Kaffeevollautomat macht auch Milchkaffee (Foto: IMAGO, IMAGO / allOver-MEV)

Einfach Haushalt

Kaffeevollautomaten: Tipps für Reinigung und Pflege

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AUTOR/IN
Diana Stier

Kaffee, Cappuccino oder Espresso wie beim Italiener und das zu Hause - das versprechen uns die Kaffeevollautomaten. Einfach und schnell gebrüht sind die Kaffeespezialitäten in der Tat. Wir geben Tipps für Reinigung und Pflege.

Wie entstehen die Kalkablagerungen?

Die Wassergüte ist von großer Bedeutung für die Qualität des Kaffeegetränkes: Das Wasser für Kaffee sollte frisch, mineralisch und sauerstoffhaltig sein sowie eine nicht zu hohe Wasserhärte aufweisen. Optimal sind nach Möglichkeit wenig Karbonathärte, denn die Karbonathärte beeinträchtigt den Geschmack des Kaffees und setzt sich als unlösliches Calciumkarbonat (Kalk oder Kesselstein genannt) nieder.

Ab einer Wasserhärte von 10° dH und höher empfiehlt sich der Einsatz einer Filterpatrone, denn durch das Erhitzen wird der Kalk freigesetzt. Kühlt die Maschine nach Gebrauch wieder aus, lagern sich die Kalkteilchen an den Rändern der Leitungen ab und bleiben dort haften.

Erste Anzeichen der Verkalkung sind ein geringerer Wasserdurchlauf, lautere Brühgeräusche, ein längerer Brühvorgang oder die fehlende Crema des Kaffees. Auch brauchen die Geräte dann mehr Energie.

  • Reinigen Sie den Wassertank möglichst täglich und trocknen ihn mit einem weichen Tuch gründlich aus.
  • Achten Sie darauf, dass die Oberfläche des Wassertanks nicht aufgeraut wird, denn an einer rauen und verkalkten Oberfläche können Bakterien besser haften.
  • Füllen Sie täglich frisches Wasser in den Wassertank. So vermeiden Sie Ablagerungen oder gar die Bildung von Algen, wenn Ihre Maschine am Fenster womöglich der Sonne ausgesetzt ist.
  • Befüllen Sie den Behälter außerdem immer nur mit Leitungswasser - auf keinen Fall Sodawasser, Mineralwasser, destilliertes Wasser oder gar Milch verwenden!
  • Gießen Sie Restwasser jeden Tag aus und trocknen den Behälter gründlich nach.
  • Lassen ihn offen stehen, damit auch Restfeuchte austrocknen kann, bevor sie Ihn wieder einsetzen.
Kaffee in Kaffeetasse mit Kaffeebohnen (Foto: Colourbox)

Entkalken der Maschine:

  • Achten Sie darauf, dass Ihr Gerät auf die örtliche Wasserhärte eingestellt ist.
  • In aller Regel zeigen die Maschinen im Display an, wenn sie entkalkt werden müssen. Es ist sinnvoll, diese Intervalle nicht vollends auszuschöpfen, sondern früher zu agieren.
  • Entkalken Sie immer mit einem dafür vorgesehen Entkalker nach den Sicherheitshinweisen des Herstellers. Sie sind zwar teuer, aber so ist gewährleistet, dass die Entkalkung genau abgestimmt ist und das Gerät durch die zusätzlichen Pflegezusätze gleichzeitig auch gepflegt wird und die Dichtungen geschont sind.
  • Entkalker enthalten Säuren - vermeiden Sie den Kontakt mit Augen und Schleimhäuten
  • Verwenden Sie auf keine Fall Entkalkungsmittel auf Sulfamin- oder Essigsäurebasis. Sie schädigen die Schläuche und Dichtungen.
  • Maschinen mit integrierter Entkalkungspatrone zeigen an, wenn diese erneuert werden muss.
Verschiedene Reinigungsmittel für Kaffeevollautomaten stehen auf einem Tisch. (Foto: SWR)

Reinigen der Abtropfschale:

  • Warten Sie nicht, bis das Gerät eine Reinigung erzwingt. Wenn die Abtropfschale nicht regelmäßig gereinigt wird, kann das Wasser über den Rand treten, in das Innere der Maschine eindringen und Schaden und Schimmel verursachen. Außerdem können sich im Restwasser Bakterien und Keime bilden.
  • Spülen Sie die Abtropfschale täglich aus und trocknen Sie gründlich nach.

