Mann schlaeft bei Hitze (Foto: IMAGO, IMAGO / Panthermedia)

Worauf es ankommt

Richtige Bettdecke: Gut schlafen auch im Sommer

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Gerade in warmen Sommernächten tun viele kein Auge zu - es ist einfach zu warm im Schlafzimmer. Dabei kann man mit der richtigen Bettausstattung einen besseren Schlaf erreichen.

Bei der Wärmentwicklung im Bett spielt die Matratze nur eine untergeordnete Rolle mit 20 Prozent. Die restlichen 80 Prozent werden durch die Auswahl der richtigen Zudecke beeinflusst.

Eine gute Temperaturregelung im Bett trägt stark zum Durchschlafen bei. Viele Menschen lehnen Sommerdecken mit dem Argument ab, dass sie in warmen Nächten einfach die Füße raushängen lassen oder sich etwas aufdecken oder nackt schlafen.

Es ist aber erwiesen, dass wir nur einen ruhigen und erholsamen Schlaf finden, wenn wir ungestört durchschlafen können. Wenn es einem unter der Decke zu warm wird, wird der Schlaf unruhig, man deckt sich auf. Dann kühlt man ab, der Schlaf wird wieder unruhig und man deckt sich wieder zu. Manchmal wacht man auch richtig dabei auf, entweder schweißüberströmt oder fröstelnd. Auf jeden Fall ist der Schlaf dann nicht so erholsam wie ein ruhiger Schlaf.

Die richtige Zudecke finden

Die aufsteigende Körperwärme wird in der Decke gespeichert. Je mehr Lufteinschluss die Decke ermöglicht, umso wärmer ist sie. So kann man durch die Auswahl des Füllmaterials einer Decke bestimmen, wie warm sie hinterher ist. Dabei ist nicht allein das Gewicht der Füllung entscheidend, sondern die Beschaffenheit des Materials.

Bekannt und beliebt sind synthetische Füllmaterialien, da sie preiswert und einfach zu waschen sind. Allerdings ist oft, besonders bei den günstigen Modellen, der Temperaturausgleich und der Feuchtetransport nicht optimal. Das heißt, es kommt leicht zum Wärmestau.

Eine gute Alternative auf natürlicher Basis sind Decken mit Füllungen aus Baumwolle (besonders preisgünstig) oder Leinen. Auch Bambus ist eine besonders glatte Naturfaser, die so gut wie keine Wärme speichert - ideal für Menschen, die wenig Wärme suchen oder/und schnell schwitzen, da diese Materialien gut waschbar sind.

Noch nicht so bekannt, aber sehr funktional ist Hanf. Hanf ist eine Hohlfaser, dadurch kann er sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich klamm anzufühlen. Feuchtigkeit und Wärme wird schnell wieder an die Umgebung abgegeben, dadurch fühlt sich Hanf angenehm kühl an. Hanf enthält eine Vielfalt von besonderen Stoffen, den sogenannten Cannabinoiden, die die Pflanze nicht nur unempfindlich gegenüber Pilzen und Bakterien macht, sondern auch unangenehme Gerüche unterdrückt. Aus diesem Grund ist Hanf auch sehr resistent und kommt beim Anbau ohne den Einsatz von Spritzmitteln aus. Die Ökobilanz von Hanf ist erheblich besser als die der Baumwolle, da Hanf für den Anbau wesentlich weniger Wasser benötigt und regional angebaut werden kann.

Reicht da nicht nur das einfache Betttuch, wenn es heiß ist?

Jeder Mensch durchläuft während der Nacht verschiedene Schlafphasen. Während der Tiefschlafphase sinken Kreislauf und Stoffwechsel ab und wenn die Umgebungstemperatur zu kühl wird, kann es sein, dass man dann ungewollt aufwacht, weil man friert, vor allem in den Morgenstunden. Ein Auskühlen der Muskulatur kann auch zu schmerzhaften Verspannungen führen, besonders im Schulter- und Nackenbereich. Ebenso kann man sich durch ungewolltes Auskühlen in der Nacht eine lästige Sommergrippe einfangen.

Auch der Bettbezug ist entscheidend

Prinzipiell sollte man im Sommer Bettwäsche aus reiner Baumwolle oder anderen Naturmaterialien verwenden.

Besonders luftdurchlässig und leicht ist Baumwollbettwäsche in Batist-, Perkal- oder Seersucker Webart. Die Webart steht oft auf der Verpackung. Satin und Jersey sind grundsätzlich etwas wärmer als Perkal, Batist oder Seersucker, wobei alle genannten Macharten aus 100 Prozent Baumwolle angeboten werden.

Auch bei der Auswahl der Nachtwäsche auf kühlende, leichte Materialien achten.

Kann ich auch meine Matratze "kühlender" gestalten?

Je stärker man in die Matratze einsinkt, umso mehr Körperwärme wird gespeichert. Besonders Matratzentopper, die vorwiegend aus Schaumstoff sind, wirken wie eine Isolierauflage. In sehr heißen Sommernächten kann es sein, dass man besser ohne den weichen Topper schläft.

Expertin im Studio: Stephanie von der Meyden, Bettenfachhändlerin

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