STAND

Mit dem Herbst beginnt wieder die typische Erkältungszeit. Viele schwören da auf Hausmittel wie Zitrone, Ingwer oder viel Schlaf. Aber kennen Sie auch die Quendel? Und wussten Sie, dass auch Knoblauch bei Erkältungen hilft?

Zitrone macht nicht nur lustig

Zitrone und eine aufgeschnittene Zitrone (Foto: Colourbox)

Der aus der Frucht gepresste Zitronensaft wirkt zusammenziehend sowie desinfizierend, so dass man schon mit einem Schuss vom Saft im Trinkwasser dieses von unerwünschten Erregern reinigen kann.

Die Zitrone beugt außerdem durch den hohen Vitamin C-Gehalt Erkältungen vor, unterstützt das Immunsystem und kann bei Halsschmerzen gegurgelt werden.

Tipp: Bio-Zitrone ins Gefrierfach legen. So habe ich immer eine Zitrone im Haus, die sich auch leichter reiben lässt. Zitrone inklusive Schale mit einer Küchenreibe reiben und dann den Abrieb in den Quark mischen oder auch in den Salat. Die Zitrone kann immer wieder eingefroren werden, bis sie aufgebraucht ist.

Tee mit Ingwer und Zitrone (Foto: Colourbox)

Zitronensaft kann als Getränk zum Entsäuern, aber auch zum Entgiften und zur Stärkung der Immunabwehr eingesetzt werden.

„Sauer macht lustig“: Was da dran ist

Das aus den Öldrüsen gepresste ätherische Öl wirkt stimmungsaufhellend, regt die Kommunikationsfähigkeit an und bringt Fröhlichkeit in die geistige Arbeit. Als Duft im Arbeitszimmer erhöht es erwiesenermaßen stark die Konzentrationsfähigkeit, im Krankenzimmer soll es keimtötend wirken.

Quendel - Das unbekannte Kraut

Quendel (Foto: Astrid Fiebich)
Astrid Fiebich

Eine "richtige" Heilpflanze, die vielleicht nicht jeder kennt, ist der Quendel. Schon die alten Griechen kannten den Quendel. Er war der Aphrodite, der Göttin der Schönheit und Liebe geweiht. Früher legte sich die Braut auch Quendel in die Schuhe, damit ihr Geliebter keine andere ansah.

Der lateinische Name vom Quendel lautet Thymus serpyllum. Tatsächlich wird der Quendel auch als der kleine, einheimische Bruder unseres Gartenthymians bezeichnet.

Wie der Quendel bei Erkältungen hilft

Im Quendel stecken ätherische Öle aus Thymol, Zymol, und Carvacol, Saponin, sowie Bitter- und Gerbstoff. Auch Flavonoide, Eisen und Kalk.

Der Quendel kann Bakterien und Viren abtöten. Nicht ohne Grund sagt ein altes Sprichwort: „Der nächste Schnupfen kommt bestimmt, doch nicht zu dem, der Thymian nimmt!“.

Man sagt, der Quendel würde die Sonnenkraft des Sommers in seinem Innern speichern, um uns in kälteren Zeiten zu stärken und zu heilen.

Wie der Quendel angewendet wird

Quendel (Foto: Astrid Fiebich)
Astrid Fiebich

Man kann den Quendel als Tee oder als Tinktur bei Schnupfen, Bronchitis, Husten, Keuchhusten, Heiserkeit, Grippe und Erkältung anwenden.

Rezept für einen Quendel-Tee

Einen Teelöffel voll mit dem getrockneten Kraut für eine Tasse verwenden und mit heißem (nicht kochendem Wasser wegen der wertvollen ätherischen Öle) übergießen.

Das Kraut kann auch bei Halsweh und Entzündungen im Mundraum gegurgelt werden. Lindert auch Krampfhusten und wirkt fiebersenkend.

Rezept für eine Quendel-Inhalation

Eine Frau inhaliert mit einem Handtuch über dem Kopf (Foto: Getty Images, Thinkstock)
Thinkstock

Als Inhalation können wir ihn bei Schnupfen, Husten, Bronchitis und Nebenhöhlenentzündung verwenden und als Kopfdampfbad.

Was dem Quendel vom Thymian unterscheidet

Der Quendel ist mehr eine Heilpflanze und besitzt eine höhere Konzentration an ätherischen Ölen. Der Thymian eher eine Gewürzpflanze. Die Blätter vom Quendel sind auch kleiner. Der Quendel blüht auch ein bisschen anders – eher trichterförmig.

Knoblauch - Die Geheimwaffe aus der Küche

Geschälter Knoblauch in einer Schüssel, daneben ein Messer. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Thinkstock -

Der Knoblauch wirkt stark desinfizierend, bekämpft Bakterien, Viren, Pilze. Verwendung heute: Wirkt gegen Infektionen der Atemwege, Grippe (z.B. roh gegessen) oder als Tinktur (s.u.).

Die im Knoblauch enthaltenen Saponine schützen vor allem vor Pilzbefall und Infektionskrankheiten, die durch Parasiten übertragen werden.

Warum man Knoblauch riecht

Für die meisten der gesundheitsfördernden Wirkungen des Knoblauchs ist Allicin verantwortlich, dem die Pflanze auch den berüchtigten intensiven Geruch verdankt.

Vor allem im Bereich der Bekämpfung von gesundheitsschädlichen Mikroorganismen scheint Allicin eine große Zukunft zu haben. Gegen Antibiotika können Bakterien Resistenzen entwickeln, gegen Allicin kaum, da sie dazu gleichzeitig Enzyme zerstören müssten, die sie zum Überleben brauchen – d.h. vereinfacht ausgedrückt, Bakterien würden sich bei dem Versuch, Resistenzen gegen Allicin zu bilden, sozusagen selbst zerstören.

Jeden Tag ein bisschen Knoblauch hilft

Knoblauch (Foto: Colourbox)

Schon eine mittlere Dosis von 3 Gramm roh gegessenem Knoblauch täglich wirkt gegen zahlreiche krankmachende Bakterien – unter anderem auch im Magen oder Darm.

Dazu kann man jeden Tag eine Scheibe Brot mit Honig bestreichen und entweder mit mehreren Knoblauchscheiben oder einer zerquetschten Knoblauchzehe belegen. Täglich zur Infektabwehr essen.

Gegen den Knoblauchgeruch hilft vor allem Petersilie. Der ist dafür bekannt, den Geruch abzumildern oder allgemein Chlorophyll. Aber auch Zitronensaft kann den Geruch helfen.

STAND
AUTOR/IN