drei brennende Kerzen (Foto: Colourbox)

Sichere Kerzen - woran erkenne ich sie?

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AUTOR/IN
Diana Stier

Kerzen gehören dazu wenn`s draußen dunkler wird. Gibt es neben der Massenware aus Erdölprodukten auch ökologische Varianten und wie steht`s mit der Variante "ohne Feuer"?

Was verspricht das RAL Gütezeichen KERZEN?

Produkte mit Gütezeichen brennen bei richtigem Umgang, gleichmäßig ab und tropfen nicht. Sofern deklariert, kann der Verbraucher sicher sein, dass die Kerze so lange brennt, wie es auf der Packung steht. Das Gütezeichen KERZEN verspricht nicht nur gutes Aussehen. Auch sind Formen, Farbtöne, Abmessungen und die Beschaffenheit des Dochtes gleichbleibend verlässlich.

Kerzen mit dem Gütezeichen sind ausgesprochen rußarm und glimmen beim Löschen nur kurz nach. Sie setzen keine bedenkliche Menge an Dioxinen und PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) frei. Die Hersteller sind verpflichtet, keine schadstoffbelasteten Rohstoffe oder gesundheitsbedenkliche Kerzenfarben oder –lacke zu verwenden. So ist der Schwefel- oder Schwermetallgehalt außerordentlich gering. Weiterhin verbietet das Gütezeichen den Herstellern, jene sogenannten Azo-Farben einzusetzen, die krebserregende aromatische Amine freisetzen können.

Herstellung der Kerzen

Brennende Kerzen (Foto: IMAGO, imago images/Shotshop)
imago images/Shotshop

Die Art der Herstellung spielt für die Qualität eine entscheidende Rolle. Mehr noch als die Art des Wachses entscheidet das Verfahren darüber, wie lange und auch wie gleichmäßig eine Kerze abbrennt.

  • Billigkerzen werden meist im sogenannten Pulverpressverfahren industriell hergestellt, sie sind also gepresstes Paraffin-Granulat mit Docht. Einige Hersteller sparen durch einen technischen Trick Wachs, indem sie beim Pulverpressverfahren sehr kleine Luftblasen verarbeiten. Die Struktur lässt sich bei den Kerzen leicht von unten erkennen. Wenn das Pulver grobkörnig auszumachen ist, handelt es sich wahrscheinlich um eine eher minderwertige Kerze. Auch das Gewicht ist ein Indiz. Gute Kerzen liegen schwer in der Hand. Auch der Geruch gibt einen Hinweis auf verwendete Rohstoffe. Kerzen, die sehr künstlich riechen, bestehen sicher nicht aus echtem Wachs. Kerzen, die besonders schnell herunterbrennen, sind qualitativ ebenfalls nicht besonders hochwertig. Gerade im Hinblick auf die eigene Gesundheit ist es wichtig, auf Qualität zu achten und sich die Inhaltsstoffe einer Kerze mal genauer anzusehen.  
  • Beim sogenannten Gießverfahren wird das Wachs erst erwärmt und schließlich zusammen mit dem Docht in die jeweilige Form gegossen. Kerzen aus dem Gießverfahren sind in der Regel schwerer und brennen auch entsprechend länger. Hierzu wird meistens Bienenwachs oder Stearin verwendet.
  • Das handwerklich älteste Verfahren bei der Kerzenherstellung ist das Kerzenziehen. Die Dochte werden dabei bis zur gewünschten Stärke durch ein flüssiges Wachsbad gezogen. Entsprechend teuer sind diese Kerzen im Vergleich zu den anderen Verfahren. Andererseits brennen sie auch besonders lange und gleichmäßig. (Quelle: Bayern1)

Tipps und Sicherheitshinweise:

  • Bitte beachten Sie immer die Sicherheits- und Brennhinweise auf der Verpackung oder dem Etikett. (Piktogramme)
  • Lassen Sie eine Kerze niemals unbeaufsichtigt brennen und lassen Sie Kinder oder Haustiere nicht allein mit einer brennenden Kerze.
  • Stellen Sie Kerzen immer auf einen hitzebeständigen, nicht entflammbaren Untersetzer, z.B. einen Glasteller.
  • Zünden Sie Kerzen immer von oben nach unten an und löschen sie in umgekehrter Reihenfolge
  • Kerzen nur in sicherem Abstand zu leicht entflammbaren Gegenständen, wie Vorhängen oder trockenem Tannengrün, anzünden. Nicht direkt übereinander abbrennen! Achten Sie auf ausreichenden Abstand zu Vorhängen (mindestens 50 cm), zur Decke (mindestens 40 cm) und zwischen Kerzen (10–15 cm).
  • Lassen Sie Kerzen immer so lange brennen, bis der gesamte Brennteller voller flüssigem Wachs ist. So vermeiden Sie, dass sich ein Loch in die Brennmasse brennt und die Flamme später erstickt.
  • Vermeiden Sie Luftzug. Eine Kerze brennt nur dann gleichmäßig und rußarm ab, wenn keine Luftbewegungen in der Umgebung sind.
  • Löschen Sie eine Kerze, wenn sie deutlich erkennbar rußt.
  • Schneiden Sie einen zu langen Docht ab, am besten mit einer Dochtschere. Die ideale Dochtlänge beträgt 10 bis 15 Millimeter. Ein längerer Docht kann rußen und in kaltem Zustand vorsichtig mit einer Schere gekürzt werden. Wenn die Flamme zu verkümmern droht, ist der Docht zu kurz. Dann die Flamme auslöschen und vorsichtig etwas flüssiges Wachs abgießen.
  • Bei einseitigem Abbrand können Sie den brennenden Docht vorsichtig zur Seite schieben. Niemals einen erkalteten Docht biegen, er kann abbrechen.
  • Bleibt ein zu hoher Rand stehen, dann empfiehlt es sich, diesen im warmen Zustand mit einem scharfen Messer abzuschneiden.
  • Kerzenrand nicht beschädigen, sonst läuft das flüssige Wachs aus.
  • Halten Sie die Brennschüssel sauber. Streichholzreste, Dochtstücke und sonstige Verunreinigungen gehören nicht in den Brennteller.
  • Löschen Sie die Kerze, indem Sie die Flamme mit einem Löschhorn ersticken oder vorsichtig den brennenden Docht in das flüssige Wachs tauchen und anschließend wieder aufrichten. Niemals ausblasen!
  • Lüften Sie gründlich, denn die Co² Konzentration im Raum ist besonders, wenn viele Kerzen im Einsatz waren, relativ hoch.

Zusätzliche Sicherheitshinweise für Kerzen am Weihnachtsbaum:

Brandgefahr: Brennende Kerzen und ein Zweig (Foto: Colourbox)
  • Legen Sie Geschenke nicht direkt unter den Weihnachtsbaum.
  • In der Nähe des Weihnachtsbaumes sollten Sie einem Eimer mit Wasser, eine Löschdecke oder einen Feuerlöscher bereithalten. Damit können aber nur kleine Brände sofort gelöscht werden.
  • Besonders trockenes Tannengrün brennt sofort und auf Grund der enthaltenen Harze kann es zu einer Explosion des Baumes kommen. Hier gilt: Sofort das Zimmer verlassen, Türe schließen und die Feuerwehr rufen.

Fazit: Echte Nachhaltigkeit ist bei Kerzen nur schwer zu erreichen. Zertifizierte Bio-Kerzen oder Kerzen aus recycelten Fetten garantieren zumindest, dass das verwendete Wachs aus pflanzlichen Fetten.

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