Wärmepumpe steht vor einer Hauswand (Foto: IMAGO, IMAGO / Manngold)

Gut zu wissen

Heizung sanieren? Jetzt Zuschüsse beantragen!

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AUTOR/IN
Christiane Sütterle

Die Energiekosten explodieren. Für viele, die eine Heizungsanlage haben, die älter als 15 Jahre ist, könnte sich der Einbau einer Wärmepumpe lohnen. Hier ein paar hilfreiche Tipps.

Viele Hausbesitzer:innen tauschen erst eine Heizung aus, wenn die alte kaputt ist. Die Investition wird gerne aufgeschoben, bis nichts mehr geht. Lassen Sie sich besser rechtzeitig beraten, denn auch die Optimierung des vorhandenen Heizsystems wird gefördert, und zwar, wenn die Anlage älter als zwei Jahre ist. Der Heizungsaustausch ist mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig, wenn Ihr Gebäude älter als fünf Jahre ist.

Die Nachfrage nach Wärmepumpen wächst

Seit dem Ukraine-Krieg ist die Nachfrage nach Wärmepumpen so hoch wie nie. Die Hersteller kommen nicht mehr hinterher und die Wartezeiten liegen bei rund einem Jahr. Auch bei den Installateuren gibt es Engpässe, denn nicht alle haben das notwendige Fachwissen, um Wärmepumpen überhaupt einzubauen. Wer über eine neue Heizung nachdenkt, sollte sich also möglichst schnell darum kümmern.

Die Schwäche der Wärmepumpe

In älteren Gebäuden kommen die Anlagen mitunter schnell an ihre Grenzen. In schlecht gedämmten Häusern sind an kalten Wintertagen Vorlauftemperaturen von 60 bis 70 Grad Celsius nötig. Herkömmliche Wärmepumpen funktionieren jedoch am besten, wenn sie das Wasser nur auf 35 bis 40 Grad erhitzen müssen, was beispielsweise für eine Fußbodenheizung reicht. Sonst verbrauchten sie mehr Strom, und das erhöht die Kosten deutlich. Viele Gebäude müssten deshalb vor dem Umstieg erst energetisch saniert - etwa gedämmt - werden. Sinnvoll ist  auch die Installation einer Photovoltaik-Anlage.

Finanzierung: Rechnet sich der Schritt?

Das kann Ihnen am besten ein Energieberater sagen. Er macht sich ein Bild von der Gesamtsituation des Hauses und macht dann eine individuelle Energieberatung für Sie. Ein Energieberater muss hinzugezogen werden, wenn man in den Genuss eines staatlichen Zuschusses kommen möchte. Übrigens: Auch für die Kosten einer umfassenden Energieberatung gibt es einen staatlichen Zuschuss von 80 Prozent.

Diese Zuschüsse gibt es seit dem 15. August 2022:

Die Handwerkskammer Rheinhessen sucht dringend neue Azubis. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Daniel Löb)
picture alliance/dpa | Daniel Löb

Die Fördersätze sinken leicht, damit mehr Haushalte die Förderung beantragen können. Die wichtigsten Einzelmaßnahmen:

  • Wärmepumpe: 25-30% Zuschuss plus 10% Bonus bei Heizungstausch
  • EE-Hybridheizung: 25-30% Zuschuss plus 10% Bonus bei Heizungstausch
  • Gebäudehülle (Dämmung Dach, Fassade,Keller / Fenster / Haustür /Sonnenschutz): 15% Zuschuss plus 5% Bonus mit Sanierungsfahrplan
  • es gibt keine Förderung für Gasheizungen mehr
  • Austauschbonus für Gasheizungen (weiterhin gibt es einen Austauschbonus für Ölheizung, Kohleheizung und Nachtspeicheröfen)
  • Für den Austausch von funktionstüchtigen Gasheizungen wird ein Bonus von 10% gewährt, wenn deren Inbetriebnahme zum Zeitpunkt der Antragsstellung mindestens 20 Jahre zurückliegt.
  • Bei den Einzelmaßnahmen liegen die förderfähigen Kosten bei maximal 60.000 Euro.
  • Bei Komplettsanierungen bei maximal 150.000 und einem zinsvergünstigten Kredit von bis zu 150.000 Euro. Voraussetzung: Energiebedarf wird danach zu 55 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt.
  • Auch für Einzelmaßnahmen gibt es von der KfW Förderkredite

Wie hoch ist der Fördersatz maximal?

Jetzt liegt der maximale Fördersatz beim Einbau einer Wärmepumpe bei 40 Prozent auf die Höchstgrenze von 60.000 Euro je Wohneinheit, dies entspricht einer Fördersumme von bis zu 24.000 Euro.

Auch die Heizungsoptimierung lohnt sich:

Wärmepumpe (Foto: IMAGO, IMAGO / Westend61)
IMAGO / Westend61

Gefördert werden Maßnahmen zur Optimierung des Heizungsverteilsystems:

  • Hydraulischer Abgleich
  • Austausch von Heizungspumpen
  • Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung
  • Dämmung der Rohrleitungen
  • Einbau von Flächenheizungen, Niedertemperaturheizkörpern und Wärmespeichern

Wie läuft die Antragstellung?

Die Zuschüsse der "Bundesförderung für effiziente Gebäude", kurz BEG, vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

www.bafa.de/Effiziente_Gebaeude/Informationen_fuer_Antragstellende

Die Förderung muss vor Beginn der Bau-Maßnahme beantragt werden. Nach der Bewilligung hat man zwölf Monate Zeit für die Umsetzung mit Hilfe von Energieberatern.

Weitere Infos: www.verbraucherzentrale.de/heizungsfoerderung-fuer-bestandsgebaeude-heizen-mit-erneuerbaren

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Christiane Sütterle