Biomuell - das darf sein (Foto: Colourbox)

Sinnvoll sammeln

Das darf in die Biotonne

STAND
AUTOR/IN
Bärbel Neher

Rund ein Drittel unseres Hausmülls besteht aus organischen Stoffen, die separat gesammelt und sinnvoll genutzt werden sollten. Was in die Biotonne gehört und wie Sie sich das Sammeln so angenehm wie möglich machen können, wir geben Tipps!

In eine Biotonne gehört ausschließlich biologisch abbaubarer Müll, das heißt Abfälle aus Haushalt und Garten, die von Mikroorganismen, Lebewesen und Enzymen abgebaut werden können:

  • rohe und gekochte Abfälle, auch Fleisch und Käse
  • Obst-, Gemüse-, und Essensreste (aus privaten Haushalten)
  • Obstschalen wie Apfel- und Bananenschalen
  • Zitrusfrüchte (wer es ganz genau nimmt, und den Kompost selbst im streng bewirtschafteten ökologischen Garten nutzt, sollte darauf verzichten oder nur Früchte aus biologischem Anbau kompostieren)
  • überlagerte Lebensmittel ohne Verpackung, auch Verdorbenes
  • Knochen
  • Kaffeefilter mit Kaffeesatz, Tee, Teebeutel
  • Eier- und Nussschalen
  • Milchprodukte
  • Schnittblumen, Balkon- und Topfpflanzen
  • Hinweis: Größere Mengen von Gartenabfällen können auf den Grünabfallsammelplätzen der Städte und Gemeinden abgegeben werden.

In kleinen Mengen:

  • Federn, Haare, Sägemehl, Holzspäne oder Erde
  • Laub und Rasenschnitt - möglichst trocken
Biomülltonne (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Peter Steffen)
picture alliance / dpa | Peter Steffen

Für die Hygiene und zum Sammeln und Einwickeln feuchter Bioabfälle sind erlaubt:

  • Papiertüten
  • Küchenkrepp
  • Zeitungspapier (nicht Hochglanzpapier)
  • Aber: Die Biotonne ist keine Papiertonne!

Was darf auf keinen Fall in die Biotonne:

  • Plastikverpackungen, auch keine kompostierbaren Plastiktüten oder Umverpackungen von Lebensmitteln
  • Bioplastikprodukte: Einweggeschirr, Besteck, Verpackungen, Kotbeutel vom Vierbeiner
  • Kaffee-/Teekapseln aus Kunststoff
  • Alufolie und Backpapier
  • Hochglanzpapier, Pizzakartons, Pappe, Tapeten Verpackungen (z. B. Milch-/Safttüten usw.) Wattestäbchen, Windeln, Watte oder andere Hygieneabfälle aus dem Bad
  • Gartenabfälle wie Blätter oder Beet-Abraum
  • Äste und Zweige
  • Straßenkehricht - auch nicht mit Blättern vermischt Holzkohle, Asche und Zigarettenasche/Stummel, Ruß, Kerzenwachs
  • Kleintierstreu wie Katzenstreu oder Vogelsand
  • Tote Tiere, auch keine Kleintiere wie Vögel, Schlachtabfälle
  • Staubsaugerbeutel, Müll, Fäkalien

Kompost selbst herstellen:

Wer einen Komposthaufen oder einen Kompostierer im Garten hat, der kann solche organischen Abfälle auch dort ausbringen. Allerdings sollten keine kranken Pflanzen kompostiert werden, weil sich die Erreger sonst verbreiten könnten. Aus dem ganzen Biomüll können Sie Kompost herstellen, den Sie als Düngemittel einsetzen können. Manche Städte und Gemeinden rechnen den Nachweis der Eigenkompostierung sogar auf die Restmüllgebühren an.

Für das Sammeln von organischen Abfällen auf dem Komposthaufen gelten ein wenig andere Regeln. Beispielsweise sollten hier keine gekochten Speisereste gesammelt werden, um Kleintiere wie Ratten zu vermeiden. Erkundigen Sie sich hier in Ihrem Gartenfachbetrieb oder bei Ihrem Amt für Abfallwirtschaft.

Die Standortfrage:

Bioabfälle zersetzen sich. Dies ist ein ganz natürlicher Prozess und deshalb erfordert das Sammeln das ganze Jahr über eine gewisse Sorgfalt.

Im Sommer beschleunigen Wärme und Feuch­tig­keit den Zersetzungsprozess. Es können sich Maden, Fliegen oder sogar Schimmelpilze entwickeln oder Gerüche entstehen. Bei der Leerung bleiben schon zersetzte Reste und stinkende Flüssigkeit zurück und bilden mit der Zeit eine modrige Schicht am Boden und rund um den Rand. Achten Sie deshalb im Sommer auf einen möglichst schattigen, kühlen und trockenen Standort. Es genügt oft schon ein Baum oder ein Vordach. Es gibt Städte und Gemeinden, in denen können auch zusätzliche Sommerleerungen bestellt werden.

Steht Ihre Tonne im Freien, so wird im Winter die Leerung erschwert, weil der Biomüll in der Tonne festfriert. Achten Sie drauf, im Winter möglichst wenig Feuchtigkeit in die Tonne zu bringen. Lassen Sie feuchte Abfälle vorher trocknen oder schlagen sie in Papier ein. Trockenes friert nicht so leicht. Je lockerer die Abfälle eingelegt sind, desto weniger frieren sie fest und umso leichter ist die Leerung.

