Mann in weißer Leinen-Kleidung liest ein Buch (Foto: istock photo)

Im Bett, am Körper, an den Füßen

So gut kühlt Leinen bei heißen Temperaturen

STAND
AUTOR/IN
Annika Jost

Der Sommer bringt die Hitze – und da benötigen wir jede Form von Abkühlung. Luftige Kleidung, Bettwäsche und sogar Schuhe aus Leinen kühlen ideal an heißen Sommertagen.

Darum ist Leinen die ideale Sommerfaser

Leinenfasern haben zwei Vorteile, die sie gegenüber anderen Stoffen für den Sommer besonders nützlich machen: Sie schließen kaum Luft ein und wirken dadurch kühlend. Sie können außerdem Feuchtigkeit gut aufnehmen, aber auch schnell wieder abgeben und es entsteht Verdunstungskälte.

Diese angenehme Trageeigenschaft zeichnet sie vor allem für leichte Oberbekleidung im Sommer aus, ist aber auch ideal für Bettwäsche oder Handtücher. Polyester und Baumwolle haben hingegen die Nachteile, dass sie nicht luftdurchlässig sind.

Diese Kleidungsstücke aus Leinen helfen wirklich

Lockere Hosen und Oberteile bilden ein luftiges und elegantes Sommeroutfit. Bettwäsche aus Leinen bietet eine angenehme Abkühlung bei Nacht. Leinenschuhe verhindern unangenehme Schweißfüße.

Leinen und der UV-Schutz

Der natürliche UV-Schutz von Leinen ist relativ gering und liegt, ähnlich wie bei Baumwolle, im Bereich von Lichtschutzfaktor 10 bis 15. Dicht gewebte Stoffe und locker geschnittene Kleidung absorbieren die Strahlung am besten. Sind die Stoffe dann noch dunkel eingefärbt erhöht das den Schutz ebenfalls. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man unter der Kleidung Sonnencreme auftragen oder sich im Schatten aufhalten.

Flachspflanze (Gemeiner Lein) (Foto: Colourbox)
Die Flachspflanze (auch bekannt als Gemeiner Lein) gilt als die älteste Textilfaser.

So pflegen Sie Leinen richtig

Für weiße Leinenstücke empfiehlt sich eine Waschtemperatur von 60°C, bunte Textilien und Leinenstricksachen lassen sich bei 40°C waschen. Befüllen Sie die Waschtrommel nur halb und waschen Sie mit viel Wasser, damit die Leinenfasern quellen können. Sie knittern dann nicht so stark, was das Bügeln erleichtert.

Wählen Sie einen kurzen Schonwaschgang, der nur wenig schleudert, denn eine lange Waschdauer strapaziert die Fasern. Ein Feinwaschmittel ohne optischen Aufheller ist das ideale Waschmittel. Man sollte Leinen ohne Weichspüler waschen.

Tipp: Sie können die Kleidung grundsätzlich vor dem Waschen einweichen. Dann quillt die Faser im Wasser auf und bricht beim Waschen nicht durch die mechanische Beanspruchung in der Waschtrommel. Das verhindert Knittern.

Die Kleidungsstücke aus Leinen sollten an der Luft trocknen. Am besten hängt man sie bei leichter Luftfeuchtigkeit, zum Beispiel im Waschkeller, auf. Vor dem Trocknen den Stoff in Form ziehen und auf Kleiderbügel hängen.

Tipp: Ist nach dem sanften Schleudern noch zu viel Feuchtigkeit in der Leinenwäsche vorhanden, kann man diese einfach und schonend entfernen: Legen Sie das Kleidungsstück auf ein großes, saugfähiges Handtuch und rollen es mit dem Tuch zusammen zu einer dicken Rolle auf. Die kann man jetzt kräftig wringen, ohne dass dem teuren Stück etwas passiert.

Zum Bügeln sollten die Kleidungsstücke noch ein wenig Restfeuchte haben, da es einfacher ist eine komplett feuchte Faser zu bügeln als sie nur mit Dampf oberflächlich zu befeuchten. Trockene Hitze schadet der Faser.

Ein traditionelles Hilfsmittel zum Bügeln von Leinen ist Krauseminzewasser. Mit einem Tuch auf das Kleidungsstück auftragen oder mit einem Sprühkopf fein aufsprühen. Es ermöglicht das Glattbügeln von starken Falten, indem die Krauseminze die Faserhärchen aufrichtet und damit eine Vereinheitlichung der Stoffstruktur erzielt.

Warum ist Kleidung aus Leinen so teuer?

Der hohe Preis für Leinentextilien resultiert aus den aufwändigen Arbeitsgängen bei der Gewinnung und dem geringen Ertrag. Hergestellt wird Leinen aus der Flachspflanze, die als Frucht- oder Faserpflanze angebaut wird. Sie wird in den Monaten März bis Juni gesät und nach drei Monaten geerntet. Flachs besteht aus Faserbündeln, deren Einzelfasern zwei bis vier Zentimeter lang und durch Pflanzenleim miteinander verklebt sind. Die Kombination aus 70% Zellulosemolekülketten und 30% Pflanzenleim geben Leinenstoffen die typischen Eigenschaften.

Weitere Tipps bei Hitze

Für warme Nächte Die richtige Bettdecke kann helfen

Gerade in warmen Sommernächten tun viele kein Auge zu - es ist einfach zu warm im Schlafzimmer. Dabei kann man mit der richtigen Bettausstattung einen besseren Schlaf erreichen.  mehr...

Kaffee oder Tee SWR Fernsehen

STAND
AUTOR/IN
Annika Jost