Kompost (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)

So geht's

Gute Lösungen für Ihren Biomüll

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Ob als dezenter grüner Eimer unter der Spüle oder auch als hübscher Behälter auf der Arbeitsfläche, ein Biomüll sollte in keiner Küche fehlen.

Organische Küchen- und Gartenabfälle sind wertvoller als man denkt - aus ihnen können Strom, Wärme und auch nährstoffreicher Dünger für den Boden erzeugt werden. Die Verwertung der Bioabfälle ist dadurch wertvoller als die Entsorgung über die Restmülltonne. Damit organische Abfälle aus Küche und Garten jedoch sinnvoll genutzt werden können, müssen sie vom restlichen Müll getrennt werden. Deswegen gehören Bioabfälle nicht in den Restmüll, sondern stets in die Biotonne.

Was darf rein?

Sämtliche organische Abfälle dürfen rein in die Tonne, jedoch ausschließlich biologisch abbaubarer Müll: Eierschalen, feste Speisereste (auch Wurst, Käse, Fleisch und Fisch), Gemüse und Obstabfälle sowie deren Schalen, Kaffeefilter und Teebeutel, Küchen und Papiertücher, Laub, Topf- und Balkonpflanzen mit Erde, Unkraut und Wildkräuter, verwelkte Blumen und auch Kleinmengen an Baum- und Strauchschnitt. Generell gilt, Lebensmittel nur Ohne Verpackung in die Tonne zu geben. Eine Ausnahme sind Eier, da auch Eierkartons aus Pappe in den Biomüll dürfen.

Was darf nicht rein?

Dinge die sich nicht zeitnah zersetzen lassen: Kunststoffbeutel, flüssige Speisereste sowie Getränke, Hydrokultur- Substrat, Kehricht, Kleintierstreu aus mineralischen Materialien (z.B. Katzenstreu), Kohle- und Holzasche sowie Ölruß, Leder und Kleiderreste, Staubsaugerbeutel, Hygieneabfälle, Windeln, Watte, sowie Zigarettenkippen und deren Asche. Auch unsere Einwegatemmasken, sollten nicht in der Biotonne landen. OP-Masken und Einmalhandschuhe, die zum Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus verstärkt im Alltag getragen werden, bestehen teilweise aus Kunststoff. Sie zählen jedoch nicht zu den Verpackungen und sollten deshalb auch nicht im gelben Sack entsorgt werden. Stattdessen gehören die benutzten Schutz- und Hygieneartikel in den Restmüll.

Wie? Welche Beutel gibt es und welche sind genehmigt?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten: Papiertüten und Plastiktüten. Die Papiertüten sind meist aus einem recht festen Material, so dass sie aufrecht stehen. Man kann also den Biomüll direkt in den Beutel werfen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen.

Biologisch abbaubare Kunststoff-Müllbeutel werden beispielsweise aus Maisstärke oder Cellulose hergestellt und zersetzen sich mit der Zeit. Jedoch sind sie umstritten und werden von der Deutschen Umwelthilfe abgelehnt und in den meisten Kompostieranlagen genau wir Plastikbeutel aussortiert, da sie nicht schnell genug verrotten und zusätzlich die Qualität des Komposts gefährden.

Man sollte sich daher erst informieren welche Beutel in den einzelnen Gebieten erlaubt sind oder zur sicheren Variante des Papierbeutels greifen.

Tipps und Tricks

Damit die Abfälle nicht in Ihrer Biotonne festkleben, legen Sie nach jeder Leerung Zeitungspapier auf den Boden Ihrer Tonne. Alternativ gibt es auch spezielle Einstreu für die Biotonne.

Um Maden zu vermeiden, stellen Sie die Tonne an einem kühlen und schattigen Ort. Halten Sie zusätzlich den Deckel stets geschlossen.

Indem Sie feuchte oder nasse Küchenabfälle in Biobeutel aus Papier geben oder in Zeitungspapier wickeln, vermeiden Sie Gerüche. Zusätzlich gilt, je häufiger die Tonne geleert wird, desto weniger Gerüche bilden sich. Für die Tonne gibt es zusätzlich auch Lufterfrischer.

Biobehälter mit Aktivkohlefilter verhindern zusätzlich unangenehme Gerüche. Der Filter ist dabei im Deckel integriert und lässt sich einfach nach einer gewissen Zeit wechseln.

Die Biotonne sollte möglichst nach der Entleerung gereinigt werden. Anschließend sollte sie gut trocknen, bevor sie wieder gefüllt wird.

Was passiert damit?

Tonne wird abgeholt und in eine Vergärungsanlage gebracht. Durch Bakterien zersetzt und dadurch entsteht Biogas. Durch die Verbrennung in einem Kraftwerk wird dann Strom und Wärme erzeugt. Der restliche Kompost wird als Dünger genutzt.

Alternativen zur Biotonne

Wenn ein Bezirk keine Biotonnen hat, findet sich oft eine Alternative durch Grünabfallsammelstellen der Gemeinden und gewerbliche Kompostierungsanlagen.
In manchen Gemeinden (z.B. Bretten) kann man mittlerweile wählen, ob man eine Biotonne möchte, oder seinen Biomüll selbständig in Sammelstellen bringt.

Unterschiede zum normalen Hausmüll

Biomüll ist wertvoll. Im Vergleich zum normalen Hausmüll wird Biogas und auch wertvoller Dünger gewonnen.

Unterschied zum Kompost

Nur Dinge die sich schnell zersetzen und nicht chemisch behandelt wurden. Auch keine gekochten Lebensmittel und Speisereste, denn diese könnten ansonsten Ratten anlocken. Keine Südfrüchte, da diese sehr lange brauchen um sich zu zersetzen.

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AUTOR/IN
SWR Fernsehen