Praktische Tipps

Leichte Kleidung für den Sommer: Leinen ist natürlich und voll im Trend

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Diana Stier
Diana Stier

Kleidung aus Leinen: Luftig leicht und kühlend bringt sie sie idealen Trageeigenschaften für heiße Sommertage mit. Richtig gepflegt kann zeitlose Leinenkleidung sehr lange halten.

Hergestellt wird Leinen aus der Flachspflanze, die als Frucht- oder Faserpflanze angebaut wird. Sie ist eine einjährige Pflanze, die in den Monaten März - Juni gesät wird und nach drei Monaten geerntet werden kann. Die Wuchshöhe beträgt 80 bis 120 Zentimeter.

Flachs besteht aus Faserbündeln deren Einzelfasern zwei bis vier Zentimeter lang und durch Pflanzenleim miteinander verklebt sind. Die Kombination aus Zellulosemolekülketten (70 Prozent) und Pflanzenleim (30 Prozent) geben Leinenstoffen die typischen Eigenschaften.

Der hohe Preis für Leinentextilien hat mit den aufwändigen Arbeitsgängen bei der Gewinnung und dem vergleichsweise geringen mengenmäßigen Ertrag zu tun.

Wiese mit Flachsblume, aus der Leinen gewonnen wird für die Sommerkleidung
Leinen wird aus Flachs gewonnen.

Warum ist Leinen eine ideale Sommerfaser?

Leinenfasern schließen kaum Luft ein und wirken dadurch kühlend. Sie können Feuchtigkeit gut aufnehmen, aber auch schnell wieder abgeben und es entsteht Verdunstungskälte. Diese angenehme Trageeigenschaft zeichnet sie vor allem für leichte Oberbekleidung im Sommer aus, ist aber ideal für Bettwäsche oder Handtücher.

Leinen besitzt die größte Nassfestigkeit aller Fasern und ist extrem strapazierfähig. Weil sie ständig Feuchtigkeit enthält, lädt sie sich nicht statisch auf.

Wie ist es mit dem UV-Schutz von Leinen?

Der natürliche UV-Schutz von Leinen ist relativ gering und bewegt sich ähnlich wie bei Baumwolle im Bereich von 10 - 15. Interessant ist jedoch, dass dicht gewebte strukturierte Stoffe besser absorbieren als grobmaschige und locker geschnittene Kleidung deutlich mehr Strahlung abhält als eng anliegende.

Sind die Stoffe dann noch dunkel eingefärbt erhöht das den Schutz ebenfalls und gerade indigo blau, wie wir es von den Farben der Tuareg kennen, erreicht eine besonders starke Absorption.

Typisches Aussehen von Leinenstoffen

Schauspieler Armie Hammer im Look für den Sommer: Ein Anzug aus Leinen
Chic in Leinen auch in Hollywood: Schauspieler wie Armie Hammer hat die richtige Faser für den Sommer gewählt

Die Leinenfaser zeichnet sich durch unregelmäßige Verdickungen aus, sie ist glatt und glänzend. Rein-Leinen enthält mindestens 98 Prozent Leinen, Halb-Leinen mindestens 40 Prozent reines Leinen. Bei preisgünstigerem Halbleinengewebe besteht eine Fadenrichtung (Schussfaden) aus Leinen und die andere (Kette) aus Baumwolle.

Reines Leinen lässt sich aufgrund des Leimgehaltes der Faser nur schlecht einfärben, was meist an den Kanten sichtbar ist. Leinen kann auch mit Chemiefasern zum Beispiel Modal, Polyester oder Polyamid gemischt werden. Durch die Veredlung mit Kunstharzen wird die Faser pflegeleicht, läuft in der Wäsche weniger ein, trocknet schnell und ist leichter zu bügeln bzw. knitterarm.

Allerdings verliert das Gewebe dadurch an Reiß- und Scheuerfestigkeit. Fasermischungen können auch nicht recycelt werden.

Warum knittert Leinen?

Durch den Pflanzenleim ist die Faser nicht elastisch, sondern fester und steifer als Baumwolle was sie zwar weniger schmutzanfällig, fusselfrei und relativ geruchsfrei macht, allerdings stärker knittern lässt. Deshalb ist sie auch weniger geschmeidig als Baumwolle. Man nennt es auch "Edelknitter".

Oberbekleidung aus Leinen wird deshalb meist in legeren, losen Schnitten angeboten. Je öfter Leinen gewaschen wird, desto weicher wird es, da immer etwas Leim ausgewaschen wird. Leider wird bei jedem Waschgang auch immer etwas Farbe ausgewaschen. Weniger Knitter entstehen bei Fasermischungen mit Baumwolle oder Modal.

