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Die Diagnose Demenz kann Betroffene und Angehörigen erst einmal verunsichern. Da helfen weiterführende Hinweise, wie das Leben mit Demenz gestaltet werden kann. Wir geben Ihnen wichtige Informationen und praktische Tipps. 

Wie lässt sich Demenz behandeln?

Je nach Form und Schwere der Demenz unterscheidet sich auch die Behandlung.

Eine Frauenhand hält einen Stift in der Hand. Sie liegt auf einem noch ungelöstem Kreuzworträtsel mit nur einem eingetragenen  Fragezeichen. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
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Klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob im konkreten Fall Medikamente hilfreich sind. Außerdem können weitere therapeutische Maßnahmen, Gedächtnistraining, körperliche Aktivität, Musizieren und Biographiearbeit hilfreich sein. Dabei wird im Rückblick auf frühere Lebenserfahrungen die Erinnerung geschult. Es tritt zutage, was den Patienten im Leben negativ und positiv geprägt hat und wie er aktuell gestärkt werden kann.

Dazu trägt auch die sogenannte Validation bei, eine einfühlsame Grundhaltung und Methode der wertschätzenden Begleitung. 

Was ist im Umgang mit einem Menschen mit Demenz wichtig?

Wer an Demenz erkrankt, verliert nach und nach seine Denkfähigkeit, verwechselt Gegenwart und Vergangenheit, doch „das Herz wird nicht dement“, also Gefühle bleiben. Die Mitmenschen sollten sich auf den Menschen einstellen, denn umgekehrt ist es nicht möglich.

Eine junge Pflegekraft unterstützt eine alte Frau in deren Wohnung. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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  • Respektieren Sie die Einschränkungen: Keine Vorwürfe und Konflikte, sondern Akzeptanz und Ruhe erleichtern den Umgang. Bestehen Sie nicht auf sachlich korrekte Information oder auf die Einhaltung von Ordnung. Beantworten Sie auch wiederholte Nachfragen geduldig und mit den gleichen Worten. Räumen Sie die Dinge stillschweigend wieder an ihren Platz.  
  • Behalten Sie Ruhe auch bei Gefühlsausbrüchen: Bedenken Sie, dass Wut oder aggressives Verhalten sich nicht gegen Sie als Person richten. Erst tief durchatmen, dann reagieren. Wenn es Ihnen zu viel wird, verlassen Sie kurz den Raum.  
  • Steigern Sie den Selbstwert: Sprechen Sie mit dem Demenzkranken über seine früheren Hobbys oder schöne Lebenserfahrungen. Ermöglichen Sie ihm passende einfache Tätigkeiten, bei denen er sich nützlich fühlt. Nehmen Sie auch kleine positive Dinge wahr, die schönen Momente der Verbundenheit. Zeigen Sie Ihre Zuwendung, indem Sie ihn auch mal in den Arm nehmen oder streicheln.

Welche Hilfen erhalten Menschen mit Demenz?

Wie viel Geld die Soziale Pflegeversicherung zahlt, hängt von der Pflegebedürftigkeit und dem Pflegegrad ab. Sie sollten regelmäßig überprüft werden. Ist die Gutachterin oder der Gutachter des Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vor Ort, kann es sein, dass der Mensch mit Demenz seine Fähigkeiten besser darstellt als sie wirklich sind.

Zwei kleine Spielfiguren Rentner sitzen auf Geld (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Um Diskussionen zu vermeiden, sollten Angehörige zuvor die bisher nötigen Alltagshilfen konkret aufschreiben, so dass sie die Notizen direkt bei der Pflegebegutachtung übergeben können.  

Reichen das eigene Geld und die Leistungen der Pflegeversicherung nicht, kann ein Mensch mit Demenz auch zusätzlich Sozialhilfe beantragen.

Menschen mit mittlerer oder schwerer Demenz haben oft auch Anrecht auf einen Schwerbehindertenausweis.

Was sollten nahestehende Mitmenschen beachten?

Mehr als die Hälfte der Menschen mit Demenz, die pflegebedürftig sind, lebt zuhause. Wer ihnen im Alltag beisteht, erlebt vielfältige Herausforderungen, wie zeitliche, körperliche und seelische Belastungen. Die Begleitung kann schmerzlich sein.

Junge Frau tröstet ältere Frau (Foto: Colourbox)

Holen Sie sich früh Hilfe:

  • Wenden Sie sich an einen Pflegestützpunkt oder eine Demenzberatungsstelle in Ihrer Nähe und lassen Sie sich beraten. Sie erhalten Informationen über finanzielle Unterstützung, über Umgang mit Demenz oder auch Hilfen im Alltag.
  • Nutzen Sie alle Möglichkeiten von kleinen oder größeren Auszeiten. Gehen Sie möglichst in Ihren freien Momenten bewusst Ihren eigenen Interessen nach, tun Sie sich etwas Gutes. Es ist wichtig, dass Sie wieder zu Kräften kommen.
  • Suchen Sie Kontakt zu anderen Angehörigen von Menschen mit Demenz, zum Beispiel in Internetforen oder in einer Selbsthilfegruppe. Der Austausch mit anderen ist nützlich und ermutigend, und Sie stärken sich selbst.
Frau mit Maus und Tastatur (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
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Was ist sonst noch wichtig?

Brauchen Sie dringend Informationen? Fühlen Sie sich in der Pflege überfordert? Nutzen Sie die folgenden Hilfe-Telefone:

Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums: 030 - 20179131

Alzheimer-Telefon der Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.: 030 - 259 37 95 14

Weitere nützliche Links:

Eine Fülle an Informationen, eine Adressdatenbank und Foren zum Austausch bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf der Homepage

Einen großen Erfahrungsschatz mit vielen Informationen und einem hilfreichen weiterführenden Serviceteil finden Sie auf der Homepage Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

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