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Ein Fahrrad funktioniert auf Dauer besser und wir haben länger was davon, wenn wir es regelmäßig richtig reinigen und pflegen. Wie so eine Grundreinigung genau aussieht, erfahren Sie hier.

1. Schutzbleche säubern

Unter den Schutzblechen sammelt sich viel Schmutz, der gut trocken mit einer biegsamen Bürste abgebürstet werden kann. Nehmen Sie dafür eine ausgediente Flaschenbürste zur Hand. Eine Dusche mit Gartenschlauch oder Drucksprüher erledigt dann die Feinarbeit ohne dass Schmutz überall auf dem Rad verteilt wird.

2. Kette reinigen

Die meiste Pflege braucht die Kette, vor allem bei Kettenschaltungen. Hier gibt es offen liegende Kette und Mechanik, die den Umwelteinflüssen besonders stark ausgesetzt ist. Je nach Fahrleistung kann eine Kette auch bis zu zweimal im Jahr grundgereinigt werden. Eine trockene Kette erhöht den Tretwiderstand, quietscht und verschleißt viel schneller.

Fahrradkette am Hinterrad (Foto: SWR, SWR - Stephan Gramsch)
Je nach Fahrleistung können Sie die Kette auch bis zu zweimal im Jahr grundreinigen SWR - Stephan Gramsch

Hierzu verwenden Sie Waschbenzin zum Entfetten (Vorsicht: brennbar!) oder speziellen Kettenreiniger. Die Vorgehensweise ist dieselbe wie mit dem trockenen Tuch. Zur Grundreinigung gibt es aber auch spezielle Kettenreinigungsgeräte. Hier wird die Reinigungslösung eingefüllt und das Gerät auf die Kette gesetzt. Durch Drehen der Kurbel wird die Kette durch die Reinigungslösung gezogen und selbst in den tiefsten Zwischenräumen entfettet. Größere Mengen verschmutzter Reinigungslösung und Tücher kann man in einem verschlossenen Glas sammeln und im Wertstoffhof entsorgen. Übrigens: Die Reinigungslösung können Sie auch noch als Pinselreiniger verwenden.

3. Kette nachölen

Das Kettenöl wird auf beide Seiten der Kettenglieder aufgebracht. Schnelles drehen sorgt dafür, dass sich das Fett in den Zwischenräumen ausbreitet. Anschließend sollte das Fahrrad mehrere Stunden stehen bleiben und das überschüssige Öl anschließend mit einem Tuch entfernt werden. Das muss sein, sonst verschmutzt die Kette sehr schnell wieder.

Verwenden Sie zum Fetten ausschließlich dafür bestimmte Kettenfette für Fahrräder. Sie haben genau abgestimmte Eigenschaften bezüglich Schmierfähigkeit, Rostschutz und Haftung.

4. Ritzel, Kettenblätter und Umwerfer

Auch hier müssen Sie Verschmutzungen und abgelagerten Schmierstoff entfernen. Verwenden Sie dafür eine Bürste oder ein Tuch. In hartnäckigen Fällen können Sie hier auch einen Entfetter einsetzen. Zwischen den Ritzeln lässt sich leichter reinigen, wenn Sie das Hinterrad dazu ausbauen. Klemmen Sie sich das Rad zwischen die Beine, damit es nicht wegrollen kann. Ziehen sich einen stabilen Stoffstreifen (z.B. Jeansstoff) zwischen den Zwischenräumen hin und her. So wird der Freilauf immer weiter gedreht und die Ritzel rundherum sauber.

Kettenblatt säubern  (Foto: Colourbox)
Verschmutzungen und Schmierstoff mit einem Tuch entfernen

5. Rahmen reinigen

Weichen Sie Schmutz, Salzreste vom Schweiß oder Reste aus Ihrer Trinkflasche mit einer milden Spülmittellösung und einem weichen Schwann ein. Sie können dafür auch einen sanften Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch nutzen. Schwamm immer wieder auswaschen, damit keine Sandreste auf dem Lack schmirgeln können. Achten Sie auf Kratzer, Risse oder Defekte. Wenn an der Unterseite eine Entwässerungsbohrung vorhanden ist, drehen Sie die Verschlussschraube heraus, damit evtl. eingedrungenes Wasser wieder ablaufen kann. Lassen Sie das Rad eine Zeit lang gut belüftet stehen damit es innen abtrocknen kann.

6. Pflegen der Lack- und Metalloberflächen

Alle Metallteile können Sie nach dem Reinigen mit einem wasserabstoßenden WD 40 Fett abwischen. Das entfernt auch schwierige Teerflecken. Antrocknen lassen und mit einem sauberen weichen Tuch auspolieren. Verhindert schnelles Anschmutzen und schützt vor Rost. Das gilt auch für alle Schrauben und Nippel. Kleine Macken am Lack kann man mit einem Lackstift ausbessern.

Rahmen am Fahrrad reinigen (Foto: Colourbox)
Metalloberflächen mit einem sauberen weichen Tuch auspolieren

7. Laufräder, Felgen und Speichen

Bürsten Sie den Aluminiumbremsstaub mit Bürste oder Schwamm und Spülmittellösung von Felgen, Ösen und Reifenflanken. Waschen Sie auch die Speichen einzeln gründlich ab. Bremsbeläge können Sie auf der Bremsfläche mit Spiritus reinigen. Dann greifen sie wieder besser.

8. Ledersattel reinigen

Zur Reinigung des Sattels eignet sich Sattelseife sehr gut. Das Leder sollte auch auf der Ober- und Unterseite der Sattelblätter gereinigt werden. Wenn es sehr verschmutzt ist, sollte der Schwamm regelmäßig ausgewrungen werden um Kratzer zu vermeiden. Anschließend wird eine abgestimmte Pflege auch von unten und an schwer zugänglichen Stellen aufgetragen. Nach dem gründlichen Trocknen wird auspoliert. Je nach Fahrleistung kann so eine Pflege alle drei Monate fällig sein.

Zuletzt prüfen Sie noch den Luftdruck!

Pedalieren macht mit einem gut gepflegten Fahrrad einfach mehr Freude weil es leichter geht und am Ende sogar Kosten spart!

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