Brennende Kerze (Foto: Colourbox, Chubarov)

Tipps für die richtige Wahl

Kerzen: Paraffin, Stearin oder lieber Bienenwachs?

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Kerzen begleiten die Menschen wohl schon seit mehr als 5.000 Jahren. Ihr lebendiges Licht hat für viele eine große Bedeutung. Wir zeigen Ihnen, was Sie beim Kauf und Aufstellen der Kerzen berücksichtigen sollten.

Welche Materialien gibt es bei Kerzen?

Paraffin-Kerzen werden hauptsächlich aus einem Nebenprodukt der Erdölindustrie gefertigt. Sie werden oft in Form gepresst oder gezogen. Stehen sie zu nah am Ofen, werden sie weich und verbiegen sich leicht. Sie sind günstig, es gibt aber auch hochwertige Qualitätskerzen aus Ceresin, sprich aus sauber raffinierten Paraffinen.

Stearin-Kerzen bestehen zu 90 Prozent aus pflanzlichen und tierischen Fetten wie zum Beispiel Palmöl, Soja oder Raps. Da sie aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden, gelten sie als CO2-neutral. Stearin-Kerzen bleiben bis ca. 55 Grad Celsius fest, selbst bei Sonneneinstrahlung bleiben sie formstabil. Fallen sie zu Boden, können sie dafür leicht brechen.

Im Gegensatz zu Paraffin-Kerzen sind Kerzen aus Stearin weniger anfällig gegen Luftzug, rußen weniger und brennen länger.

Drei Teelichter auf dem Boden (Foto: Colourbox)
Teelichter sind ein Gemisch aus Paraffin und Stearin.

Viele Kerzen, zum Beispiel Teelichter, bestehen aus einem Gemisch von Paraffin und Stearin. Das Mischungsverhältnis liegt meist bei 80 Prozent Paraffin zu 20 Prozent Stearin. Diese Kerzen werden auch Kompositionskerzen genannt.

Bio-Kerzen werden zu 100 Prozent aus heimischen, nachwachsenden und gentechnisch unveränderten Pflanzenölen hergestellt. Als Bio-Stearin-Kerzen dürfen nur Kerzen bezeichnet werden, die aus nachhaltig angebautem Palmöl hergestellt sind und ein RSPO-Siegel tragen.

Bienenwachs-Kerzen sind eine umweltschonende Alternative zu Paraffinkerzen. Reines Bienenwachs ist ein natürlicher und daher ein knapper und teurer Rohstoff. Bienenwachs verbrennt mit relativ kleiner Flamme, da das Wachs zähflüssig ist und am Docht nur schwer hochsteigt.

Je nach Herkunft kann Bienenwachs mit Pestiziden belastet sein.

Bienenwachs-Kerzen in Eulenform (Foto: Colourbox)
Kerzen aus Bienenwachs.

Gel-Kerzen beinhalten ein Gemisch aus Paraffinölen und Verdickungsmittel. Das Gel brennt viel langsamer und schmilzt erst ab Temperaturen von ca. 70 Grad. Minderwertige Produkte können beim Abbrennen unangenehm riechen.

Viele Duftkerzen bestehen aus Palmöl, da die gehärteten Fette Duftstoffe gut binden können. Das RSPO-Siegel zeigt, dass das Palmöl aus umweltfreundlicher Produktion stammt.

LED-Echtwachs-Kerzen sind eine brandsichere Alternative, denn sie sehen von der Ferne aus wie echte Kerzen. Manche LED-Kerzen haben eine bewegliche Flamme, eine Zeitschaltfunktion oder sie lassen sich auspusten. Batterien geben ihnen die nötige Energie.

Diese Gütesiegel geben Orientierung

Das Gütezeichen RAL ist ein Indikator für eine schadstoffarme Verbrennung. Es handelt sich um geprüfte Kerzen, die die Gesundheit nicht gefährden. Paraffinkerzen sind von daher nicht ungünstiger zu beurteilen als Stearin- oder Bienenwachskerzen. 

RAL  (Foto: Pressestelle, Gütesiegel)
Das RAL-Gütezeichen belegt eine schadstoffarme Verbrennung Pressestelle Gütesiegel

Die Produktion nach RSPO-Richtlinien besagt, dass das verwendete Palmöl aus kontrolliert umweltfreundlichen Anbau stammt. RSPO steht für "Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl", an dem unter anderem auch die Umweltschutzorganisation Worldwide Fund for Nature WWF beteiligt ist.

So genießen Sie das gemütliche Kerzenlicht

Die Brenndauer der Kerzen ist selbst bei gleicher Größe und gleichem Aussehen unterschiedlich. Sie ist abhängig von den Rohstoffen, der Herstellung und dem Umfeld, in dem die Kerze brennt.

Kerzen wollen gern flach, kühl, trocken, staubfrei, möglichst dunkel und farblich voneinander getrennt lagern. Verbogene Kerzen sollte man am besten auf etwa 40 Grad erwärmen und vorsichtig mit einem kleinen Brett wieder in Form rollen.

Verstaubte Kerzen lassen sich mit einem in ein Spiritus-Wasser-Gemisch getauchten Lappen oder Perlonstrumpf leicht reinigen.

Dicke Kerzen oder Kerzen mit mehreren Dochten sollte man immer so lange brennen lassen, bis der ganze Brennteller flüssig geworden ist. Sonst bildet sich ein Trichter und die Flamme verkümmert. Wenn es einen zu hohen Rand gibt, sollte man ihn mit einem Messer wegschneiden.

Drei brennende Kerzen (Foto: Colourbox)

So vermeiden Sie rußende Kerzen

Die optimale Dochtlänge beträgt 10 bis 15 mm. Ein zu langer Docht, ein schmutziger Brennteller oder Zugluft lassen Kerzen beim Brennen rußen.

Qualmende Kerzen sollte man am besten sofort ausmachen und den Raum gut durchlüften. Zum richtigen Löschen tauchen sie den Docht kurz in das flüssige Wachs ein und richten ihn gleich wieder auf. So raucht der Docht nicht nach und die Kerze lässt sich wieder gut anzünden.

Geschickt ist es, mit einem Löschhütchen zu arbeiten. Beim Auspusten besteht die Gefahr, dass heißes Wachs aufspritzt.

Wachsspritzer auf Textilien sollten Sie immer erst kalt werden lassen und die großen oder farbigen Wachsspritzer vorsichtig vom Textil ablösen. Die restlichen Wachsflecken mit einem groben Tuch abdecken und bei mittlere Hitze ausbügeln und waschen.

Sicherheit ist GROSS zu schreiben

Kerzen dürfen nie ohne Aufsicht abbrennen und niemals in der Nähe brennbarer Gegenstände wie trockenen Zweigen oder Vorhängen. Kerzen müssen auf einem nicht brennbaren, kippsicheren Untersetzer stehen.

Glasgefäße – auch für Schwimmkerzen – sollten grundsätzlich eine große Öffnung haben. Bei mehreren Kerzen immer auf Abstand achten, sonst bringen sie sich gegenseitig zum Schmelzen.

Ein Metallplättchen am Boden der Kerzen, wie es bei Teelichtern üblich ist, gilt als Brennschutz. Die sogenannte selbstverlöschende Kerze geht aus, bevor sich das Wachs im Untersetzer entzünden kann.

Brandschutzexperten warnen vor echten Kerzen am Weihnachtsbaum und empfehlen grundsätzlich LED-Kerzen oder TÜV-geprüfte elektrische Lichterketten.

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