Reinigen des Tresterbehälters:

Nach dem Zubereiten des Kaffees wird der Kaffeesatz automatisch in den Tresterbehälter abgeworfen. Dieser Satz ist je nach Maschine unterschiedlich feucht. Er enthält wesentlich mehr Restfeuchte, wenn die Kaffeedosierung niedrig gehalten ist. Es gibt Hersteller, bei denen wird der Kaffeesatz zusätzlich gepresst wird. So ist das Kaffeemehl relativ trocken und die Schimmelgefahr wesentlich geringer. Versetzen Sie sich in die Zeit des Handfilterns - hier haben Sie Kaffeefilter und Kaffeetrester auch nach jedem Brühvorgang gereinigt und entsorgt. So gilt auch hier: Möglichst täglich entsorgen, gründlich ausspülen und austrocknen.

Kaffeeauslauf und Milchschäumer:

Durch den automatischen Spülvorgang muss bei den meisten Kaffeevollautomaten der Kaffeeauslauf nicht extra gereinigt werden. Er sollte aber regelmäßig mit einem feuchten Tuch abgewischt werden.

Wenn Sie Milch aufschäumen, lassen Sie nach dem Schäumen noch etwas Dampf nach, um Milchrückstände in der Düse zu vermeiden. Durch den Unterdruck der Düse saugt diese nämlich nach dem Schäumen einen Rest Milch ein und Ablagerungen sowie Bakterienbildung sind die Folge. Achten Sie unbedingt darauf, dass keine Milchreste eintrocknen und verkleben, denn dies ist fast eine Garantie dafür, dass sich Keime festsetzen. Außen wird die Düse lediglich mit einem feuchten Tuch abgewischt. Auch für das Reinigen des Milchsystems gibt es spezielle Reiniger, die auf Entfernung von Fett und Eiweißen spezialisiert sind.

Bohnenbehälter:

Wischen Sie den Bohnenbehälter ab und zu mit einem trockenen Tuch aus, um Bitterstoffe aus Ablagerungen zu entfernen. Verwenden Sie niemals ein feuchtes Tuch. Ein Feuchtigkeitseintritt könnte das Mahlwerk zerstören. Manchmal wird das Mahlwerk durch kleine Steinchen blockiert. Hier hilft der Staubsauger.

Pflege eines Kaffeevollautomaten (Foto: IMAGO, IMAGO / MiS)
IMAGO / MiS

Reinigen der Brühgruppe:

Die Brühgruppe ist das Herzstück des Gerätes. Hier werden unterschiedliche Techniken verbaut. Es gibt offene Systeme, die herausnehmbar sind und in sich geschlossene, die nicht ausgebaut werden können. Die Bohnen werden direkt im Gerät durch die innen liegende Mühle gemahlen und bei offenen Systemen kann feiner Kaffeestaub ins Gerät gelangen. Heißes Wasser, Feuchtigkeit und Wasserdampf bilden zusammen mit dem Kaffeemehl und dem Kaffeeöl einen idealen Nährboden für Schimmel.

  • Wenn sich die Brühgruppe Ihrer Maschine entfernen lässt, so reinigen Sie diese in regelmäßigen Abständen mindestens einmal pro Woche mit klarem Wasser ohne Spülmittel.
  • Besonders vorsichtige Menschen können dies auch täglich tun. Beachten Sie dabei aber, dass häufige Reinigung die Brühgruppe entfettet, weil das Kaffeeöl die Brüheinheit ja auch nachfettet. Es muss dann öfter mit speziellen lebensmittelechten Silikonfetten oder Sprühfett nachgefettet werden.
  • Generell sollten Sie keine feuchten Zubehörteile zurück in den Kaffeevollautomaten einsetzen. Lassen Sie die Brühgruppe deshalb gut trocknen.
  • Sollte das Sieb der Brühgruppe verstopft sein, so versuchen Sie mit einem Pinsel die Löcher frei zu legen. Brühgruppen, die nicht ausgebaut werden können, sind in aller Regel so aufgebaut, dass kein Kaffeemehl austreten kann und so das Schimmelrisiko minimiert ist. Hier arbeiten Sie nach Herstellerangaben mit dem Reinigungsprogramm, das dann die Reinigung meist mit 70°C heißem Wasser durchführt.
  • Meist wird das Reinigungsintervall im Display angezeigt. Dann braucht es eine Reinigung mit spezieller Reinigungstablette. Warten Sie auch hier nicht bis zum Schluss, sondern werden Sie früher aktiv.
  • Ab und zu muss eine professionelle Wartung sein. Hier werden auch für Sie nicht zugängliche Ecken gründlich gereinigt.
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Diana Stier