schuldnern in der Regel besser sind als bei einem Einzelnen.

Was bei einer Trennung gilt

Es gilt der Grundsatz: Verträge sind einzuhalten – auch nach einer Trennung. Will einer aus dem Darlehensvertrag raus, muss erst die Bank einer Änderung des Darlehensvertrags zustimmen. Selbst wenn die Getrennten sich untereinander einig sind, dass nur einer weiter den Darlehensvertrag bedient, sollte der andere darauf bestehen, aus dem Vertrag zu kommen. Denn sonst kann sich die Bank bei einer Insolvenz des Ex-Partners weiterhin an den halten, der noch im Darlehensvertrag steht. 

Stimmt die Bank nicht zu, können die Partner den Vertrag nur gemeinsam nach den vereinbarten Regeln kündigen. Dann wird allerdings auch die Rückzahlung des Darlehens fällig!

Wenn aber einer dem anderen seinen Teil der Wohnung oder des Hauses abkauft und allein im Grundbuch steht, kann man mit der Bank sicherlich über eine Änderung des Darlehensvertrags reden. Als Sicherheit hat die Bank ja wahrscheinlich ohnehin eine Grundschuld im Grundbuch.

Vorsicht, vor dieser Zahlungsfalle

Zieht ein Lebenspartner in die Wohnung oder das Haus des anderen ein, wird das Geld häufig so geteilt, dass der eine weiter sein Haus oder seine Wohnung abbezahlt und der andere für die Lebenshaltung aufkommt.

Von solchen Konstruktionen ist dringend abzuraten! Klare Regelungen helfen am Ende allen und die könnten so aussehen: Beide zahlen die Raten, beide zahlen Lebensmittel und Reisen. Vielleicht sogar über ein eigens für diesen Zweck eingerichtetes Konto.

Wer nach der Trennung den Fernseher bekommt

paar (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Rein rechtlich betrachtet stehen die Haushaltsgegenstände dem Eigentümer zu. Das heißt: Wer den Fernseher bezahlt hat, darf ihn auch behalten. Um das nachweisen zu können, sollten Rechnungen aufbewahrt werden.

Gemeinsam angeschaffte Sachen werden aufgeteilt oder getrennt, soweit es möglich ist.

Wer den Hund oder die Katze bekommt

Ein Hund sitzt bei einem einen Spalt geöffneten Fenster im Auto (Foto: Colourbox)

Haustiere sind zwar keine Sachen, nach dem Gesetz werden sie allerdings juristisch wie Sachen behandelt. Die Grundregel lautet auch hier: Hund oder Katze bleiben bei dem, der das Tier mit in die Beziehung gebracht hat oder es „gekauft“ hat.

Haben es beide Partner zusammen angeschafft, bleibt wirklich nur, sich zum Wohle des Tieres zu einigen.

Was aus dem teuren Weihnachtsgeschenk wird

„Geschenkt ist geschenkt“ heißt es so schön. Und das gilt im Grunde auch rechtlich. «Normale Geschenke» können nur im Ausnahmefall zurückverlangt werden: Beispielsweise bei Verarmung oder grobem Undank.

Krankheit und Tod: Das sollten Sie regeln

Würfel mit Buchstaben ergeben Erbe und liegen auf Geld (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Wichtig zu wissen: Lebenspartner haben kein Erbrecht und auch kein Mitspracherecht bei Krankheit. Deswegen: Wer will, dass sein Lebenspartner nach seinem Tod etwas bekommt, muss ihn ausdrücklich im Testament erwähnen und auch reinschreiben, was er bekommen soll.

Soll der Lebensgefährte auch im Krankheitsfall handeln können, braucht er eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung!

Fazit fürs Zusammenziehen und Zusammenleben

Natürlich ist es ziemlich lebensfremd, dass man einen Vertrag schließt, wenn man gerade frisch zusammenzieht. Wie man jedoch sieht, sollte doch ein paar Dinge geregelt sein, bzw. klare Strukturen haben. Und das gilt umso mehr, wenn es auch noch gemeinsame Kinder gibt.

Außerdem sollte Sie sich bewusstmachen: Stößt dem anderen etwas zu, hat der Partner ohne entsprechende Vollmachten keine Handhabe. Ohne Testament oder Erbvertrag geht er auch leer aus, was das Erbe angeht.

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