Barbarazweig (Foto: imago images, imago images)

Jahrhundertealte Tradition

Blühendes Fest: Barbarazweige und besonders beliebte Weihnachtspflanzen

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Zarte Blüten an Weihnachten: Das Aufstellen von Barbarazweigen ist ein jahrhundertealter Brauch, der Glück bringen soll. Sie erfreuen uns in der dunklen Jahreszeit wie Weihnachtsterne oder Christrosen.

"Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da."

Hinter dem Brauch der Barbarazweige verbirgt sich die Geschichte der "Heiligen Barbara", der Schutzpatronin der Bergleute. Am 4. Dezember ist ihr Namenstag. Wer um diesen Tag herum abgeschnittene Kirschzweige ins Wasser stellt, kann sich an Weihnachten über die Blüte freuen und - so besagt es die Legende - etwas Glück erfahren.

Notfalls in die Tiefkühltruhe

Als Barbarazweige eignen sich neben der Kirsche auch eine ganze Reihe anderer Pflanzen wie Pflaumen, Forsythien, Winterjasmin oder Zaubernuss. Bei Apfel und Flieder gelingt es nicht so sicher, die Zweige zum Blühen zu bringen. Hier gilt besonders: Suchen Sie sich Triebe mit dicken, rundlichen Knospen.

Das Antreiben gelingt aber nur, wenn der Zweig ein bis mehrere Frostphasen hinter sich hat. In milden Jahren muss man die schräg abgeschnitten Zweige deshalb für 12 bis 14 Stunden ins Tiefkühlfach legen.

Am Barbara-Tag stellt man den Zweig in eine Vase mit lauwarmen Wasser, die man in einem kühlen bis mäßig warmen Zimmer aufstellen sollte. Das Vasenwasser regelmäßig wechseln und die Knospen täglich besprühen. Und dann Geduld haben, bis die Blüten erblühen und ein feiner Duft durch das Haus zieht.

Die beliebtesten Weihnachtspflanzen

Aber nicht nur Barbarazweige bringen farbenfrohen Blütenzauber in die dunkle Jahreszeit. Weihnachtsstern und Weihnachtskaktus, Christrose, Amaryllis und Mistelzweig sind gern gesehene Gäste.

Weihnachsterne (Foto: Colourbox, neirfy@)
Der Weihnachtsstern ist wohl die beliebteste Zimmerpflanze der Deutschen in der Weihnachtszeit, obgleich er aus Südamerika stammt. Weihnachtssterne lieben einen hellen Standort. Nur pralle Mittagssonne und Zugluft mögen sie nicht, egal ob drinnen oder draußen. Weihnachtssterne brauchen viel Wasser, müssen zwischendurch aber auch immer wieder trocknen. neirfy@ Bild in Detailansicht öffnen
Die leuchtend weiße Christrose ist eine heimische Wildstaude und gehört zu den giftigen Hahnenfußgewächsen. Sie erblüht alle Jahre wieder kurz vor Weihnachten. Sie ist eine Freilandpflanze, kommt für kurze Zeit auch in Räumen zurecht, es darf aber nicht zu warm sein. Als Schnittblume hält sie sich am längsten als Schwimmblüte in einer Schale. Foto Dieter Meyer Bild in Detailansicht öffnen
Den Weihnachtskaktus gibt es in den unterschiedlichsten Farben. Alle Jahre wieder blüht er verlässlich zur Weihnachtszeit. Unter der Bedingung allerdings, dass Temperatur und Lichtverhältnisse passen. Der Weihnachtkaktus lässt sich leicht pflegen und durch Stecklinge vermehren. Dafür muss man ganze Zweige abschneiden und in Anzuchttöpfe pflanzen. imago images Bild in Detailansicht öffnen
Die echte Amaryllis ist eine giftige Zwiebelblume, die Mitte des 18. Jahrhunderts von Afrika nach Europa eingeführt wurde. Sie ist als Schnittblume sehr beliebt, dabei ist sie keine Wegwerfpflanze. Die dicke Zwiebel muss nach dem Abblühen wöchentlich gedüngt und regelmäßig gegossen werden. Erst ab September trocken und kühl halten, sie blüht dann im Dezember und Januar. imago images Bild in Detailansicht öffnen
Die Mistel hat schon die keltischen Druiden fasziniert, weil sie wie magisch ohne Wurzeln gedeiht. Unter dem Mistelzweig küssen sich nach Brauch die Verliebten. Misteln wachsen gerne auf Pappeln und Apfelbäumen. Mistelsamen werden von Vögeln gefressen und gelangen durch ihre Ausscheidung wieder auf die Bäume. Im Garten sollte man die Halbschmarotzer aber nicht kultivieren, da sie den Bäumen schaden. imago images Bild in Detailansicht öffnen

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