Vorsortieren in der Küche:

  • Benutzen Sie in der Wohnung für Abfälle Vorsortiergefäße, die mit Deckeln oder mit einer umklappbaren Zeitungstüte ausgerüstet sind, und leeren Sie Ihr Vorsammelgefäß täglich
  • Sammelgefäß nach Leerung gründlich säubern - heißes Wasser hilft auch gegen Schimmelpilzsporen und Keime

Im Handel werden verschiedene Produkte angeboten, die das Sammeln leichter und den Umgang mit der Biomülltonne so angenehm wie möglich machen sollen.

  • Verwenden Sie einfaches und billiges Zeitungspapier. Für Ihr Vorsammelgefäß lässt sich ähnlich einem Papierschiffchen eine Tüte falten, in der Biomüll gesammelt und anschließend problemlos zu Tonne gebracht und mitsamt der Tüte entsorgt werden kann
  • Fertige Papiertüten im Handel kosten je nach Größe und Ausführung ab ca 0,10 €
  • Keine "kompostierbaren" Plastiktüten: Das Umweltbundesamt rät von kompostierbaren Plastiktüten ab, weil sie in der kurzen Zeit in der Kompostieranlage nicht verrotten und den Kompost beeinträchtigen. Sie müssen mühsam von Hand raus gelesen werden. Außerdem lassen sie sich kaum von normalen Plastiktüten unterscheiden und so besteht die Gefahr, dass falsche Tüten in den Biomüll wandern. Übrigens sind sogenannte kompostierbar Plastiktüten nicht immer aus nachwachsenden Rohstoffen, sondern aus Polylactid (PLA) auf der Basis von Milchsäure und abbaubare Polyester. Diese werden aus Erdöl hergestellt.
  • Biofilter-Deckel: Sie enthalten in einem Hohlraum organisches Material, oft Aktivkohle, das die Tonne oder das Sammelgefäß belüften und Geruchsstoffe filtern soll. Versuche haben ergeben, dass daraus kaum Vorteile entstehen - im Gegenteil, durch die Entstehung von Kondenswasser können Gerüche und Schimmelpilzbefall sogar zunehmen.

Sammeln leicht gemacht:

  • Vermeiden Sie Feuchtigkeit - Servietten, Zeitungspapier und Küchenkrepp am Behälterboden saugen Flüssigkeit auf
  • Geben Sie keine Flüssigkeiten wie Suppen oder Soßen in die Tonne
  • Fleisch-, Wurst- oder Fischreste ziehen besonders leicht Fliegen an, die dann ihre Eier ablegen und zu Madenbefall führen. Wickeln Sie diese Reste besonders gut in Papier ein und geben Sie sie möglichst erst am Entleerungstag in die Tonne. Tipp: Solche Reste lassen sich übergangsweise auch einfrieren!
  • Schichten Sie die Abfälle locker ein, wechseln Sie möglichst zwischen Küchenabfällen und Grüngut aus dem Garten ab

Reinigung und Pflege der Biotonne:

  • Reinigen Sie Ihre Biotonne möglichst nach der Entleerung mit klarem Wasser, das auch in die Kanalisation gelangen kann.
  • Lassen Sie die leere Tonne bei offenem Deckel trocknen.
  • Legen Sie den Boden der Tonne mit zerknülltem Zeitungspapier oder Pappe aus, um Flüssigkeit aufzusaugen.
  • Tipp: Anbieter von Biotonnen bieten auch kostenpflichtige professionelle Reinigungen an.
  • Der Deckel der Biotonne sollte immer gut verschlossen sein, um Insekten fernzuhalten. Schließt die Biotonne nicht gut, kann man sich einen speziellen Filterdeckel mit Dichtung oder ein Abdecknetz zulegen. Beides ist über den Anbieter der Biotonne erhältlich.
  • Den Duft von Lavendel und Essigessenz mögen Fliegen gar nicht gerne. So empfiehlt es sich, die Tonne, insbesondere den Deckelrand, mit Essigessenz auszuwischen und abgeschnittenen Lavendel hineinzugeben.
  • Gesteinsmehl oder spezielles Biotonnen-Pulver, eine Mischung aus Kieselgur und Mikroorganismen, sind in jedem Baumarkt erhältlich. Regelmäßig aufgestreut fördert es die Austrocknung des Mülls und verhindert die Geruchsbildung.

Tipp: Viele Gemüseabfälle lassen sich wunderbar als Grundlage für Gemüsebrühe verwenden: Dazu die Reste einfach einfrieren, bis man genügend zusammen hat und dann verarbeiten! Die fertige Gemüsebrühe heiß in vorbereitete Flaschen füllen - eine nachhaltige Art der Vorratshaltung.

Mehr hilfreiche Tipps zum Biomüll

Auch im Sommer Tipps für eine saubere Biotonne

Dank der Biotonne können Küchen- und Gartenabfälle entsorgt und als Dünger verwertet werden. Doch je höher die Temperaturen steigen, desto unangenehmer riecht der Biomüll. Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich die Biotonne auch im Sommer sauber halten.  mehr...

Kaffee oder Tee SWR Fernsehen

So geht's Gute Lösungen für Ihren Biomüll

Ob als dezenter grüner Eimer unter der Spüle oder auch als hübscher Behälter auf der Arbeitsfläche, ein Biomüll sollte in keiner Küche fehlen.  mehr...

Kaffee oder Tee SWR Fernsehen

STAND
AUTOR/IN
Bärbel Neher