Milch im Glas (Foto: Colourbox, Nattachai Sesaud)

Vitamine, Kalzium und Unverträglichkeiten

Milch: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

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Milch ist umstritten. Von "wichtig für eine ausgewogene Ernährung" bis "macht uns krank“ lässt sich die ganze Bandbreite an Meinungen finden. Haushalts – und Ernährungswissenschaftlerin Sabrina Dürr gibt Tipps, worauf Sie beim Einkauf von Milch achten können.

Brauchen wir Milch?

Auch wenn Milch viel Kalzium enthält, brauchen wir sie nicht unbedingt für eine ausgewogene Ernährung. Den Kalziumbedarf können wir auch anders decken, zum Beispiel über kalziumreiches Mineralwasser oder durch Brokkoli.

Da Kühe das klimaschädliche Gas Methan ausstoßen, ist es eine Überlegung wert, den Milchkonsum zu reduzieren, um etwas fürs Klima zu tun.

Macht Milch krank?

Milch macht uns nicht krank. Aber immer mehr Menschen vertragen Milch nicht so gut. Wer oft Blähungen hat oder gar direkt nach dem Konsum von Milch Durchfall bekommt, sollte sich auf eine Laktoseunverträglichkeit testen lassen und Milch meiden.

Welche Milch enthält die meisten Nährstoffen?

Beim Verarbeiten der Rohmilch zu den Produkten, die wir im Supermarkt kaufen können, gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Milch mit dem Aufdruck "traditionell hergestellt" wird 15 bis 30 Sekunden auf 72 bis 75 Grad erhitzt. Dabei gehen bis zu zehn Prozent der hitzeempfindlichen Vitamine verloren.

Ähnliches gilt für Milch mit dem Aufdruck "länger haltbar". Bei H-Milch gehen dagegen bis zu 50 Prozent der der hitzeempfindlichen Vitamine verloren. Wenn H-Milch lange lagert, bleiben gar keine Vitamine und Enzyme mehr übrig.

Vorsicht bei Rohmilch

Neben hitzeempfindlichen Vitaminen gibt es in Milch auch lichtempfindliche Vitamine. Deshalb ist es sinnvoll, Milch in dunklen Glasflaschen oder im Karton zu kaufen. Fettlösliche Vitamine sind in Milch mit 1,5 Prozent Fett nur noch halb so viele enthalten, in Magermilch gar keine.

Kühe auf der Weide (Foto: Colourbox)

Frische Rohmilch enthält definitiv die meisten wertvollen Inhaltsstoffe. Allerdings gibt es ohne Erhitzen trotz aller Hygienevorschriften und sauberen Arbeitens ein Restrisiko für schädliche Keime. Wer Rohmilch kauft, sollte sie deshalb zuhause erhitzen. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass dann die meisten wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen.

Bio-Milch, Weidemilch oder Heumilch?

Wird mit der Aufschrift Heumilch geworben, müssen die Tiere größtenteils traditionell gefüttert werden, das heißt sie fressen im Sommer Gras und im Winter Heu. Futtermittel wie Silage, Nebenprodukte aus Brauereien, Mostereien und Brennereien und gentechnisch verändertes Futter sind ganz verboten.

Trägt die Milch das EU-Bio-Siegel, müssen die Tiere Zugang zu Weideland haben, wann immer die Umstände dies gestatten. Da die Höfe den Kriterien der EG-Öko-Verordnung entsprechen müssen, dürfen ausschließlich ökologisch produzierte Futtermittel ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern eingesetzt werden.

Der Begriff Weidemilch ist zwar gesetzlich nicht geschützt, die meisten Erzeuger von Weidemilch orientieren sich aber an dem Standard, der für das PRO WEIDELAND-Label festgelegt wurde: Die Tiere kommen an mindestens 120 Tagen im Jahr für mindestens sechs Stunden auf die Weide. An den restlichen Tagen des Jahres können sie im Stall gehalten werden.

Woran erkennt der Verbraucher, woher die Milch kommt?

Auf jeder Milchpackung findet sich ein ovales Zeichen mit Buchstaben und Ziffern. Die ersten beiden Buchstaben stehen fürs Land, also zum Beispiel DE für Deutschland. Die nächsten beiden Buchstaben stehen für das Bundesland, aus dem die Milch kommt, also zum Beispiel BW für Baden-Württemberg, RP für Rheinland-Pfalz und SL für Saarland. Die Buchstaben EG am Ende stehen für "Europäische Gemeinschaft" und die Ziffern dazwischen für die Molkerei, aus der die Milch stammt. 

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