Geschirr- und Gläsertücher aus Leinen und Halbleinen

Tücher aus Leinen
Leinen knittert leichter, weil die Faser nicht elastisch ist.

Reinleinene Gläser- und Geschirrtücher hinterlassen auf Gläsern, Porzellan, Geschirr und Besteck keine Flusen, weil die Fasern lang sind und sich nicht aus dem Garn lösen.

Wasch- und Pflegetipps für Leinen

Leinen kann man grundsätzlich kochen. Bei Färbungen sollten die Hinweise beachtet werden. Für weiße Teile empfiehlt sich eine Waschtemperatur von 60 Grad, bunte Textilien und Leinenstricksachen lassen sich bei bis zu 40 Grad waschen. Bei höheren Temperaturen können die Teile einlaufen.

Das feuchte Lagern sollte gemieden werden, da Stockflecken entstehen können. Befüllen Sie die Waschtrommel nur halb und waschen Sie mit viel Wasser, damit die Leinenfaser quellen kann. Sie knittert dann nicht so stark, was das bügeln erleichtert. Wählen Sie einen kurzen Schonwaschgang, der nur ganz leicht anschleudert, denn lange Waschdauer strapaziert die Fasern.

Tipp: Sie können die Kleidung grundsätzlich vor dem Waschen einweichen. Dann quillt die Faser im Wasser auf und bricht beim Waschen nicht durch die mechanische Beanspruchung in der Waschtrommel. Das verhindert das Knittern.

Das Trocknen im Wäschetrockner ist nicht geeignet. Besser ist es, Sie lassen die Teile an der Luft trocknen. Eine leichte Luftfeuchtigkeit ist geeigneter als trockene Sonnenhitze. Dann können sich auch Knitterfältchen leichter aushängen.

Vor dem Trocknen sollte der Leinenstoff in Form gestreckt und ganz normal aufgehängt werden. Kleider, Blusen und Jacken möglichst auf Kleiderbügel. Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn man nicht im Wäschetrockner trocknet.

Tipp: Ist nach dem sanften Schleudern noch zu viel Feuchtigkeit vorhanden, kann man diese einfach und schonend entfernen:  Legen Sie das Kleidungsstück auf ein großes, saugfähiges Tuch und rollen Sie es mit dem Tuch zusammen zu einer dicken "Wurst" auf. Die kann man jetzt kräftig wringen, ohne dass dem teuren Stück etwas passiert.

Welches Waschmittel ist geeignet?

Es empfiehlt sich Feinwaschmittel ohne optische Aufheller zu verwenden, da Naturfasern nach häufigem Waschen heller werden. Bei heller Bettwäsche kann aus hygienischen Gründen auch mal eine Oxibleiche zugegeben werden. Verwenden Sie keinen Weichspüler.

Tasche aus Leinen
Wer Leinen wäscht, sollte keinen Weichspüler benutzen.

So bügeln Sie Leinen

Trockene Hitze schadet der Leinenfaser! Ganz edles Leinen glättet man seit alters her mit der Kaltmangel, früher verwendete man dafür Glättsteine oder Glättbretter. Lassen Sie die Teile nie ganz abtrocknen, da es einfacher ist, eine durch und durch feuchte Faser zu bügeln als sie nur mit Dampf oberflächlich zu befeuchten.

Leinen kann dann bei 220 Grad gebügelt werden. Stellen Sie für das Leinenbügeln das Bügelbrett eine Stufe niedriger, dann können Sie leichter mit mehr Druck bügeln. Helle Leinenstoffe zunächst von links, dann für mehr Glanz von rechts bügeln. Der Glanz entsteht, wenn die abstehenden Faserhärchen glatt gepresst werden.

Dunkle Leinenstoffe nur von links bügeln, da es beim Handbügeln immer zu ungleichmäßigen Glanzstellen kommt. Ein traditionelles Hilfsmittel für die Leinenbüglerei ist Krauseminzewasser. Mit einem Tuch aufgetragen oder mit einem Sprühkopf fein aufgesprüht, ermöglicht es das Glattbügeln von starken Falten.

Fleckentfernung

Fleckenentferner sollten vermieden werden, da es zu hellen Scheuerstellen kommen kann, weil Faserbündel aufgeraut werden. Besser ist es, das Kleidungsstück vollständig zu waschen und davor längere Zeit einzuweichen. Weiße Teile können mit Oxidationsbleiche (Fleckensalz) behandelt werden.

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