Naschobst

Erdbeeren für Balkon und Garten

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Eigenes Naschobst ist einfach herrlich. Werner Ollig von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz zeigt aktuelle Pflegetipps und stellt Sorten für Kübel und Garten vor.

Die Erdbeere – leicht hat sie es nicht, denn fast alle haben sie "zum Fressen gern". Jetzt in der Erdbeerzeit ist genau die richtige Zeit sich durch sämtliche Sorten durchzuprobieren – und sogar zu pflanzen. Früher war die klassische Pflanzzeit für Erdbeeren im August oder April, heute ticken die Uhren anders. Man bekommt jetzt vorgetriebene, blühende Pflanzen, die schon bald ihre ersten Erdbeeren liefern – ideal für Naschkatzen, die nicht lange warten wollen.

Erdbeeren auf dem Balkon

Zwar sind Erdbeeren keine klassischen Balkonpflanzen, aber an einem sonnigen Platz gedeihen sie auch gut im Topf oder Kasten. Der gewählte Standort sollte allerdings nicht zu windig sein. Für den Anbau eignen sich Balkonkästen hervorragend, da die Pflanzen sehr einfach in einer Reihe gesetzt werden können und sich nicht gegenseitig beschatten. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte jedoch mindestens 20 cm betragen. Erdbeeren im Allgemeinen benötigen nicht sonderlich viel Pflege. Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Wasser und organischem Dünger.

Richtig pflanzen im Garten

Der Standort sollte sonnig und der Boden locker und humushaltig sein. Das "Herz" der Erdbeere, dort wo die Wurzeln in die eigentliche Pflanze übergehen, muss dicht über dem Boden sein. In Beeten pflanzt man die Erdbeeren am besten in Reihen mit jeweils 60 bis 90 cm Abstand zur nächsten Reihe. So hat man genug Platz, um die Erdbeeren zu gießen und zu pflücken. Zwischen den einzelnen Pflanzen innerhalb einer Reihe sollte der Abstand etwa 30 cm betragen. In der Regel tragen die Pflanzen im zweiten und dritten Jahr die meisten Früchte, danach sollte entweder anderes Gemüse gepflanzt werden, oder die alten Pflanzen an einem neuen Standort verschoben werden. Der Boden ist ansonsten zu ausgelaugt, um neuen Erdbeeren ausreichend Nährstoffe zur Verfügung zu stellen.

Pflanzen stärken

Stärkungsmittel wie eine EM-Lösung (Effektive Mikroorganismen), in die man die junge Pflanze vor dem Setzen taucht, machen die Erdbeerpflanzen robuster und das gesamte Pflanzenwachstum wird stimuliert. Das ist eine völlig andere Wirkungsweise als beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die zwar eine direkte Wirkung gegen Krankheiten und Schädlinge haben, aber gerade bei Naschpflanzen nicht eingesetzt werden sollten. Als Alternative zu Pflanzenschutzmitten haben sich auch Stärkungsmittel mit dem Bakterium Bacillus Subtilis bewährt.

Gute Sorten

Korona
Nein, das ist kein Witz! Korona ist eine der beliebtesten Erdbeersorten in Deutschland, die gerne angebaut wird, weil sie schöne, haltbare Früchte macht, die süß und aromatisch sind. Auch ihr aufrechter Wuchs macht sie beliebt.

Florika
ist eine Wiesenerdbeere, die ganz pflegeleicht ist. 3 – 4 Pflanzen werden pro Quadratmeter angepflanzt, die Ausläufer bedecken dann bald von ganz alleine die Fläche. Die Sorte ist recht krankheitsresistent, die Früchte reifen über dem Laub und sind dadurch leicht zu finden. Sehr ertragreich ist die einzelne Pflanze nicht, aber die Menge auf der Erdbeerwiese führt dann doch zu gutem Ertrag. Die Florika kann auch unter Büschen und Bäumen als Bodendecker angepflanzt werden, bei zuwenig Sonne allerdings gibt’s keine Früchte – zu schattig darf es auch für Florika nicht sein.

Lambada
ist eine sehr aromatische frühe Sorte, die leider etwas mehltauanfällig ist und auch zur Rhizomfäule neigt. Trotzdem probieren wir diese Sorte aus, weil sie auch ein wenig enger gepflanzt werden kann als andere Sorten und eben gut schmeckt.

Mieze Schindler
Eine alte Liebhabersorte, sozusagen der Klassiker schlechthin, die einmal im Jahr trägt. Die Früchte schmecken prima, sind manchmal ein bisschen unförmig und etwas weich – zum Transport gar nicht geeignet, dafür aber eine tolle Sorte für den Garten! Nachteil: weil es die Mieze Schindler nur als weibliche Pflanze gibt, braucht sie andere Pflanzen zum Bestäuben.

Ostara
Als remontierende, das heißt durchtragende Sorte haben wir uns für Ostara entschieden, obwohl es die Meinung gibt, dass Ostara Hitze nicht gut verträgt.
Damit haben wir ab Mitte Juni bis zum ersten Frost immer wieder Früchte – eine schöne Naschpflanze, bei der es sich lohnt, die Fruchtstände auszubrechen, so dass pro Fruchtstand 5 Früchte bleiben, die dann auch etwas größer werden.

Hummi's Sengana Selection
Schöne, große Früchte mit intensivem, klassischem Erdbeer-Aroma. Auch einmaltragend. Die Erdbeersorte ist durch den aufrechten Wuchstyp sehr robust und bringt schöne wohlschmeckende, dunkelrote Früchte hervor. Die Erdbeeren wachsen weiter oben und bekommen dadurch mehr Sonnenlicht ab. Die Früchte schön süß und aromatisch, und bei Regen trocknen sie schneller ab. So wird auch die Gefahr der Fäulnis eingedämmt. 

Honeoye
Einmal tragende Sorte, die schon früh blüht und trägt. Die robusten Pflanzen bilden große, tiefrot gefärbte Erdbeeren mit herrlichem Duft und sehr gutem Geschmack. Die Sorte überzeugt außerdem mit hohem Ertrag, der auch Marmelade-Kochen ermöglicht.

Hänge- oder Klettererdbeeren
Eignen sich besonders für die Topfkultur. Mit ihren langen Ranken bilden sie üppig Blüten und Früchte, die man je nach Sorte ab Juni bis zum ersten Frost ernten kann. Sortentipps: Klettererdbeere Hummi, Elan oder Rosalie.

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AUTOR/IN
SWR Fernsehen