Eine junge Hand hält die Hand einer älteren Person im Rollstuhl. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)

Hilfreiche Tipps für die Pflege

Nutzen Sie alle Leistungen, die Ihnen zustehen?

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AUTOR/IN
Anja Schneider

Wer pflegebedürftig ist, erlebt im Alltag viele Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, alle Hilfen zu nutzen, die sich bieten.

Wer sich in einem Pflegestützpunkt informiert, hat schon einen guten ersten Schritt getan. Außerdem ist die Beantragung eines Pflegegrads erforderlich, weil viele Leistungen nur dann in Anspruch genommen werden können. Von Zeit zu Zeit sollte überprüft werden, ob der Pflegegrad noch passt, oder ob eine höhere Einstufung erfolgen kann.

Darüber hinaus gibt es einzelne Leistungen, die vielleicht deshalb nicht abgerufen werden, weil sie zu wenig bekannt sind. Dazu zählt der sogenannte Entlastungsbetrag, die kostenlose Wohnberatung, der Umzugskosten-Zuschuss und Hilfsmittel, die die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen zahlt, wie zum Beispiel einen Rollator, einen zweiten Handlauf oder einen Badewannen-Lift.

Hier finden Sie im Überblick die wichtigsten grundlegenden Informationen für Pflegebedürftige:

1. Informieren Sie sich frühzeitig

Ihre Ansprechpartner vor Ort sind die Pflegestützpunkte. Sie stehen Ihnen bei, informieren und beraten Sie kostenlos in allen Fragen der Pflege. Unter den folgenden Links finden Sie den Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe:

Baden-Württemberg:

Rheinland-Pfalz:

Saarland:

2. Beantragen Sie rechtzeitig einen Pflegegrad

Pflegerin hilft altem Mann aus dem Bett (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Foto: Colourbox.de -

Stellen Sie den Antrag so früh wie möglich, damit Sie das Geld erhalten, was Ihnen zusteht. Die Pflegekasse ist der zuständigen Krankenkasse angegliedert. Rufen Sie einfach dort an, Sie erhalten dann Unterlagen zugeschickt. Außerdem wird sich eine Gutachterin / ein Gutachter bei Ihnen melden und vereinbart mit Ihnen einen Telefon- oder Besuchstermin.

3. Besorgen Sie für das Gutachten alle wichtigen Informationen

Holen Sie Arztbelege ein und den Medikamentenplan. Sehen Sie sich die entscheidenden Kriterien ("Module") an, nach denen die Einstufung in den Pflegegrad erfolgt und notieren Sie konkrete Beispiele aus dem Pflege-Alltag, die zeigen, welche Hilfen nötig sind. Beachten Sie: Falls Sie mit dem Pflegegrad nicht einverstanden sind, dürfen Sie Widerspruch einlegen.     

Sehr gute Informationen zu Pflegegraden und allen Fragen rund um die Pflege erhalten Sie auch auf den Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums:  

4. Nutzen Sie alle Leistungen, die Ihnen zustehen

Häusliche Pflege kann zur Belastung werden. Sprechen Sie dies im Pflegestützpunkt offen an. Gemeinsam können Sie prüfen, ob Sie alle möglichen Hilfen nutzen. Beispielsweise hat eine aktuelle Studie des Sozialverbands (VdK) ergeben, dass nur wenige den sogenannten Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich in Anspruch nehmen. Obwohl er allen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad zusteht, rufen ihn 80 Prozent der Betroffenen nicht ab.

5. Suchen Sie Kontakt zu weiteren hilfreichen Beratungsstellen

In der Pflege kommt es immer mal wieder zu Fragen und Herausforderungen.

Sehr gute, kostenlose Ratgeber finden Sie bei der Stiftung "Zentrum für Qualität in der Pflege" (ZQP):

Besonders empfehlenswert sind auch die folgenden kostenlosen Hilfetelefone und -kontakte:

Telefon-Seelsorge bei Sorgen oder Problemen: 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222

 "Silbernetz" - ein Angebot für Menschen im Alter von 60plus, die einfach mal reden möchten: 0800 / 470 80 90

 Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums als Hilfe für pflegende Angehörige: 030 / 20179131

Beratung und Informationen zu den Themen Gedächtnisstörung, Demenz und Alzheimer-Krankheit: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz:  030 / 259 37 95 14

Online-Beratung für pflegende Angehörige

 Hilfreiche Angebote für pflegende Kinder und Jugendliche

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